[{"content":"Erfolge sollten gefeiert werden und Schuften sowieso. Also war für mich klar, nach dem Abschluss meines Masters Ende November \u0026lsquo;23 musste \u0026ldquo;die Straße geschlagen werden\u0026rdquo;!\nDer Plan war wie folgt: Innerhalb des Dezembers mithilfe des Fernbusses von Sydney nach Cairns fahren und so viele australische Naturerlebnisse sammeln, wie möglich.\nDie Umsetzung sah so aus: Ein Wirbelsturm mit enormen Wassermassen durchkreuzte meine Route und somit meine Pläne – aber erst in der letzten Reisewoche. Dieser Post berichtet also (in Kurzfassung) davon, was bis dahin geschah. Und ein weiterer Post wird dann in unbestimmter Zukunft nachholen, worauf wir uns jetzt schon freuen: unsere aufgeschobene Reise nach Cairns. ;)\nByron Bay Surfer, Delfine, Yoga, Pferde, Schildkröten, Acai-Bowls, Strandtänze, Freiheit, Sonne, Straßenmusik\nDas Byron Bay Lebensgefühl lässt sich nicht so leicht beschreiben, aber ich glaube, ihr wisst schon, worauf es hinausläuft. Gerne hätte ich das Byron Bay von vor 20-30 Jahren kennengelernt – ohne die Kettenrestaurants, Gentrifizierung und den Massentourismus, mit den alternativen Menschen, lokalen Produkten und dem Freiheitsgefühl. Aber auch im Jahr 2023 ist noch viel von dieser Magie zu spüren. Es verging kaum ein Tag am Meer ohne Delfine (siehe dunkle Punkte in den Fotos 😄), es gab Gemeinschafts-Yoga, Straßenmusik und einfach dieses Gefühl von Verbundenheit mit den Elementen. Byron Bay weckte in mir die Sehnsucht wieder in einem Dorf zu leben, in der Natur, mit der Natur. Die Delfine schwammen unter unseren Kajaks hindurch und die Pferde galoppierten entspannt den Strand entlang. Ich hatte einen wunderbaren Einstieg in meine Reise.\nSurfers Paradise \u0026amp; Springbrook National Park Hochhäuser am Strand, Lichter, Kanäle, Minigolf, Boxbetten, Urwaldbäume, Gondwana\nDer Kontrast könnte nicht größer sein. Die Gold Coast, in dem Surfers Paradise liegt, ist ein Gebiet geprägt von menschlicher Umgestaltung, Ressourcenverbrauch und dem ewigen Kampf gegen die Naturkräfte (Grundwasserpegel, Fluten, Brände,\u0026hellip;). Mein Stopp hier war hauptsächlich von dem Besuch im Springbrook Nationalpark geprägt. Hier stehen noch die letzten Bäume, die mit dem Urwald des Kontinenten Gondwana in Verbindung gebracht werden. Einige sollen 3000 Jahre alt sein. In diesem besonderen Regenwald, der sich über den zerfallenen Krater eines uralten Vulkans erstreckt, kann man in der Ferne die Gold Coast (und sogar Byron Bay) sehen und darüber philosophieren, wie die Menschen und die Erde in Einklang finden können\u0026hellip;\nNoosa Mehr Surfer, Riesenquallen, Märkte, Everglades, Kängurus, Good Life\nZurück in das naturnahe Leben, nur etwas gehobener als Byron Bay. Aus Noosa habe ich einen Goldring und eine Bluse, die Entdeckung meiner bisher größten Qualle, die Erkenntnis darüber, was ein Everglade ist, Kängurufotos, und sommerliche Erinnerungen mitgenommen.\nK\u0026rsquo;gari (Fraser Island) Dingos, Autofahren am Strand, Sternenhimmel, Seen in allen Farben, Magie, glasklare Quellen, Riesenbäume\nK\u0026rsquo;gari ist eine riesige, besondere, unerschlossene Insel. Hier gibt es kaum Infrastruktur – der meiste Verkehr läuft am Strand entlang, denn die sandigen unasphaltierten Straßen im Inselinnern zwingen einen zu 10-30km/h. Außerdem hinterlassen die holprigen Wege bei jedem Mitfahrer blaue Flecken und viele lustige Erinnerungen. Auf K\u0026rsquo;gari entschleunigt sich das Leben. Es geht nur so schnell voran, wie die Konditionen zu lassen. Es gibt für die meisten keinen Handyempfang. Meine Zeit auf der Insel war eine ganz besondere. Ich hatte Glück mit meiner Reisegruppe, eine bunte Truppe verschiedener Menschen und Konstellationen. Wir trafen auf freundliche Dingos, lernten etwas über die Bedeutung der magischen Orte für die Aboriginal People, die einst hier lebten, schwammen in Seen von türkis bis goldbrauner Farbe sowie in Champagne Pools und glasklaren Süßwasserquellen. Nachts zeigte sich die Milchstraße und fluoreszierende Algen im Sand. Auch der Wald auf K\u0026rsquo;gari ist einfach besonders. Innerhalb von nur wenigen Minuten wechseln sich die Baumarten ab und bilden ihre ganz einzigartigen Ökosysteme. Danke für dieses Abenteuer K\u0026rsquo;gari (ausgesprochen Gari) und dem guten Rory für die besonders tollen Aufnahmen.\nWhitsundays Weißer Sand und blaues Wasser, Stachelrochen, Korallen, Haie, Quallen, Seeadler, Boote, Boote, Boote\nDer Nachtbus brachte mich von Rainbow Beach nach Airlie Beach und von Inseltour zu Inseltour. Diesmal jedoch ging es aufs Boot, um die Whitsundays zu erkundigen. Ich verbrachte 2 Nächte auf einem Boot. Auf der Tour schnorchelten wir und machten eine kleine Wanderung am Whitehaven Beach. Ich sah meinen ersten Clownfisch und Stachelrochen, verpasste meinen ersten Hai (das Nachbarboot sendete via Social Media ein Video von einem majestätischen Tier), erspähte dann aber noch einen Hai, der die Größe einer Flosse des vorher genannten Hai hatte (einen Lemonshark), sah einen Seeadler, durfte mich mal ins Cockpit setzen und eine Runde fahren, verbrachte Zeit an einem der berühmtesten Strände der Welt und wurde nicht seekrank. Insgesamt also ein Erfolg, aber es hat mich nicht dazu bewegt eine Seglerin zu werden und die Meere zu bereisen.\nDas Wiedersehen - Magnetic Island Koalas, viele Koalas, Rockwallabies, Kookaburras, Aussichtspunkte, Regenbogen-Lorikeets, Inselleben\nIn Townsville traf dann Erik dazu! Zusammen machten wir uns auf den Weg nach Magnetic Island, welches uns mit Wildtiererfahrungen nur so überhäufte. Direkt auf unserem Hostelgelände trafen wir auf den ersten Koala und es sollten noch viele mehr dazukommen (ich entschuldige mich für die Flut der Bilder, Erik und seine Kamera sorgen einfach für so tolles Material). Die Rockwallabies der Insel haben sich jedoch auch in unsere Herzen gehüpft. Ich glaube wir beide werden auch nie die Fütterung der Regenbogen-Lorikeets vergessen. Wir schnorchelten und wanderten und fuhren mit unserem Mietauto die Insel ab. Wir entdeckten für uns neue Vogelarten und bestaunten Sonnenuntergänge. Aber seht doch einfach selbst.\nEine Sache, die wir leider verpasst haben, ich euch aber nicht vorenthalten will, ist das Koala-Baby. Andere Wanderer hatten es kurz nach uns gesehen:\nDein Browser kann dieses Video nicht abspielen. Hier ist ein Link zum Video.\nMission Beach Cassowaries, Wildwasserrafting, Nachtspaziergänge, Palmen, ganz viel Wald und Strand\nUnser letzter Stopp brachte uns mitten in die Wildnis, ohne Auto war es hier gar nicht so einfach sich fortzubewegen. Aber viel Wildnis heißt auch, es gab Cassowaries! Erik und ich waren beide überglücklich unsere ersten dieser urzeitlich wirkenden schwersten Vögel Australiens sehen zu können. Wir übernachteten in einer Lodge, die halb im Regenwald lag, und konnten dadurch sogar vom Frühstück aus einen Cassowary beobachten. Die Spuren des kurz vorher durchgeprasselten Zyklon waren schon beseitigt. Nur in dem Fluss Tully, in dem wir unser Wildwasserrafting gebucht hatten, waren die Wassermassen noch zu erkennen. Die Tour wurde ein wenig abgeändert, aber wir konnten uns in die Boote schwingen und überlebten die Fahrt auch fast unbeschadet. ;)\nDas Ende einer Reise Die Ostküste ist wie ein Strom, eine Autobahn, für Reisende. Überall treffen sie aufeinander und stellen sich die gleichen Fragen (reist man Nord oder Süd in diesem Strom, tut man dies oder das, wie heißt man, wo kommt man her,\u0026hellip;). Manchmal ist es schwierig, die eigenen Erfahrungen nicht als abgewetzt anzusehen in diesen durchgetretenen Pfaden. Manchmal fühlt man sich einsam, inmitten dieser ganzen Menschen. Doch kein Tag und keine Reise sind gleich. Und nach jedem \u0026ldquo;Roadtrip\u0026rdquo; ist man ein bisschen reicher an Begegnungen, Erfahrungen, Reflexionen, und Überraschungen. Ich bin nicht mehr die Selbe wie vor dieser Reise, auch wenn ich jetzt wieder an dem Anfangsort angekommen bin. Ich habe genau das bekommen, was ich zwischen all diesen Zeilen und Fotos gesucht habe: Wunderschöne Erinnerungen, neue Ideen und mehr Teile von mir selbst. Townsville (Abflugsort) hat uns dann auch noch einen wunderschönen letzten Sonnenuntergang geschenkt:\n","date":"2024-01-26T00:00:00Z","image":"/2024/01/26/meine-masterabschlussreise/images/PXL_20231207_024503058.jpg","permalink":"/2024/01/26/meine-masterabschlussreise/","title":"Meine Masterabschlussreise 👩‍🎓"},{"content":"Am Dienstag wurde ich von Laura mit Eile aus der Wohnung gerufen, sodass ich mir schon Sorgen machte, dass eine fette, giftige Spinne auf dem Weg zu uns sei, welche ich aufhalten sollte. Doch es gab einen viel süßeren Grund für die \u0026ldquo;Panik\u0026rdquo;.\nEin Noisy Miner (zu Deutsch: Weißstirn-Schwatzvogel) war vor unserer Wohnung aus dem Baum gefallen und kam nicht mehr alleine wieder hinauf, da seine Flugfähigkeit noch der Verbesserung bedarf. Zunächst beobachteten wir den kleinen nur, weil wir nicht direkt eingreifen wollten. Zudem waren wir uns nicht sicher, ob der Kleine wirklich unfreiwillig auf dem Boden gelandet war, oder unter Umständen seinen ersten Ausflug unternahm. Hier ist er:\nDer Kleine war ganz fleißig am Schreien nach Futter, welches man auf dem folgenden Bild gut erkennen kann:\nDoch wir hörten noch einen zweiten Schreihals. Den unüberhörbaren Schreien folgend fanden wir das Geschwisterchen, welches auf der anderen Seite des Zaunes bei den Nachbarn saß und anscheinend auch aus dem Baum gefallen war:\nDas Geschwisterchen war deutlich weniger schüchtern als das erste Vögelchen und setzte sich nach nur wenigen Minuten, die ich mich daneben gesetzt hatte, auf mein Bein. Ich setzte den Vogel daraufhin schnell zurück auf das Laub, da ich mir Sorgen machte, dass die Eltern sich eventuell nicht trauen würden, den oder die Kleine zu füttern, wenn er zu nah an mir sitzt. Tatsächlich gelang es mir auch ein paar großartige Fütterungsbilder aufzunehmen. Besonders toll ist das zweite Bild, wo man die Zunge des kleinen Vogels erkennen kann.\nIch verbrachte auch noch etwas Zeit mit dem ersten Vögelchen und machte ein paar Aufnahmen bei dessen Fütterung:\nWenn man genau hinschaut, kann man sogar die Beine der Heuschrecke erkennen! Ein persönliches Highlight ist auch dieses Bild:\nSchlussendlich entschieden wir uns aber, dass der Boden kein sicherer Ort für Vogelbabys ist, weil die ein oder andere Katze in der Nachbarschaft lebt. Nachdem einer der beiden mehrere Male angestrengt versucht nach oben auf den Baum zu fliegen, aber stets scheiterte und gegen Zaun prallte, griffen wir ein. Laura hob bei Vögelchen vorsichtig mit einem Handtuch, ohne die Vögel mit den Händen zu berühren, in den Baum:\nEiner von beiden nahm die Hilfe sofort an und war bereits genug im Flug-Hüpfen, um sich den Weg alleine weiter nach oben in die Krone des Baumes zu bahnen:\nDer andere war jedoch total erschöpft von der ganzen Anstrengung:\nUnd fiel dann auch so gut wie sofort in einen überraschend tiefen Schlaf:\nDer Kollege viel dabei noch zweimal aus dem Baum, weil er scheinbar im Schlaf nicht die Balance halten konnte. Beim dritten Mal verstand er dann glücklicherweise, dass er etwas höher in den Baum, auf eine gestützte Position klettern muss. Bisher haben wir beide Vögelchen nicht wieder auf dem Boden vorgefunden.\nZum Abschluss noch eine Galerie mit weiteren Bildern:\n","date":"2023-09-16T00:00:00Z","image":"/2023/09/16/noisy-miner-rescue/images/20230912_151810_NoisyMiner_82.jpg","permalink":"/2023/09/16/noisy-miner-rescue/","title":"Noisy Miner Rescue"},{"content":"Letzte Woche habe ich meine Mittagspause genutzt, um ein paar Loris abzulichten, die sich momentan (wir haben Frühling), am Nektar der blühenden Büsche satt trinken. Das hat diesen Blogpost inspiriert, indem wir euch einige Vögel vorstellen möchten, welche uns bereits begegnet sind. Es gibt noch viele weitere Arten und manch andere Spezies haben wir zwar mit eigenen Augen gesehen, wie zum Beipspiel die schwarzen Papageien, aber mir ist es noch nicht gelungen, sie mit der Kamera einzufangen. Für die folgenden Texte habe ich mit chatGPT-4 herumexperimentiert, um auszuprobieren, wie gut ich es schaffe, mit einer AI meinen eigenen Schreibstil darzustellen. Wir beginnen also mit dem Vogel, der diesen Post inspiriert hat:\nRainbow Lorikeet (Regenbogenlori) Der Regenbogenlori, ein wahrlich bunter Geselle, ist in ganz Australien anzutreffen, besonders häufig sieht man ihn an der Ostküste. Dort fliegt er oft in großen, lebhaften Schwärmen umher. Was viele nicht wissen: Neben ihrer beeindruckenden Farbenpracht sind sie auch für ihre Geselligkeit und ihre lauten Rufe bekannt, besonders wenn sie in Gruppen durch die Lüfte ziehen. Fotografiert in: Coogee/Randwick.\nKookaburra (Lachender Hans) Der Lachende Hans (Kookaburra) ist besonders für sein unverkennbares, lachendes Rufen bekannt, das oft mit dem \u0026ldquo;Soundtrack\u0026rdquo; des australischen Busches assoziiert wird. Ursprünglich im Osten Australiens beheimatet, findet man ihn heute in vielen Teilen des Landes. Neben seiner markanten Stimme ist der Lachende Hans auch dafür bekannt, kleinere Tiere wie Schlangen zu fangen und gegen einen Ast zu schlagen, um sie zu betäuben. Fotografiert in: North Sydney.\nNoisy Miner (Weißstirn-Schwatzvogel) Der Weißstirn-Schwatzvogel (Noisy Miner) ist ein lebhafter Vogel, der vor allem im Osten Australiens heimisch ist. Er gehört zu den Honigfressern und ist häufig in Gärten und Parks zu finden, wo er mit seiner lautstarken Stimme nach Nahrung ruft. Interessanterweise sind Weißstirn-Schwatzvögel dafür bekannt, \u0026ldquo;swooping\u0026rdquo; zu betreiben, was bedeutet, dass sie manchmal aggressiv auf Menschen oder andere Tiere zusteuern, um ihr Territorium zu verteidigen. Erik ist tatsächlich auch schon einmal von einem Miner angegriffen worden, konnte allerdings unverletzt entkommen. Fotografiert in: Coogee/Randwick.\nMagpie (Flötenkrähenstar / Elster) Der Flötenkrähenstar oder auch Elster (Magpie) ist ein auffälliger Vogel, der in ganz Australien weit verbreitet ist. Diese Vögel sind nicht nur für ihren schönen Gesang bekannt, sondern auch dafür, während der Brutzeit aggressiv zu \u0026ldquo;swoopen\u0026rdquo;. Dieses Verhalten dient dazu, ihr Nest und ihre Jungen vor vermeintlichen Bedrohungen zu schützen. Erik wurde einmal von einem Mapie in Coogee geswoopt und dabei sogar schmerzhaft ins Ohr gebissen! Fotografiert in: Coogee/Randwick.\nWhite Cockatoo (Gelbhaubenkakadu) Der Weiße Kakadu (White Cockatoo) oder auch Gelbhaubenkakadu genannt, ist mit seinem strahlend weißen Gefieder und der auffälligen gelben Haube ein beeindruckender Anblick. In Australien ist er in vielen Regionen zu finden, von dichten Wäldern bis hin zu städtischen Gebieten. Diese Kakadus sind nicht nur für ihre Schönheit, sondern auch für ihre Intelligenz und ihren ausgeprägten Charakter bekannt, was sie zu beliebten, wenn auch anspruchsvollen Haustieren macht. Fotografiert in: Melbourne - Great Ocean Road.\nGalah (Rosakakadu) Der Rosakakadu (Galah) ist ein auffälliger Vogel mit einer rosa Brust und einem grauen Rücken, der in ganz Australien heimisch ist. Er ist für seine verspielte Natur und seine akrobatischen Flugmanöver bekannt. Er lebt in Australien in den verschiedensten Lebensräumen, von offenen Wäldern bis hin zu städtischen Gebieten. Fotografiert in: Canberra.\nYellow-Tailed Black Cockatoo (Gelbschwanz-Rußkakadu) Der Gelbschwanz-Rußkakadu (Yellow-Tailed Black Cockatoo) ist ein beeindruckender Vogel mit tiefschwarzem Gefieder und auffälligen gelben Flecken an den Wangen und am Schwanz. Er ist in den Wäldern und Küstenregionen des südöstlichen Australiens heimisch. Diese Kakadus sind bekannt für ihre lauten Rufe und das knackende Geräusch, das sie machen, wenn sie mit ihrem kräftigen Schnabel nach Samen und Insekten suchen. Fotografiert in: Coogee/Randwick.\nEastern Rosella (Rosellasittich) Der Rosellasittich (Eastern Rosella) ist ein farbenfroher Papagei, der im Südosten Australiens beheimatet ist. Sein buntes Gefieder, das Rot, Grün, Gelb und Blau kombiniert, macht ihn zu einem der auffälligsten Vögel in der Region. Häufig in Wäldern, Parks und Gärten zu finden, zieht er mit seinem lebhaften Wesen und melodischen Rufen die Aufmerksamkeit vieler Vogelliebhaber auf sich. Fotografiert in: Canberra.\nCrimson Rosella (Pennantsittich) Der Pennantsittich (Crimson Rosella) ist ein farbenfroher Papagei mit leuchtend rotem Gefieder, das von Blau- und Schwarztönen akzentuiert wird. Er ist in den Wäldern und Gebirgsregionen des südöstlichen Australiens beheimatet. Diese Vögel sind für ihren klaren, melodischen Gesang bekannt und können oft in Paaren oder kleinen Gruppen beobachtet werden, während sie Früchte und Samen suchen. Fotografiert in: Melbourne - Great Ocean Road.\nAustralian Raven (Rabe) Die Neuhollandkrähe (Australian Raven) ist ein markanter Vogel mit glänzend schwarzem Gefieder, der hauptsächlich im Süden und Osten Australiens vorkommt. Mit ihrem tiefen und oft wiederholenden Ruf sind sie in städtischen wie auch ländlichen Gebieten präsent. Sie sind intelligent und anpassungsfähig, weshalb sie in einer Vielzahl von Lebensräumen, von Stränden bis hin zu Wäldern, erfolgreich leben können. Fotografiert in: Coogee/Randwick.\nHoneyeater (Honigfresser) Der Honigfresser (Honeyeater) ist eine Vogelgruppe, die in Australien weit verbreitet ist und für ihre Vorliebe für Nektar bekannt ist. Diese kleinen bis mittelgroßen Vögel sind oft in Gärten, Wäldern und offenen Landschaften zu sehen, wo sie von Blüte zu Blüte fliegen und Nektar sammeln. Ihre scharfen, nach unten gebogenen Schnäbel sind perfekt zum Eintauchen in Blumen geeignet, um ihren süßen Leckerbissen zu erreichen. Dieser Vogel steht ganz oben auf meiner Fotografieliste, aber bisher ist mir noch kein Bild gelungen, mit dem ich wirklich zufrieden bin. Die Honeyeater sind zu unruhig, um sie vernünftig abzulichten. Fotografiert in: Coogee/Randwick.\nSuperb Fairy-wren (Prachtstaffelschwanz) Der Prachtstaffelschwanz (Superb Fairy-wren) ist ein kleiner, aber auffallend gefärbter Vogel, der hauptsächlich im südöstlichen Australien vorkommt. Männchen dieser Art sind besonders während der Brutzeit durch ihr leuchtend blaues Gefieder unverkennbar. Sie sind häufig in dichtem Unterholz und in der Nähe von Wasserquellen zu finden, wo sie in kleinen Gruppen herumhüpfen und nach Insekten suchen. Fotografiert in: Coogee.\nCommon Starling (Gewöhnlicher Star) Der Gewöhnliche Star (Common Starling) ist ein kleiner, glänzender Vogel, der ursprünglich aus Europa stammt und in Australien eingeführt wurde. Er hat sich dort weit verbreitet und ist oft in städtischen Gebieten, Parks und Gärten zu finden. In Deutschland ist dieser Vogel ebenfalls heimisch und bekannt für seine beeindruckenden Schwarmformationen, die sich vor allem in den Abendstunden am Himmel zeigen. Fotografiert in: Coogee/Randwick.\nBush Turkey (Buschtruthahn) Der Buschtruthahn (Bush Turkey) ist ein markanter Bodenvogel, der in den Regenwäldern und Küstenregionen Australiens vorkommt. Er ist bekannt für seine beeindruckenden, aus Laub und Erde gebauten Brutnester, in denen er seine Eier vergräbt. Trotz seines Namens hat dieser Vogel keine Verwandtschaft mit den Truthähnen, wie wir sie in Europa oder Nordamerika kennen. Fotografiert in: North Sydney.\nPukeko (Purpurhuhn) Das Purpurhuhn (Pukeko) ist ein auffälliger Wasservogel mit leuchtend blauem Gefieder und einem roten Schnabel und Stirnschild. In Australien ist es vor allem in den Feuchtgebieten des Ostens und Südens zu finden. Es ist eng mit dem in Europa heimischen Teichralle verwandt, hat aber eine deutlich auffälligere Färbung und ist oft in offeneren Landschaften unterwegs. Fotografiert in: Melbourne.\nMasked Lapwing (Maskenkibitz) Der Maskenkibitz (Masked Lapwing) ist ein markanter Wasservogel mit einem breiten schwarzen Band über den Augen und einem leuchtend gelben Wulst über dem Schnabel. Er kommt in ganz Australien vor, vorzugsweise in Feuchtgebieten, Graslandschaften und sogar in städtischen Parks. In Deutschland ist dieser Vogel nicht heimisch, aber seine auffällige Erscheinung und seine lauten Rufe machen ihn in Australien unverwechselbar. Fotografiert in: Canberra - Tidbinbilla.\nSea Gull (Möwe) Die Möwe (Sea Gull) ist ein häufiger Bewohner der australischen Küsten, obwohl sie auch in vielen anderen Teilen der Welt zu finden ist. An Australiens Stränden, Piers und Fischereihäfen kann man sie oft beobachten, wie sie nach Futter suchen oder in der Luft gleiten. Mit ihrem typischen, schrillen Ruf sind sie für viele das Geräusch des Meeres und erinnern an sonnige Tage am Strand. Vor zwei Wochen, als Erik sein erstes Banh Mi gekauft hatte, wurde dieses leider gegen seinen Willen mit einer Möwe geteilt. Fotografiert in: Coogee.\nCrested Pigeon (Schopftaube) Die Schopftaube (Crested Pigeon) ist ein auffälliger Vogel mit einer markanten Federhaube auf dem Kopf und ist in fast ganz Australien zu finden. Diese Tauben sind oft in städtischen Parks, Gärten und offenen Landschaften zu sehen. Ein besonderes Merkmal der Schopftaube ist das metallische Klirren ihrer Flügel beim Starten und Landen, was sie von anderen Taubenarten unterscheidet. Fotografiert in: Uluru.\nBush Stone-Curlew (Buschsteinbrachvogel) Der Buschsteinbrachvogel (Bush Stone-Curlew) ist ein schlanker Vogel mit langen Beinen und großen, gelben Augen. Er ist hauptsächlich in den trockenen Gebieten im Norden und Osten Australiens beheimatet. Bei Nacht wird er aktiver und gibt oft einen langgezogenen, geisterhaften Ruf von sich, der in der australischen Wildnis unverkennbar ist. Fotografiert in: Canberra - Mulligans Flat.\nAustralian Pelican (Australischer Pelikan) Der Australische Pelikan (Australian Pelican) ist ein beeindruckender Vogel mit einer der längsten Schnabellängen aller Vogelarten weltweit. Häufig an Australiens Küsten, Seen und Flussmündungen zu finden, gleiten sie elegant über das Wasser und tauchen nach Fischen. Ihre markante schwarz-weiße Färbung und ihre beeindruckende Flügelspannweite machen sie zu einem unvergesslichen Anblick, besonders wenn sie in Formation fliegen. Fotografiert in: Port Stephens.\nWhite-bellied Sea Eagle (Weißbauchseeadler) Der Weißbauchseeadler (White-bellied Sea Eagle) ist einer der größten Greifvögel Australiens und beeindruckt mit einer imposanten Spannweite und seinem markanten weißen Bauch. Er bewohnt die Küstenregionen Australiens und jagt oft über dem Meer, wobei er mit seinen scharfen Klauen nach Fischen schnappt. Dieser majestätische Vogel ist oft in den Himmeln über den australischen Küsten zu sehen und ein echter Hingucker. Das Bild wurde einen Tag vorm Triathlon in Port Stephens gemacht und Erik ist auch immer noch nicht 100% überzeugt, dass es sich wirklich um einen Adler handelt. Fotografiert in: Port Stephens.\nWhite-faced Heron (Weißgesichtsreiher) Der Weißgesichtsreiher (White-faced Heron) ist ein schlanker, grauer Wasservogel mit einem charakteristischen weißen Gesicht. Er ist in fast allen Teilen Australiens zu finden, von Küstenlagunen bis hin zu Binnenseen und Flüssen. Seine elegante Erscheinung und sein geduldiges Jagen nach Fischen und kleinen Wirbellosen in seichten Gewässern machen ihn zu einem häufigen und beliebten Anblick in Australien. Fotografiert in: Manly \u0026amp; Coogee.\nUnd damit, bis zum nächsten Mal!\n","date":"2023-09-10T00:00:00Z","image":"/2023/09/10/our-aussie-birds/images/20230907_144340_Lori_41.jpg","permalink":"/2023/09/10/our-aussie-birds/","title":"Our Aussie Birds"},{"content":"Tag 1 - Mittwoch - 2023-08-30 Unseren ersten Blick auf Uluru konnten wir bereits aus dem Flugzeug erhaschen. Die Ankunft am Ayers Rock Flughafen um 13:30 Uhr verlief reibungslos, auch wenn die Landung hier etwas aufregender war also auf einem Standardflughafen. Der Flughafen, wie alle Touristeneinrichtungen, darf nicht Uluru genannt werden, weil die Aborigines den Namen ausschließlich für den Felsen und die kulturell signifikante Umgebung vorsehen. Wir hatten eine kurze Wartezeit auf den Bus 🚌, wodurch wir erste Mitreisende kennenlernten. Lauren, unsere Tourguide, kam dann aber doch recht schnell und checkte uns ein. Wir fuhren los zum Visitor Centre im Nationalpark und holten uns einen Snack. Außerdem traf der Rest der Truppe dort auf uns. Danach fuhren wir direkt auf den Uluru zu, umrundeten ihn um 1/3 und hielten an einem Parkplatz. Dann ging unsere erste Wanderung los. Wir liefen am Fuße des Ulurus bis zu einem Wasserloch, wo wir auf unsere Guide trafen, die Obst 🍊under einem überdachten Treffpunkt für uns aufgestellt hat. Sie erzählte uns eine kulturelle Geschichte über die Entstehung des Uluru (in der einige Schlangen 🐍, Ungezogenheiten, Bestrafungen und Rituale vorkommen) und dann gingen wir zusammen zum Wasserloch und einer Höhle mit Aboriginal Art.\nAnschließend liefen wir noch den restlichen Weg bis wir Uluru etwa 2/3 zu Fuß (und 1/3 mit dem Auto, also einmal komplett) umrundet hatten. Wir kamen dort an, wo früher (bis 2019) der Uluru bestiegen werden konnte. Dies ist nun aus Sicherheitsgründen, Umweltschutz und Respekt gegenüber der einheimischen Kultur verboten. Auf dem Weg sahen wir verschiedene Vögel 🐦, wie zum Beispiel die heimischen Tauben (viel stylischer also unsere). Uluru ist ein ganz besonderer Ort. Der Fels strahlt eine gewisse Energie aus. Unser Guide ist jedoch überzeugt, dass diese lediglich von Frauen gefühlt werden kann, da es sich bei Uluru um eine heilige Frauenstätte handelt, während Kata Tjuta (dazu später mehr) den Männern gewidmet ist. Ein Teil seiner Magie ist wahrscheinlich, dass Uluru ein einziger ununterbrochener Fels ist. Die Abrundungen und Linien sowie die rote Farbe machen ihn umso besonderer. Außerdem ist es sehr still um den großen, roten Fels.\nNach unserer Wanderung sind wir zum Sonnenuntergangsspot gefahren, so wie alle anderen Tourgruppen auch, sodass wir alle in einer langen Reihe unsere Tische, Snacks und Getränke aufstellten und uns den roten Fels nochmal von etwas weiter anschauen konnten. Es wurde mit Champagner 🥂 angestoßen und viele Fotos gemacht. Der Sonnenuntergang war dann auch sehr magisch. Wir starrten alle andächtig auf den Uluru, wie er seine Farbe wechselte und aufglühte. Also es schon dunkel war, ging es dann zum Campingplatz, wo wir Burritos 🌯 machten, unsere Swags aufbauten und duschen gingen. Der Campingplatz war sehr praktisch eingerichtet. Er hatte einen großen Platz mit einer Feuerstelle in der Mitte, um die wir saßen, aßen und dann schliefen, und einen Schuppen, in dem unsere Küche war und wir alles einschließen konnten. Das Duschen- und Toilettenhaus war sehr sauber, groß und sehr nah an unserem Schlafplatz. Es gab also nichts zu meckern, nur vielleicht dass der Vollmond 🌕 so hell war, dass man keine Sterne sehen konnte. 😁\nTodmüde kuschelten wir uns alle in unsere Swags. Laura hatte den Fehler gemacht, dass sie sich kein Kissen mitgenommen hatte und wachte in der Nacht ein paar Mal auf, weil ihr Nacken komisch schmerzte. Sonst war es sehr gemütlich.\nTag 2 - Donnerstag - 2023-08-31 Um 4:50 weckte uns dann Harry Potter Musik. Ja, es war noch pechschwarz. Aber wir alle sollten unser Camp aufräumen, uns fertig machen, etwas frühstücken und dann noch rechtzeitig los, damit wir eine halbe Stunde vorm Sonnenaufgang unseren Sonnenaufgangsspot erreichen konnten. Das Timing klappte super und der Ort war einzigartig. Das frühe Aufstehen lohnte sich also sehr. Erst sah man noch den Mond 🌕 über der savannenartigen Landschaft untergehen und dann konnte man sowohl Uluru in der Ferne und Kata Tjuta vor sich sehen. Der Ausblick mit dem bereits rot leuchtenden Himmel und den einzigartigen Felsformationen war wunderschön. Überall blühten außerdem die Wildblumen 💮, was alle Wanderungen auf der Reise noch schöner machte. Eine von diesen Blumen enthält sogar süßen Nektar, den man also Mensch naschen kann und laut Erik einen Honig-artigen Geschmack besitzt. Im Sand um die Aussichtsplattform konnte man viele Tierspuren sehen (die dem Infoschilde nach hauptsächlich von Echsen 🦎 stammen), aber leider sahen wir keine Tiere. Nachdem wir den Sonnenaufgang bewundert hatten, fuhren wir weiter auf Kata Tjuta zu, wo wir dann eine tolle 2,5h (7km) Wanderung machten. In Kata Tjuta soll man aus Respekt vor den heiligen Orten der Aborigines keine Fotos mehr machen und daran hielten wir uns auch. Es machte die Wanderung aber vielleicht sogar noch ein bisschen schöner, weil man nie auf sein Handy schaute. Die Felslandschaft hier ist ganz anders also der Uluru, weil sie aus vielen Bouldern (großen Felsen) besteht. Unser Weg führte uns auch durch einige Schluchten hindurch und hinauf zu einem unbeschreiblichen Aussichtspunkt. Die roten Felswände (auf deren halber Höhe man in etwa stand) liefen rechts und links an einem vorbei hinab in ein Tal und schienen einen quasi zu umarmen. Währenddessen unten in der Ferne eine urzeitähnlich wirkende Landschaft aus Busch, Gras und Bäumen den Platz zwischen den Felswänden und das dahinter liegende Tal ausfüllte. Ein wenig weiter in der Ferne türmten sich dann wieder Boulder auf. Unsere Tourguide Lauren beschrieb es wie eine Szene aus Jurassic Park. (Wer einen besseren Einblick in die Wanderung haben will, kann sich den Blog hier ansehen.) Der Weg lief nun ins Tal hinab und ein Stück weiter hindurch, bis wir einen Bogen zurück zum Parkplatz machten. Anschließend ging es zurück zum Campingplatz, wo wir Burger 🍔 machten, aßen, alles aufräumten und dann losfuhren. Die Fahrt war die bisher längste (4h) und brachte uns zu unserem nächsten Campingplatz in der Nähe des King\u0026rsquo;s Canyon. Wenn man aus dem Fenster schaute, sah man außer der ewigen Savannenlandschaft noch viele pinke Blumenfelder und einige andere Felsenformationen und ein Kamel 🐫!\nDreißig Minuten vor der Ankunft am Campingplatz stoppten wir einmal, um Bäume aus dem Boden zu rupfen und wie bei Asterix und Obelix Baumstumpf-Weitwurf zu spielen. Nein wirklich. Denn diese Bäume würden später im Camp für das Kochen des Abendessens benötigt. Kein Holz, kein Essen. Entsprechend war die stets hungrige Crew übermotiviert und holte mitunter riesige Bäume aus der Erde, die wir dann allerdings nicht bis zum Anhänger tragen konnten. Fail. Selbstverständlich beschränkten wir uns auf bereits abgestorbene Bäume, was hinsichtlich des absolute lebensfeindlichen Klimas keine besonders schwerwiegende Einschränkung darstellte. Apropos lebensfeindlich: Die Fliegen 🪰 hier sind zwar nicht buchstäblich gefährlich, können einen aber fraglos in den Wahnsinn treiben. Diese Fliege 🐝 fliegt so zielgerichtet auf Eriks Ohr zu wie Luke Skywalker auf den Schacht des Todessterns:\nEine unserer Mitreisenden hat außerdem ein eindrucksvolles Video zusammengestellt:\nDein Browser kann dieses Video nicht abspielen. Hier ist ein Link zum Video.\nNächster Stopp war dann unser nächstes Camp. Im Camp ging es direkt unter die dringend notwendige Dusche. Trotzdem blieb noch genügend Zeit, um es zum Sonnenuntergang auf den Aussichtspunkt zu schaffen. Erik baute zwar sein Stativ auf, aber leider waren die Lichtverhältnisse eine zu große Herausforderung für seine nunmehr 10 Jahre alte Kamera. Innerhalb kürzester Zeit vielen die Temperaturen, sodass wir zurück zum Camp sprinteten. Dort gab es dann auch schon fast Abendessen, und zwar Salat 🥗, gegrilltes Gemüse, selbstgebackenes Brot und Känguru-Steaks 🦘 für Erik und vegane Würstchen 🌭 für Laura. Die Känguru-Steaks waren deutlich besser als das, was Erik normalerweise zu Hause veranstaltet. Grund dafür war die Erkenntnis, dass man Kängurufleisch ähnlich wie Rindfleisch nicht durchbrät, sondern Medium essen sollte. Man lernt nie aus. Merke: Alle roten Fleischsorten nicht bis well-done braten (außer man kaut gerne auf Ledersohlen herum). Nach dem Abendessen versuchte Erik auch noch ganz kurz an Bildern von der Milchstraße, aber bedauerlicherweise waren alle so erschöpft, dass direkt geschlafen wurde, sodass Erik nach 3 Bildern Feierabend machte und sich beeilte seinen Swag aufzubauen. Laura lachte erst noch, weil er der Einzige war, der seinen Schlafsack mit der Taschenlampe auf Achtbeiner untersuchte, aber eine glücklicherweise nur Daumennagel-große Spinne 🕷️ in seinem Swag rechtfertigte die Maßnahme. Nach der Spinnen-Zwangsumsiedlung ging es dann auch direkt in die Heia, welche von heulenden Dingos untermalt wurde.\nTag 3 - Freitag - 2023-08-31 Richtig Ausschlafen stand an Tag 3 an. Ganze 10min länger, bis um 5:00 Uhr durften wir im Swag bleiben. Bei Erik waren es sogar noch ein paar Minuten mehr, weil er die Aufweck-Musik schlichtweg in seinen Traum einbaute. Die folgende Stunde teilten Laura und Erik unterschiedlich ein. Während Erik sich für Packen - Frühstück - Bad entschied, wählte Laura eine Bad - Packen - Frühstück Kombination. Letzteres stellt sich also schwerwiegende Fehlkalkulation heraus, weil für Laura nur noch trockene Haferflocken übrig waren… Um sechs begann dann die Busfahrt in den King\u0026rsquo;s Canyon. Dort angekommen wurden als erstes die Heartbreak Stairs bestiegen. Die Gruppe zog sich dabei deutlich auseinander, sodass Erik einige Zeit hatte, selbst Bilder zu machen, bevor der Rest der Truppe eintraf und ihn also Photograph einstellte. Nach dem initial steilen Anstieg blieb der Wanderweg zumeist flach und weniger herausfordernd (für europäische Verhältnisse). Dabei durchwanderten wir viele unterschiedliche und sehr beeindruckende Landschaften, die von dem roten Felsgestein und der blühenden Vegetation geprägt waren und trotzdem nach einigen Kurven immer wieder neue Eindrücke aufboten. Beim ersten Stop lernten wir über die vielen verschiedenen Arten von Buschtomaten 🍅. Leider sind 49 von den hiesigen Sorten giftig. Auch Aborigines wussten nicht immer, ob die vorliegende Pflanze giftig oder nicht ist. Entsprechend wurde also Erstes ein Geruchstest gemacht und danach die Reaktion bei Hautkontakt untersucht. Wenn beide Tests ohne Komplikationen verliefen, musste das jüngste weibliche Mitglied also Vorkosterin herhalten. Leben im Outback klingt wirklich nicht allzu angenehm… Nächster längerer Stop war der Garten Eden, an dessen Eingang man ein paar versteinerte Quallen sehen konnte. Unten wartete ein Wasserloch auf uns, was mitten in der Wüste ein Segen für Flora wie Fauna ist. Wir konnten dort einen neugierigen Vogel 🐦 beobachten.\nNach der Oase liefen wir hauptsächlich oben auf dem Canyon entlang. Leider sahen wir keine Felskängurus, wie Erik es 2017 bei seiner letzten Tour erleben durfte. Dafür gab es versteinerte Muscheln zu sehen und die jüngste, 100 Jahre Abbruchstelle. Letztere ist interessant, weil man die eigentliche Farbe der Felsen, einen Weißton, sehen kann. Das typische Rot der Felsen lässt sich darauf zurückführen, dass die Erde hier sehr eisenreich ist und daher bei Kontakt mit der Luft korrodiert. Dieser Process ist jedoch sehr langsam, sodass die Bruchstelle noch nicht ihren finalen Rotton erreicht hat.\nNach dem Ende der Wanderung ging es für ein Reste-Mittagessen zurück ins Camp. Und außerdem gab es die Möglichkeit sich noch einmal zu duschen, denn in unserem letzten Camp mussten Laura und Erik komplett ohne Luxus und vor allem fließend Wasser auskommen. Nach 2 knappen Kisten in den letzten Tage hat Erik es endlich vollbracht. Er hat sein Handtuch im Rucksack vergessen und unter der Dusche gab es keinen Empfang. Also musste er sein Oberteil zweckentfremden und wie der letzte Vollidiot begossene Pudel oberkörperfrei zurück in den Schuppen watscheln. Laura hatte derweil Kaffee ☕ organisiert, den Erik vielleicht besser vor dem Duschen hätte trinken sollen, um den Kopf aufzuwecken… Nach dem Mittagessen, Wraps 🌯 mit allerlei, ging es wieder auf die Straße. Als Erstes gaben wir die 3-Tage Menschen an eine andere Fahrerin ab, die diese zurück nach Alice Springs fuhr. Wir fuhren stattdessen 3h Richtung Uluru, um ca. in einer Stunde Entfernung zum roten Felsen, der laut aktuellen Wissensstand ca. 2-6 km unter die Erde ragt, unser Buschcamp aufzubauen.\nZwischendurch mussten wir jedoch nochmal Lagerfeuerholz im Busch einsammeln, weil wir unser Abendessen auf dem Feuer zubereiten wollten und wir die Wärme des Feuers für die Nacht brauchten (5°C). Bis auf das Sichten einer sehr großen gelben Spinne 🕷️ und der Attacke tausender Fliegen 🪰 lief alles reibungslos. Bevor wir zu unserem Camp aufbrachen, machten wir wegen der Fliegen dann auch noch eine 1,5h Pause an einer Ranch, die Kamele 🐫, einen Shop und einen schönen, schattigen und Fliegen-armen Sitzbereich aufwies. Wir gingen alle nochmal auf Klo, tranken kalte Getränke und spielten Uno. Dann ging es die \u0026ldquo;Dirtroad\u0026rdquo; hinab in eine sehr schöne abgelegene Landschaft, geprägt von rotem Sand, Busch und Blumen. Die Campsite bestand aus einem kleinen zweckentfremdeten Schiffscontainer für unser Gepäck und unsere Swags, sowie einem Feuerplatz, Barbecue, Buschtennis (eine aufgespannte Schnur) und einem \u0026ldquo;Loo with a view\u0026rdquo; (Klo mit Aussicht). Das Toilettenhäuschen war ein kleines Wellblechhaus (etwa 1,5m breit und 2m hoch) ohne Tür, also freiem Blick in die Wildnis, und einem Loch im Boden, aber Toilettenschüssel und Sitzbank! Wir richteten unser Camp ein, jeder übernahm eine Aufgabe, wie Feuer anzünden oder Kochen und die Zeit verging im Flug. Während Laura kochte, lief ein \u0026ldquo;Sand Goanna\u0026rdquo; 🦎 (eine Art Varan) an ihr vorbei unter den Schuppen. Bald ging es schon auf eine kleine Sanddüne direkt neben dem Camp, um den Sonnenuntergang zu sehen und dann kam bald ein wunderschöner Sternenhimmel zum Vorschein. Darauf hatte Laura schon lange gewartet, da der Mond 🌕 die letzten Nächte alle Sterne überschattet/blendet hatte. Nach dem leckerem Abendessen, Pasta mit Bolognese 🍝 und Knoblauchbrot 🥖, machte Erik sich sehr bald an das Fotografieren der Milchstraße und dann des goldenen riesigen aufgehenden Mondes. Nach der Fotosession gingen wir zurück zu den anderen ins Camp, tanzten, grillten Marshmallows über dem Feuer und wurden müde. Während wir noch am Feuer standen, konnten wir kleine Fledermäuse 🦇 beobachten, wie sie über den Zelt- und Feuerplatz geschossen kamen und wahrscheinlich Insekten jagten. Wir freuten uns dann doch sehr darüber, uns wieder in unsere Swags zu kuscheln, auch wenn der Campingplatz und Abend so schön war und niemand wollte, dass es endet. Als wir uns hingelegt hatten, flogen die Fledermäuse weiter knapp über unsere Köpfe hinweg. Die letzte Nacht sollte die kälteste werden.\nTag 4 - Samstag - 2023-09-01 Obwohl wir dieses Mal bis um 6 Uhr, und damit eine Stunde länger also zuvor, schlafen durften, wachten wir komplett gerädert auf. Innerhalb von 25min packten wir alles in den Bus 🚌 und führen los Richtung Yulara. Während des Packens musste Erik noch kurz das Wellblech-Toilettenhäuschen 🚽anheben, damit glühende Asche in das Loch geschüttet werden konnte. Wir wissen nicht genau, was die Aufgabe der Asche ist, aber es scheint zu funktionieren, da das Loo wirklich deutlich weniger stank, also man erwarten würde. Und das ganz ohne chemische Reiniger. Yulara ist übrigens der Name des Hotel-Camping-Komplexes in der Nähe des Ulurus. Die Fahrt dorthin führte am Mount Connor vorbei, welcher auch \u0026lsquo;Fuluru\u0026rsquo; genannt wird. Tatsächlich hielten einige bei uns der Gruppe den Berg für Uluru. Und waren sogar so überzeugt, dass sie Laura nicht glaubten und Lauren (unsere Guide) um Bestätigung baten. Ansonsten ist die Fahrt nur noch ein großes Rauschen in Eriks Kopf, weil er immer wieder einnickte. Angekommen in unserem Camp der ersten Nacht, direkt neben dem Luxusresort Yularas, machte sich Lauren (und später Laura) daran, Pancakes 🥞 zu machen, während alle anderen in die Duschen stürmten. Eine Nacht ohne Wasser ist dann doch nicht die Traumvorstellung der meisten Reisenden. Die Dusche 🛀 tat extrem gut. General waren die Bäder auf allen Campgrounds mit Santitätseinrichtungen sehr sauber und gut ausgestattet. Nach dem Duschen gab es ein großes Pancake 🥞 Frühstück, bevor wir den Trailer neu packten und Lauren eine kurze Abschiedsrede hielt und kleine Geschenke und Shirts verteilte. Im Anschluss wurden wir im Resort abgeladen, von wo aus es einen Shuttle zum Flughafen gab, während Lauren und 3 andere zusammen zurück nach Alice Springs fuhren. Bei der Verabschiedung stellte sich noch heraus, dass Lauren auch die Guide für unsere Freunde Lily \u0026amp; Sophie aus Sydney waren, die uns einen Gutschein für die Buchung nach ihrer Tour gegeben hatten. Die Welt ist ein Dorf. Außerdem luden wir ein paar andere aus der Gruppe ein, uns in Sydney besuchen zu kommen, wenn sie auf ihren Reisen sowieso dort vorbeikommen. Da wir noch 2 Stunden Zeit hatten, gingen wir noch ins \u0026ldquo;Dorf\u0026rdquo;, oder eher das Zentrum des Resorts, dass ein bisschen an türkische All-inclusive-Hotels erinnert. Theoretisch hätte es dort auch coole Workshops wie einen Tupf-Mal-Kurs 👩‍🎨 gegeben, aber leider reichte dafür dann doch die Zeit nicht. Stattdessen gingen wir auf einen Lookout für einen letzten Blick auf Uluru, tranken einen echten Barista-Kaffee ☕ und shoppten Postkarten 📮 (Erik \u0026amp; Laura) und ein Hemd 👔 (Laura). Bevor wir in den Flughafen Shuttle stiegen, gab es noch ein letztes Highlight. Eine der drei Spanierinnen unserer Gruppe holte ihren Apfel aus dem Rucksack, wollte herein beißen und sah in letzter Sekunde, dass schon jemand vor ihr in den Apfel gebissen hatte. Nicht nur das, der Täter hatte auch ein Loch in die 500g Tüte Studentenfutter gefressen und sich an den Nüssen verausgabt. Nach einer initialen Schreiattacke wurde also der gesamte Rucksack im wahrsten Sinne auf den Kopf gestellt. Es ließ sich aber nichts Lebendes finden. Ohne es jemals herausfinden zu können, vermuten wir aufgrund des Bissgröße, dass es sich um eine Maus 🐁 oder Ähnliches gehandelt haben muss. Wie diese es jedoch in den Rucksack geschafft hat, bleibt ein Rätsel. Wir hoffen jedenfalls, dass Laura und ich nicht einer Maus eine kostenlose Reise nach Sydney in unseren Rucksäcken organisieren und falls doch, dass die Flughafenkontrolle die Maus zumindest entdeckt. Nachdem ich allerdings nach der Kontrolle gemerkt hatte, dass ich aus Versehen meine gefüllte 1,5l Flasche Wasser durch die Security geschmuggelt hatte, bezweifelte ich, dass eine Maus aufgefallen wäre. Nun sitzen wir also am Flughafen und warten auf unseren, momentan 45min verspäteten Flug ✈️. Ein sehr schöner Kurzurlaub (mit Mulgas Adventures) neigt sich seinem Ende entgegen. Laura kann mit Bestimmtheit sagen, dass dies eine der besondersten Reisen war, die sie je gemacht hat!\nAnhang Und hier für alle Blumenliebhaber noch eine Wildblumensammlung:\n","date":"2023-09-03T00:00:00Z","image":"/2023/09/03/die-rote-wuste-oder-auch-mitten-in-australien/images/20230830_134407_Hinflug_20.jpg","permalink":"/2023/09/03/die-rote-wuste-oder-auch-mitten-in-australien/","title":"Die Rote Wüste - Oder Auch Mitten In Australien"},{"content":"Nachdem wir die Jahreswende am Opernhaus erlebt hatten und mit dem Festival \u0026ldquo;Field Day\u0026rdquo; ins Jahr getanzt sind, sind wir, wie ihr schon wisst, Anfang Januar die Aussie Ark besuchen gefahren. Danach ist es auf diesem Blog ein wenig still geworden. Das liegt an Folgendem:\nVom 14.01. bis 29.01. sind wir nach Tasmanien geflogen, wovon wir bald endlich berichten wollen. Es war eine unfassbar schöne Reise mit vielen tierischen Highlights. Anschließend hatten wir ein paar Tage zu akklimatisieren und dann kam schon meine beste Freundin Lisa aus Deutschland zu Besuch. Sie sollte für 2 Monate bleiben und mich unter anderem nach Westaustralien lotsen (während Erik in Neuseeland war). Zwischendrin haben wir einen \u0026ldquo;Foam Run\u0026rdquo; (Schaum-Lauf) gemacht, Eriks Geburtstag gefeiert, die Uni hat wieder angefangen, wir waren auf einem wunderbaren Konzert von Xavier Rudd, wir waren in der Oper, wir haben einen Surfkurs und dann ein ganzes Surfcamp gemacht, ich musste schweren Herzens Abschied von Lisa nehmen. Anschließend ging es in der Uni richtig rund, ich hatte viele Abgaben und Erik hat sich auf sein 2. Review (eine Prüfung seiner Arbeit) vorbereitet. Ein paar Highlights aus der Zeit darf man aber nicht verschweigen, z.B. Erik im Eisbad. Und mit dem Mai kam dann das ersehnte Durchatmen - ich hatte alle Prüfungen erfolgreich bestanden und Erik sein Review! Die letzten 4 Wochen habe ich dann damit verbracht erstmal meine Todo-Liste abzuarbeiten, mich zu sortieren, Struktur in mein Leben zu bringen, im Café zu arbeiten, einen Ausritt zu machen und schlussendlich auch endlich nochmal richtig zu entspannen. Denn: nächste Woche fängt die Uni wieder an und mit ihr meine Masterarbeit. Außerdem habe ich einen Job als Tutorin für das Fach \u0026ldquo;Sustainability and Environment\u0026rdquo; (Nachhaltigkeit und Umwelt) für die Stadtplanungs-Bachelor-Studenten bekommen. Aber bevor wir hier weiterhin still und verschwiegen bleiben, muss dieser Blog reaktiviert werden.\nHier sind meine Highlights des bisherigen 2023 in Bildern:\nIch hoffe es hat euch gefallen und wir hören uns ganz bald wieder!\nEure Laura\n","date":"2023-05-25T00:00:00Z","image":"/2023/05/25/ruckblick-auf-ein-halbes-jahr-2023/images/IMG-20230410-WA0020-2.jpg","permalink":"/2023/05/25/ruckblick-auf-ein-halbes-jahr-2023/","title":"Rückblick auf ein halbes Jahr 2023"},{"content":"Autor Erik, Anmerkungen Laura\nAustralien baut ein großes Boot, um den Klimawandel zu überstehen - oder so ähnlich. Freitagmittag ging es für Laura und mich auf die Straße, um zu sehen, was es mit der Arche wirklich auf sich hat.\nDoch von vorne: Alles fing damit an, dass Laura eine Netflix Serie mit dem bekannten High School Musical Star Zac Efron schauen wollte: Down To Earth with Zac Efron (nach Antonias Empfehlung!). Auch wenn ich erst sehr skeptisch war - die zweite Staffel über Australien ist in der Tat nicht schlecht. (Im australischen Englisch bedeutet nicht schlecht/not too bad soviel wie gut, während fantastisch als in Ordnung/alright formuliert wird. Dadurch fällt Laura mit ihrem enthusiastischen \u0026ldquo;I feel fantastatic\u0026rdquo; als Antwort auf \u0026ldquo;How are you?\u0026rdquo; sehr als Deutsche auf, die richtige Antwort an einem wunderschönen Tag wäre ein schlichtes \u0026ldquo;I\u0026rsquo;m alright\u0026rdquo;. In Australien gibt man sich stets bescheiden.)\nZurück zum Thema. In der Serie wurde die Arche erwähnt, Laura war direkt begeistert und hat noch am selben Tag die Tickets gebucht. Bei der australischen Arche (Aussie Ark) handelt es sich nicht etwa um ein Schiff, auch wenn ein solches bei den vielen Fluten in Sydney auch sinnvoll wäre. Stattdessen werden hier die vom Aussterben bedrohten tasmanischen Teufel aufgezogen und gezüchtet. Das Problem mit den Teufelchen ist das Folgende:\nEinst gab es in ganz Australien tasmanische Teufel. Vor vermutlich rund 4000 Jahren brachten die Aborigines den Dingo, der also kein einheimisches australisches Tier ist (!), aus Asien nach Australien. Dieser war der effizientere Räuber und rottete den tasmanischen Teufel auf der australischen Hauptinsel bereits lange bevor die Engländer nach Australien kamen aus. Glücklicherweise gibt es auf Tasmanien keine Dingos, sodass sich die Population dort halten konnte. In den späten 90ern breitete sich dann jedoch das Devil Face Tumor Disease (DFTD) aus, welches zu Tumoren in den Gesichtern der Teufel führt. Diese Tumore wuchern so schnell, dass die betroffenen Tiere innerhalb von 6 Monaten verhungern oder verdursten, da sie keine Nahrung mehr zu sich nehmen können. Über 60 Millionen Dollar wurden bereits in die Bekämpfung der Krankheit gesteckt - ohne Erfolg. Im Durchschnitt verenden 30 Tiere pro Tag an den Tumoren. Wenn sich die Krankheit weiter so ausbreitet, werden die tasmanischen Teufel in 20 - 30 Jahren ausgestorben sein. Aus diesem Grund hat die Arche einen Plan B: Sie züchten eine komplett unabhängige Population an Teufeln heran, die nicht von der Krankheit betroffen sind. Bis die Teufel auf Tasmanien ausgestorben sind, gibt es hoffentlich in der Arche genug Tiere, um die Population nach Tasmanien zu übertragen und so mit einer \u0026ldquo;frischen\u0026rdquo; und gesunden Population von vorne zu beginnen. Im Gegensatz zu den sonst viel zu häufigen Kurzzeitlösungen handelt es sich bei dem Projekt also um ein riesiges Langzeitprojekt, dessen Erfolg man frühestens in 50 Jahren bemessen werden kann.\nDarüber hinaus züchtet die Arche auch sechs andere, gefährdete Arten, insbesondere Raubbeutler wie den Tüpfelbeutelmarder und den Fleckschwanzbeutelmarder, sowie das Bürstenschwanz-Felskänguru. Normalerweise kann man die Arche, im Gegensatz zu Zoos oder Tierparks, nicht uneingeschränkt besuchen. Es werden nur Führungen zum tasmanischen Teufel angeboten. Da es sich jedoch um eine Nicht-Regierungsorganisation handelt, lebt sie von Spenden und öffnet jedes Jahr in den australischen Sommerferien für einen Monat die Tore, um Geld zu verdienen. Laura und ich hatten also großes Glück, dass sie Zac Efron zur richtigen Zeit entdeckt hat. (Ich habe nicht Zac Efron für mich entdeckt, sondern das Projekt\u0026hellip;)\nDonnerstag wurde es in Sydney auch schon wirklich ungemütlich durch riesige Wassermassen, welche sich aus dem Himmel auf uns ergossen. Freitagmorgen schleppten wir uns noch zum CrossFit, bevor Laura unser GoGet (Carsharing) Auto abholte, welches keine 5 Minuten von unserem Haus entfernt stets auf uns wartet. Mein eigener Wagen stand in Aachen, deutlich weiter von meiner Wohnung entfernt. Die Arche ist im australischen Outback, 5 Stunden nördlich von Sydney gelegen. Man könnte also auch sagen: \u0026ldquo;Mitten im Nichts\u0026rdquo;. Auf dem Hinweg machten wir nur einen kleinen Stopp an einer Tankstelle und einem Supermarkt für Snacks. Leider tankten wir nicht, was wir noch arg bereuen würden. Gegen 17 Uhr erreichten wir den Moonan Flat Pub, in dem wir uns eingemietet hatten. Obwohl es sich um den nächsten Pub vor der Arche handelt, ist er immer noch eine Stunde Schotterstraße entfernt. Der Pub war großartig - genauso wie ich das australische Outback in Erinnerung hatte: Die Menschen sehen aus wie richtige Bauern, jeder trinkt Bier, ein Dorf besteht aus maximal 6 Häusern, zu essen gibt es Burger, Schnitzel und Steak und es gibt noch mehr Bier. Als wir um fünf ankamen, war die Bar voll. Und als wir um 10 schlafen gingen, waren immer noch dieselben Menschen dort. Außerdem sind die alteingesessenen Australier sehr aufgeschlossen. Als Neuling wird man ständig angesprochen und darf sich anhören, wie sehr die Landbevölkerung die Großstadt verabscheut und wie viel schöner es doch mitten im Nichts sei. Es fühlt sich an, als sei hier die Zeit angehalten. So ungefähr stelle ich mir deutsche Dörfer vor 100 Jahren vor, nur halt mit schlechterem Wetter. Denn während Sydney mal wieder in Wassermassen versank, die den Bau einer echten Arche gerechtfertigt hätten, hatten wir grandioses Wetter. Außerdem hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass die Landschaften, die wir auf unserer Fahrt durchquerten, Laura wirklich gefielen und sie ein bisschen mehr nachvollziehen konnte, wieso ich mich so sehr in die australische Natur verliebt habe. Die Landschaft änderte sich von den immergrünen Eukalyptuswäldern im Laufe der Fahrt zu einer großen flachen Ebene mit viel Landwirtschaftsfläche und auch einer großen Kohlegrube mit Werk und Infrastruktur hin zu einem hügeligen Land, in dem auch unser Pub lag und später die Arche. Die Hügel waren relativ steil, von kleinen Bächen durchtrennt und mit wogendem goldenem Gras und Ansammlungen von Bäumen überzogen. Wie das Vorhandensein des Grases schon darauf hindeutet, überall ist Vieh (Kühe, Schafe, Pferde), das sich ziemlich frei bewegen kann und eine Menge Kängurus. Leider haben wir es nicht geschafft die Landschaft genauso einzufangen, wie man sie vor Ort wahrgenommen hat. Und eins noch: natürlich finde ich die australischen Eukalyptuswälder und Strände etc. auch wunderschön!\nZu Abendessen gab es - Trommelwirbel - Burger mit Pommes und für Laura leider nur Kartoffelsalat mit Pommes. Veganer kennt man in Outback nur aus dem Fernsehen oder der Zeitung. Zudem mussten wir nochmal zur nächsten Tankstelle, da Laura feststellte, dass unser Tank nicht mehr bis zur Arche und zurück reichen würden. Das Doofe am Outback: Mal eben zur nächsten Tankstelle bedeutet bedauerlicherweise weitere zwei Stunden im Auto\u0026hellip; (Die in den Sonnenuntergangsstunden aber auch wunderschön und tierreich war!) Daher schafften wir sonst nur einen ganz kurzen Spaziergang durchs Dorf, wo wir unter anderem diese coole Brücke fanden:\nAm nächsten Morgen konnten wir ausschlafen, denn es regnete und außer Spazieren kann man dort nicht viel unternehmen. Wir frühstückten in einem süßen Café direkt neben dem Pub (das zweite der fünf Gebäude) ganz traditionell Bacon und Ei Brötchen (für mich) und Bananenbrot und Salatsandwich (für Laura). Danach ging es auf zur Arche. Trotz eines kurzen Schocks als mehrere Schilder forderten \u0026ldquo;Nur Allrad-Fahrzeuge erlaubt\u0026rdquo;, erreichten wir unser Ziel unbeschadet. Insbesondere blieb das Auto ein Stück, wenn es auch die rötliche Färbung der australischen Erde annahm. Auch wenn die Schotterstraße anstrengend zu befahren ist, so ist man doch so nah an der Natur, wie es geht und ich habe es sehr genossen durch die Hügelwelt in die Wolken hinaufzufahren. Mein absolutes Highlight waren die Grasbäume, die wie Urzeitwesen scheinbar allem zu trotzen schienen.\nDie Tour begann mit ein paar einführenden Worten, bevor uns die Gehege der Felskängurus gezeigt wurden. Diese waren jedoch all gut versteckt am Schlafen, sodass man nicht viel sehen konnte. Spannender war dann schon die Fütterung der tasmanischen Teufel mit einem ganzen Känguruschenkel. Wir durften mit ins Gehege, denn obwohl die Teufel den stärksten Biss aller Tiere besitzen, sind sie hauptsächlich Aasfresser. Es kann vorkommen, dass Teufel alte oder kranke Tiere reißen, aber das stellt die Ausnahme dar. Lebende Menschen stehen jedoch mit Sicherheit nicht auf der Speisekarte. Streicheln sollte man jedoch auf keinen Fall!\nDein Browser kann dieses Video nicht abspielen. Hier ist ein Link zum Video.\nTeufelfütterung\nAuf den Bildern sieht man relativ viele Bisswunden auf den Rücken der Tiere. So schlimm es aussieht, diese Verletzungen sind vollkommen normal, da die Teufel in der Regel alleine leben und es deshalb öfter zu Rangeleien kommt, wenn Tiere sich an einer Futterstelle treffen. Die Teufel haben jedoch unglaubliche Immunsysteme, sodass sich die gefährlich aussehenden Wunden meist innerhalb weniger Tage wieder vollständig schließen.\nNach dem Teufelsgehege ging es zu den Beuteltüpfelmardern, von denen die meisten schliefen, da die Tiere nachtaktiv sind. Ein kleiner gepunkteter Marder musste aufstehen, damit wir ihn kurz anschauen und streicheln konnten. Viel Lust hatte er nicht, aber er arbeitet ja sozusagen für sein eigenes Futtern und das Überleben seiner Spezies. Außerdem durfte seine Freundin weiterpennen, auch wenn er sie, als er zurück im Gehege war, direkt erstmal aufweckte, um alles zu erzählen.\nZum Abschluss das Highlight der Tour: Wir durften tasmanische Teufelskinder auf den Arm nehmen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so nah an einen Teufel herankomme, insbesondere da es nur noch so wenige von ihnen gibt. Bei dem kleinen Weibchen auf den Bildern handelt es sich um ein Jungtier, welches noch deutlich kleiner als ihr großer Bruder ist, da sie zu Beginn ihres Lebens mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Jetzt geht es ihr jedoch gut und im Gegensatz zu den Mardern schien die Teufelsdame auch kein Problem damit zu haben, von Menschen gehalten zu werden. Alleine für dieses Erlebnis hat sich der Ausflug schon gelohnt.\nNun befinden wir uns leider schon wieder auf der fünfstündigen Fahrt nach Hause. Es war ein toller Wochenendausflug und ich würde die australische Arche jedem Sydneysider ans Herz legen. Ein tolles Projekt, das hoffentlich das Aussterben dieser beeindruckenden Tiere (und der anderen dort lebenden Arten) sichern kann.\n","date":"2023-01-08T00:00:00Z","image":"/2023/01/08/die-australische-arche/images/IMG-20230107-WA0024.jpg","permalink":"/2023/01/08/die-australische-arche/","title":"Die australische Arche"},{"content":"Dieses Jahr hatte ich den ersten Geburtstag meines Lebens mit Bikiniwetter - das durfte nicht ungenutzt bleiben.\nIm Vorfeld hatte ich mir vorgenommen, etwas in der Natur zu machen, was außerdem noch Mut verlangt. Oder wenigstens eine Aktivität außerhalb der Komfortzone. Schnorcheln war da nicht unbedingt das Erste woran ich dachte, aber am Ende lief es darauf hinaus. Warum man dafür Mut braucht? Naja, eigentlich ist es doch recht harmlos, wenn man von den Haien und dem ein oder anderen giftigen Tier absieht, aber ich habe nunmal gehörigen Respekt vor dem Ozean und auch vor dem, was darin so wächst und schwimmt. Was aber nicht bedeutet, dass ich mich nicht für die Unterwasserwelt interessieren würde. Und deshalb wollte ich gern einen Schritt Richtung angehende Meeresfrau machen.\nDer 15.12. war 2022 ein Donnerstag, an dem wir also früh aufstanden, den Bus zum Hafen nahmen, noch einen Kaffee organisierten und dann die Fähre nach Manly bestiegen. Die Fähre verbindet das nördliche Hafengebiet Sydneys mit dem südlichen und ist dabei das schnellste Transportmittel zwischen Sydney Zentrum und Manly (siehe Bild). Auf der Fahrt hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt und das natürliche Hafengebiet und je nach Wetter auf viele andere Boote.\nIn Manly angekommen hatten wir noch ein wenig Zeit in Ruhe den Treffpunkt unserer Führung zu finden, der in der Nähe vom Shelly Beach lag und den Ausblick auf die Küste zu genießen. Dabei konnte man auch immer wieder Eidechsen beobachten und über einem kleinen Bach flogen unzählige Libellen umher. Außerdem sahen wir ein Truthahnnest, dass die hier wilden Truthähne aus Laub aufgetürmt hatten. Sie lassen ihre Eier dort im Innern durch die Wärme, die bei der Zersetzung der Blätter entsteht, ausbrüten.\nWir waren eine kleine Truppe von 8 Leuten, die sich für die Schnorcheltour angemeldet hatten und es stellte sich tatsächlich heraus, dass ein Mädchen aus Siegburg unter den Teilnehmern war.. die Welt ist klein.. Nach einer Einführung in das Gebiet und Equipment ging es dann für rund 1h ins Wasser. Shelly Beach ist wirklich wunderschön, mit klarem blauen Wasser und Natur sowie ein wenig Stadt angrenzend. Es liegt in einer sehr geschützten Bucht und weist auch aufgrund der hier ausgeschriebenen Schutzzone ziemlich viele und besondere Meeresbewohner auf. Leider hatten wir kein Glück mit den außergewöhnlichsten Tieren, wie Schildkröten, Oktopussen (bis auf den kleinen Spinkser), Rochen oder (freundlichen) Haien. Aber immerhin haben wir einige Fische gesehen, von ganz verschiedener Größe und Farbe. Mein absoluter Liebling ist eine Art Kugelfisch (ganz harmlos), er ist einfach niedlich!\nIch würde sagen, dass nach den ersten panischen 2min, das Schnorcheln auf jeden Fall ein Erfolg für mich war, mich besser im Wasser zurechtzufinden. Einen nicht ganz geringen Anteil daran hatte wahrscheinlich auch die Schwimmnudel, die einem das Umhertreiben doch sehr leicht gemacht hat :D\nAllerdings musste ich ein wenig frühzeitig aus dem Wasser, da ich der Kälte auf Dauer doch nicht ganz gewachsen war. Das war zwar etwas schade, aber notwendig.\nDein Browser kann dieses Video nicht abspielen. Hier ist ein Link zum Video.\nMein kleiner Liebling\nNach dem Wasser gings erstmal duschen (die öffentliche Infrastruktur an Stränden in Australien ist wirklich toll) und dann schnellstmöglich etwas essen. Wir landeten bei einem asiatischen Restaurant, die sehr leckere Reisbowles machen. Anschließend rafften wir uns auf und spazierten noch zu dem Wurmloch in Manly. Das ist ein Durchgang in einer Klippe, der aussieht, als wäre er von einem riesigen Wurm durch den Stein gefressen worden. Nach diesem weiteren Spaziergang waren wir ganz schön k.o. und schleppten uns zurück ins Zentrum von Manly, wo wir ein schönes Café fanden, was sogar (entgegen der Australienregel \u0026ldquo;es gibt nur bis 14 Uhr Kaffee\u0026rdquo;) noch Kaffee für uns hatte. Und so saßen wir draußen in der Sonne auf der Terrasse und wären wahrscheinlich nicht mehr aufgestanden, wenn es dort mehr Kissen gegeben hätte. Irgendwann mussten wir dann aber doch los und auf dem Weg zur Fähre erstand ich noch zwei neue Sommerkleider (die ich seit dem auch schon öfter anziehen konnte, Sommer sei Dank).\nDie Rückfahrt mit der Fähre war aufgrund eines starken Windes und Wellengangs ganz schön schaukelig und hielt einen wach. Wieder auf festem Grund erstanden wir noch am Hafen ein paar Crêpes und machten uns dann auf den Weg zum Sydney Tower, dem höchsten Gebäude in Sydney (wobei die von uns besuchte Bar natürlich nicht oben auf der Spitze bei 309m ist, sondern \u0026ldquo;nur\u0026rdquo; bei 245m). Ich dachte mir, zum Geburtstag darf man sich auch etwas Besonderes gönnen. Top vorbereitet, nahmen wir noch schnell einen Wechsel an unserem Outfit vor und stellten uns dann in die Reihe der Rezeption des Towers. Der Lift lässt zu meinen Freuden und Eriks Enttäuschung keinen Blick nach draußen zu, während man die 200+ Meter nach oben fährt. Der Tisch, den wir zugewiesen bekamen, bot auch die perfekte Aussicht und wir konnten unseren Abend sehr schön ausklingen lassen.\nAn einen Geburtstag im Sommer kann man sich wirklich gewöhnen\u0026hellip; :)\n","date":"2023-01-03T00:00:00Z","image":"/2023/01/03/mein-sommerlicher-geburtstag/images/GOPR1550_1671066738840.jpg","permalink":"/2023/01/03/mein-sommerlicher-geburtstag/","title":"Mein sommerlicher Geburtstag"},{"content":"Es ist nicht so, als sei die letzten Wochen und Monate nichts passiert, ganz im Gegenteil, aber es war doch eine Zeit geprägt von vielen Schreibtischstunden, Abgabeterminen und wenig Ressourcen. Bestimmt können wir das ein oder andere hier noch nachträglich festhalten, jetzt geht\u0026rsquo;s aber erstmal, um den wohlverdienten Urlaub im Anschluss eines meinerseits sehr erfolgreichen und lehrreichen Trimesters an der Universität.\nLetzte Woche war Erik in Austin, Texas, um an einer Konferenz teilzunehmen und seine Veröffentlichung vorzustellen und ich hatte endlich Sommerferien, aber war ganz allein Zuhause. Während es in Deutschland gerade lausekalt ist, ist es hier um die 25 Grad warm, sonnig und wirklich gar nicht besinnlich, gemütlich, weihnachtlich.. Und da hab ich mich sehr gefreut, als Claire, eine gebürtige Australierin und Freundin aus dem Gym, mich eingeladen hat, mir über ein verlängertes Wochenende ihre Heimat zu zeigen. Sie ist an mehreren Orten entlang der Küste südlich von Sydney aufgewachsen und war eine super Reiseführerin, um mir die schönsten Ecken zu zeigen. Davon gibt es allerdings so viele, dass ein Freitag-Montag nicht ausreicht, um alles zu sehen.\nWir machten uns Freitag Nachmittag auf den Weg und kamen abends bei einer Freundin von ihr in Sussex an, wo wir die Nacht verbrachten. Am anschließenden Tag machten wir eine kleine Wanderung im Gebiet von Jervis Bay, das ich ja bereits Anfang des Jahres als ersten Ausflug mit Erik angeschaut hatte. Nun fügten sich die neuen Eindrücke ins bisherige Bild der Gegend ein und ich musste feststellen, dass ich nun schon fast ein Jahr in Australien lebe. Aber trotzdem begeistert mich die Küstenlandschaft hier immer noch genauso wie zu Beginn. Bei den unglaublich weißen Stränden in Jervis Bay verstehe ich dann doch auch, warum so viele Menschen Sonnenbrillen tragen und wünschte mir, ich hätte auch eine gehabt.\nIm Laufe des Samstags machten wir noch an verschiedenen Orten an der Küste halt, um die Natur zu bestaunen, zu essen und bedeutsame Orte aus Claires Leben aufzusuchen.\nAm Abend kamen wir dann bei dem Haus ihrer Mutter an, das wunderschön an einem Fluss liegt, der nicht weit entfernt ins Meer mündet. Wir wurden sehr herzlich begrüßt und sehr einfühlsam mit veganen Leckereien überschüttet. Unter anderem hatte der Partner der Mutter einen gefüllten Kürbisbraten für uns zubereitet. Es war sehr schön den Abend gemütlich ausklingen zu lassen, mit den Hunden zu kuscheln und dann ins Bett zu fallen.\nNach einem morgendlichen Hunde-Spaziergang am Strand ging es dann auf einen Ausflug nach Narooma. Dort gibt es einen Weg auf Holzstegen (Boardwalk) durch das kristallklare Wasserschutzgebiet, einen Felsen, der einen Durchguck in der Form von Australien zu bieten hat (jedenfalls beinahe) und Robben! Die Fahrt von Batemans Bay nach Narooma führt durch eine ländliche, dünnbesiedelte und sehr grüne Gegend, die oft Feuchtgebiete, Flussdeltas und Mangroven zu bieten hat. Auf der Fahrt haben wir in einem kleinen Dorf angehalten, in dem sich einige Geschäfte im typischen Dorfcharme befanden und mich auch zum Kauf von einem Paar Ohrringen und einem Marmeladenglas anregten.\nBeim Boardwalk angekommen, wurden wir von einem besonderen Naturschauspiel überrascht. Kleiner Tipp: Man sollte immer dahin gehen, wo die Fischer ihre Reste ins Wasser schmeißen! Denn genau dort befanden sich ein riesengroßer Stachelrochen und eine kleine Robbe und versuchten jeweils als erster die Fischreste zu erhaschen. Außerdem tummelten sich mehrere Vogelarten an der Stelle und dies alles nur 1-2m vom Ufer entfernt. Nachdem der Rochen verschwunden war und die Robbe es sich für ein Schläfchen ganz gemütlich gemacht hatte, ging es für uns weiter richtige Touristenbilder von mir im Australian Rock zu machen, die sich in der Nähe sonnenden Robben zu beobachten und dann für das Mittagessen zu einem netten Café an der wunderschönen Wasserlandschaft zu fahren.\nDein Browser kann dieses Video nicht abspielen. Hier ist ein Link zum Video.\nDas Festmal\nNach der Rückfahrt, die sich in den Weiten Australiens doch immer etwas zieht, waren wir ziemlich erledigt und haben uns noch etwas in ihrer Heimat an den Strand gelegt, bevor wir uns um das Abendessen gekümmert haben.\nAm Montag ging es dann leider schon wieder zurück in die Stadt. So ein Aufenthalt in der Natur im ländlichen Raum zeigt einem dann doch auf, dass auch das grüne Sydney mit seiner tollen Küste am Ende eine Stadt ist. Die Luft dort unten im Süden war wirklich unvergleichlich angenehm und das weite Grün und Blau tat den Augen und der Seele sehr gut. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen, um noch mehr Zeit in diesem Teil des Landes zu verbringen - es lohnt sich sehr!\nDie Rückfahrt kombinierten wir dann noch mit einem Zwischenstopp in Berry, einem bekannten kleinen Dorf, das viele Geschäfte zu bieten hat, aber einen deutlich entschleunigteres Leben als Sydney zu bieten hat. Nachdem wir es uns im Café gut gehen ließen, sind wir noch für eine kleine Weihnachtsshoppingtour durch den Ort gezogen und haben auch ein paar Dinge ergattert.\nWieder Zuhause angekommen, wurde mir nochmal klar, wie viel es hier noch zu entdecken gibt und wie dankbar wir sein können, einen Teil unseres Lebens in diesem besonderen Land verbringen zu können!\n","date":"2022-12-16T00:00:00Z","image":"/2022/12/16/wir-sind-wieder-aufgetaucht/images/PXL_20221211_012617735.jpg","permalink":"/2022/12/16/wir-sind-wieder-aufgetaucht/","title":"Wir sind wieder aufgetaucht!"},{"content":"Am zweiten Augustwochenende standen nicht nur ein, sondern direkt zwei Wettkämpfe an und entsprechend fertig waren wir Sonntag Abend dann auch. Während ich am Samstag bei den RecGym Invitational angetreten bin, haben wir am Sonntag beiden den größten Spaßlauf der Welt, City2Surf, absolviert.\nEs ging früh los am Samstag, denn mein Teampartner Francis holte uns schon um 5:45Uhr von unserer Wohnung ab. Immerhin, denn ohne Auto wären wir wahrscheinlich gar nicht in den Ort mit Zungenbrechernamen, Kirrawee, gekommen. Dort befindet sich das RecGym, wo ein großer CrossFit Wettkampf stattfinden sollte. Ich kenne das Gym von einer Bekannten, Bella, welche 2017 in der Reisegruppe war, mit der ich für 10 Tage die Westküste von Perth nach Broome hinaufgefahren bin (und die mir dabei das Leben gerettet hat, als ich einen Sonnenstich erlitt). Weil das Gym extrem professionell aussieht und ich schon seit Jahren an einem \u0026ldquo;echten\u0026rdquo; CrossFit Wettkampf teilnehmen wollte, musste ich nicht lange überredet werden, um einem der 5 Teams entsandten Teams unseres Gyms beizutreten. Das Team bestand aus Sarah und Rachel, an deren Seite ich schon die In-House Competition bestritten hatte, sowie dem Iren Francis, der ungefähr zur selben Zeit wie ich mit dem CrossFit begonnen hat. Auf dem Weg zum Wettkampf gab es nur einen kurzen Kaffeestopp, sodass wir den Austragungsort pünktlich erreichten und viel Zeit hatten uns aufzuwärmen und mit der Umgebung bekannt zu machen.\nDer Wettkampf war professionell organisiert, sodass es eine Webseite mit allen Workouts inklusive Erklärungsvideos, ein Online Leaderboard (Tabelle) und sogar einen Film des ganzen Events gibt:\nWer mich sehen möchte, meint Team tritt zu folgenden Zeiten an:\nEvent 1 war draußen, daher nicht gefilmt 1:08:50: Event 2 3:03:00: Event 3 5:02:00: Event 4 (ohne meine Beteiligung 🙁) Event 1 6 Runden auf Zeit: (20 min CAP)\n35 Kurzhantel Box Step-Ups (geteilt) 24\u0026quot;/20\u0026quot; - 22.5 kg/15 kg [Mann/Frau]\n25 Synchrone, einarmige, alternierende Kurzhantel Hang Clean \u0026amp; Jerk oder Snatches\n15 einarmige Kurzhantel Thrusters (geteilt)\nWorkout 1A\nAm besten lief für uns das erste Event, welches vor der Halle in der Sonne stattfand. Das Event war in zwei Teile aufgeteilt. Während die Männer zusammen den A Teil absolvierten (synchron), kümmerten sich die Frauen um Teil B. Im Anschluss tauschten die Aufgaben der Geschlechter, bis insgesamt 6 Runden des A Teils absolviert wurden. Dann hätte man sich komplett dem Teil B für den Rest der Zeit widmen können, allerdings kam kaum ein Team so weit. Wir schafften gerade so die vierte von sechs Runden innerhalb der 20 Minuten. Wir machten zwar nur den 19/23 Platz im Teil A des Workouts, welcher aus Kurzhantel Step-Ups, Kurzhantel Snatches und Thrusters bestand, aber dafür erreichten wir 555kcal auf Rad- und Ruderergometer, was uns den 13. Platz einbrachte. Das Workout fühlte sich gut an, ich hätte sogar weniger Pausen gebraucht als meine Teammitglieder und machte daher etwas mehr als die anderen. Da meine größte Sorge bei Teamwettkämpfen ist, die anderen aufzuhalten, nahm mir dieses Event viel Druck und gab mir mehr Selbstbewusstsein für die folgenden Events.\nSo viele Kalorien wie möglich in 20min:\nEine Person Rudergerät\nEine Person Radergometer\nWorkout 1B\nEvent 2 Auf Zeit:\n15 Worm Burpees\n15 Worm Squats (Wurmkniebeuge)\n30 Toes To Rings (MF Paar 1 geteilt)\n15 Worm Burpees\n30 Toes To Rings (MF Paar 2 geteilt)\n15 Worm Squats\n15 Worm Burpees\nWorkout 2\nIm Zweiten Event sollten wir auf den gefürchteten WURM treffen. Der Wurm ist ein 165 kg schwerer, extrem langer Sandsack und wahrscheinlich das meist gefürchtete Ungeheuer dieses Wettkampfs. Da der Wurm extrem teuer ist, haben die meisten CrossFit Boxen, inklusive unserem, keinen Wurm, sodass wir niemals damit üben konnten. Entsprechend nervös waren wir und in der Tat fiel uns die Arbeit mit dem Beast nicht leicht. Mehrere Male wurden unsere Wurm-Kniebeugen nicht gezählt, weil wir nicht tief genug in die Hocke gegangen sein sollen. Irgendwann hatte ich jedoch den Dreh raus und plötzlich fiel mir die Arbeit extrem leicht, wie man an meinem Grinsen erkennen kann:\nObwohl ich die Toes to Ring fast alleine absolvierte, um den anderen etwas mehr Pause zu gönnen, konnten wir das Event nicht retten und wir machten nur den 21. Platz. Aber für ein erstes Mal mit dem Wurm bin ich trotzdem sehr zufrieden mit unserer Leistung.\nEvent 3 Max Snatch \u0026amp; Max Clean in 12min:\nMin 1: Max Snatch Frauen\nMin 2: Max Snatch Mann\n\u0026hellip;\nMin 7: Max Clean Frau\nMin 8: Max Clean Mann\n\u0026hellip;\nMin 12: Max Clean Mann\nWorkout 3\nDas dritte Event war dann olympisches Gewichtheben: Maximalen Reißen und Umsetzen. Da Gewichtheben zu 80 % Technik ist, gab es hier nicht viel für uns zu holen. Nach dem Marathon wird Gewichtheben meine nächste große Baustelle, denn außer Übung hilft hier nicht viel. Meine Teamkameraden sind auch keine begnadeten Gewichtheber, sodass wir den letzten Platz machten. Mit einem 40 kg Snatch und einem 75 kg Clean habe ich jedoch meine gesetzten Ziele erreicht, sodass ich mich gar nicht groß beschweren möchte. Wenn man keine Arbeit investiert - und das habe ich im letzten Jahr ins Gewichtheben auf jeden Fall nicht - darf man auch keine Wunder erwarten. Unser Gewichthebe-Trainer Will lieferte da schon etwas mehr ab, wie auf dem Bild oben zu sehen ist.\nEvent 4 Auf Zeit: 12 min CAP\nMF Paar 1:\n24m Kurzhantel Lunge 22.5kg/15kg\n30 Ab Mat HSPU\n30 Hang Power Clean\n30 Shoulder to Overhead\n8m OH DB Lunge\nWenn MF Paar 1 fertig ist, startet Paar 2.\nWorkout 4\nZu guter Letzt stand Event 4 an, welches einen Fokus auf Schulterübungen setzte, insbesondere 30 Handstand Push-ups. Leider war das Event so organisiert, dass ein Mann-Frau-Paar alle Übungen absolvieren musste, bevor das zweite Paar anfangen durfte. Wir entschieden, dass Francis und Sarah begannen, da diese in der Generalprobe mehr Handstand Push-ups am Stück absolvieren konnten. Leider versagten die Schultern der beiden nach dem langen Tag und sie schafften es nicht alle Übungen innerhalb der Zeitgrenze von 12min zu erledigen. Entsprechend kamen Rachel und ich gar nicht mehr zum Zug.\nInsgesamt machten wir den 21. Platz von 23 Teams. Nicht großartig, aber das Ziel, nicht letzter zu werden, haben wir erreicht. Für uns vier war es der erste Wettkampf und wir alle haben einen \u0026ldquo;echten\u0026rdquo; Vollzeit Job, sodass wir nicht 2h am Tag trainieren können, wie viele der weiter oben platzierten Athleten. Außerdem geht es am Ende darum, einen schönen Tag zu haben - und den hatten wir!\nAußer Essen \u0026amp; Serie schauen auf der Couch war nach dem Wettkampf auch nicht mehr viel los, denn am Sonntag stand direkt das nächste Event an: City2Surf.\nCity2Surf Bei City2Surf handelt es sich um den größten Spaßlauf der Welt. Über 14 km geht es vom Hyde Park zum Bondi Beach. Obwohl die Strecke deutlich kürzer ist als ein Halbmarathon, hat sie es trotzdem in sich. Nach etwas mehr als 6 km geht es steil auf den sogenannten Heartbreak Hill. Im Vorhinein haben wir viele Schreckensstorys gehört, welche Laura ganz nervös machten. Ich konnte mich aus unerklärlichen Gründen trotz meiner Teilnahme 2017 überhaupt nicht an diesen riesigen Bergen erinnern. Und tatsächlich wurde nicht so heiß gegessen wie gekocht. Laura und ich erkannten Heartbreak Hill, als wir ihn bereits erklommen hatten.\nWir liefen den Lauf zusammen mit Niamh (gesprochen Nieve) und blieben auch 12km zusammen, wo Niamh dann etwas vorlief, um ihre geplante Zielzeit zu erreichen. Dadurch, dass ich wirklich einen Spaßlauf aus dem Event machte, viel redete und lachte, konnte ich den Lauf in vollen Zügen genießen. Insbesondere der Abschnitt durch den Innenstadttunnel direkt am Anfang finde ich spektakulär, genauso wie die wunderschönen letzten Kilometer vor Bondi Beach. City2Surf würde ich jedem ans Herz legen, der für eine Zeit in Sydney lebt. Der Lauf ist ohne große Vorbereitung gut machbar und zeigt einige der schönsten Winkel der Stadt. Und nach Bondi muss man sowieso einmal.\nViel Sport und viel Text. Danke fürs Lesen!\n","date":"2022-10-02T00:00:00Z","image":"/2022/10/02/von-kirrawee-bis-zum-heartbreak-hill/images/RecGymComp_473_Event2.jpg","permalink":"/2022/10/02/von-kirrawee-bis-zum-heartbreak-hill/","title":"Von Kirrawee bis zum Heartbreak Hill"},{"content":"Eigentlich sollte dieses Wochenende ganz im Zeichen der Ruhe stehen, nachdem wir in letzter Zeit so viel unternommen haben und auch die nächsten Monate schon komplett ausgebucht sind. Insbesondere, da ich seit dieser Woche als Tutor arbeite und deshalb rund 9h pro Wochenende Hausaufgaben korrigieren darf. Spontan hatte jedoch die PhotoSoc, deren Mitglied wir beide seit des Whale Watchings sind, einen Ausflug in die blauen Berge organisiert. Und zwar an einen Ort, den ich noch nicht besucht habe, Hazelwood. Da dieser Sonntag auch erstmal der letzte Sonnentag sein sollte, entschieden wir uns, doch etwas zu unternehmen und mit den anderen Studenten zu fahren. Leider wurde die Wanderung aufgrund der Regenfälle in den letzten Tagen in der letzten Minute doch nach Katoomba verlegt, wo ich schon mindestens drei Mal gewesen bin. Dafür konnte ich Laura nun endlich das Wahrzeichen der blauen Berge, die drei Schwestern, zeigen.\nEiner Sage der Aborigines zufolge waren es einmal drei Schwestern, die sich in drei junge Männer aus einem anderen Stamm verliebten. Da Liebe zwischen Stämmen jedoch nicht gestattet war, stahlen die Männer die drei Schwestern um sie entgegen die Stammesgesetze zu heiraten. Dies wiederum löste einen Stammeskrieg aus. Der Zauberer des ersten Stammes fürchtete während der Kämpfe um die Gesundheit der drei Mädchen und verwandelte sie daher zum Schutz zu Stein. Leider fiel der Magier in den Kämpfen und bekam daher nie die Möglichkeit die Schwestern zurückzuverwandeln, sodass sie noch immer als drei beeindruckende Felsen in den Blauen Bergen zu finden sind.\nDie ausführliche Geschichte könnt ihr hier lesen. Auf dem deutschen Wikipedia-Artikel findet sich jedoch eine andere Version der Geschichte: Wikipedia\nObwohl wir uns der schnellen Wandergruppe anschlossen, machten wir am Anfang für unseren Geschmack zu viele Pausen. Im Laufe der Wanderung nahmen wir dann glücklicherweise an Geschwindigkeit auf. Wir lernten einige interessante Studenten kennen, unter anderem einen braunschweiger Gentechniker, eine amerikanische Marinbiologin und einen amerikanischen Ingenieur, welcher sich am Vorabend noch die Haare gebleicht hätte und jetzt laut gängiger Meinung wie ein Königspinguin mit gelbem Haupt aussah.\nVon den Drei Schwestern aus gingen wir an einigen Wasserfällen und wundervollen Ausblicken vorbei Richtung Leura. Dort erstand ich Orchideen-Honig auf dem Dorfmarkt, und wir spielten wie kleine Kinder auf dem Spielplatz. Während Laura ihren ersten vollen Klimmzug machte 👏🏻, schaffte ich meinen ersten Muscle-Up außerhalb des Gyms.\nDein Browser kann dieses Video nicht abspielen. Hier ist ein Link zum Video.\nViele Bilder machten wir nicht, deswegen wird dies ein kurzer Artikel. Hier noch die restlichen Bilder:\n","date":"2022-09-27T00:00:00Z","image":"/2022/09/27/die-blauen-berge-mit-der-uni/images/20220925_122608.jpg","permalink":"/2022/09/27/die-blauen-berge-mit-der-uni/","title":"Die Blauen Berge mit der Uni"},{"content":"Am Sonntag war es nach monatelanger Vorbereitung so weit: Das Sydney Running Festival stand an und für mich ging es auf die Marathonstrecke. Das Ziel stand lange fest. Ich wollte die 42.195 km in einer Zeit von 3:45h hinter mich bringen, nachdem ich 2019 in Berlin noch 3:56:02h gebraucht habe und letztes Jahr ohne Vorbereitung mit Sophie und den anderen CrossFitern einen spontanen Marathon in über 5h gelaufen bin.\nDoch von vorne: Anfang des Jahres schaffte ich es tatsächlich eine Gruppe von anderen Athletinnen aus dem Gym zu überzeugen, mit mir am Marathon teilzunehmen: Wanda, Niamh, Peggie, und die irische Laura wollten alle ihre ersten, sowie Sophie ihren zweiten Marathon in diesem Jahr laufen. Die Herren der Schöpfung blieben hingegen lieber bei den schweren Hanteln. Wir motivierten uns nicht nur gegenseitig, sondern absolvierten auch einige lange Trainingsläufe zusammen. Sophie musste leider wegen eines entzündeten IT-Bandes den Lauf absagen, aber sonst schafften alle die Vorbereitung. Im Gegensatz zu all meinen anderen Wettkampfvorbereitungen lief es auch richtig gut für mich. Ich war in den letzten 6 Monaten kein einziges Mal krank, hatte keine Wehwehchen, die Hüfte machte keine Probleme und das Training lief nach Plan. Zumindest schien es so, bis zwei Wochen vor dem großen Tag. Erst verletzte ich mir den Gluteus Medius beim Kreuzheben in der Testwoche unseres Gyms. Der Gluteus Medius ist schon mein Leben lang nicht mein Freund und ich war das ein oder andere Mal beim deswegen beim Physio oder Arzt gewesen. 2017 hatte jedoch ein großartiger Physio in Nordsydney das Problem endlich korrekt identifiziert (woran mehrere Orthopäden und Physios in Deutschland klaghaft gescheitert waren, weshalb ich eigentlich schon aufgegeben hatte). Mit den Übungen des besagten Physios bekam ich damals meine Schmerzen innerhalb kurzer Zeit in den Griff, wenn es auch noch über ein Jahr dauerte, bis ich komplett schmerzfrei war. Seitdem hatte ich jedoch keine Probleme mehr - bis vor zwei Wochen. Aufgrund meiner Erfahrung bekam ich das Problem innerhalb weniger Tage in den Griff - doch das Kind war schon in den Brunnen gefallen: Durch die Fehlhaltung hatte ich mir ebenfalls das IT-Band entzündet, was mich im Alltag zwar nicht einschränkte, aber beim Laufen nach kürzester Zeit zu kaum aushaltbaren Schmerzen an der Außenseite des rechten Knies führte. Ich war verzweifelt, dass das gerade jetzt passieren musste, so kurz vorm Ziel. Ich versuchte alles, was ging. Einen Last-Minute Termin bei Niamhs Physio, der mein Fußgelenk tapte und mir ein Warm-Up für vor dem Lauf empfahl. Sogar meine Angst vor Nadeln überwand ich und ging zum Dry Needling:\nSowohl Physio als auch Chiropraktiker zeigten sich deutlich optimistischer als ich es selbst war, sodass ich mit gemischten Gefühlen in den Lauf ging.\nEs ging früh los. Um 4:45Uhr klingelte der Wecker und es gab sofort Kokosnusseis zum Frühstück, welchen ich am Vortag vorbereitet hatte. Normalerweise laufe ich nüchtern und da ich einen sehr empfindlichen Magen habe, wollte ich keine Experimente riskieren und das wahrscheinlich best verträglichste Lebensmittel überhaupt essen - auch wenn ich mir ein appetitlicheres Frühstück vorstellen könnte. Um 5:30Uhr nahmen wir die Straßenbahn. So früh das klingt, die Halbmarathonis musste noch eine Stunde früher auf die Strecke. In der Bahn trafen wir Wanda und Josh, welcher sich 3(!) Wochen vor dem Lauf noch zur Teilnahme entschieden hatte und spontan mitlaufen wollte. Wie man das bei einem Marathon halt so macht.\nKurz nach halb sieben erreichten wir das nördliche Ende der Brücke, von wo es losgehen sollte:\nDer Startschuss fiel um 7:10Uhr, und als allererste Tat ging es auf die Brücke:\nÜber die Mitte der Harbour Bridge zu laufen, ist der beeindruckendste Teil des Rennes. Auch wenn es schon mein zweites Mal war, fühlte es sich magisch an zwischen den riesigen Türmen hindurchzulaufen, auf der Straße, die sonst den Autos vorbehalten ist. Auf der anderen Seite der Brücke passierte dann jedoch das, wovor ich mich gefürchtet hatte: Das IT-Band begann zu schmerzen.\nDie ersten Kilometer waren noch aushaltbar, wenn auch die Schmerzen allgegenwärtig waren. Nach der Brücke ging es Richtung Centennial Park, was sich ein bisschen wie ein Heimspiel anfühlte, da ich dort die meisten meiner Trainingsläufe und Radfahrten absolviert hatte. Bis zum Park lief ich zusammen mit Peggie, denn Wanda hatte uns bereits auf dem ersten Kilometer weit hinter sich gelassen, und Niamh und Laura liefen in einer langsameren Pace hinter uns. Kurz vor dem Park meinte ich zu Peggie, dass der Kerl, der da gerade neben uns lief, doch verdammt nach James Newbury aussehe. Wie sich im Nachhinein herausstellen sollte, war er es. Kleiner Fanboy-Moment.\nIm Park wurden die Schmerzen immer schlimmer, und der Rest des Laufes war eine Folter. Laura sagte später, ich hätte noch nie so unglücklich beim Laufen ausgesehen.\nLaura, die nicht nur mit mir mitten in der Nacht aufgestanden war, mich zum Start begleitete und mich im Ziel empfing, passte mich sogar 5 Mal ab, machte Bilder und nahm mir meinen leeren Trinkrucksack nach der Hälfte des Rennens ab. Ich könnte nicht dankbarer für die Unterstützung dieser Frau sein. ♥️\nIch möchte gar nicht mehr viele Worte über den Lauf verlieren. Die Strecke ist wunderschön, sogar die schönste von allen Läufen, die ich bisher absolviert habe. Aber die Schmerzen ließen mich die zweite Hälfte der Strecke kaum genießen. Das Rennen war auf jeden Fall die härteste Herausforderung, die ich je absolviert habe und im Ziel habe ich ein paar Minuten Sterne gesehen. Am Ende wurden es 3:52:55h. Mein Ziel habe ich also um fast acht Minuten verfehlt. Trotzdem bin ich sehr stolz auf die Leistung. Mit der IT-Band Entzündung und den Schmerzen war ich mir alles andere als sicher, dass ich es überhaupt bis zum Opernhaus schaffe. Mehrere Male dachte ich ans Aufgeben. Alles andere lief genau wie geplant - mein Magen machte keine Probleme, meine Ernährungsstrategie mit Gels und Gummibärchen hat perfekt funktioniert und auch dieses Mal bin ich nicht unterzuckert.\nAuch alle anderen erreichten ihre Ziele. Wanda kam bei ihrem ersten Marathon sogar fast 3 Minuten vor mir ins Ziel, auch wenn auch sie die 3:45 knapp verpasste. Peggie erreichte 5 Minuten nach mir das Ziel. Mit rund 4:50h schafften sowohl Niamh als auch irisch-Laura ihr Ziel von unter 5h. Am meisten beeindruckte mich jedoch Josh, Wandas Freund, der sich erst 3 Wochen vorher für die Teilnahme entschied, einen einzigen langen Lauf über 26km absolvierte, und den Marathon in unter 3:30h absolvierte. Das hatte ich für unmöglich gehalten. 🎩 ab.\nDie Medaille ist die schönste, dir ich je von einem Lauf bekommen habe. Außerdem gab es ein weißes Finisher Shirt für alle, die das Ziel erreichten.\nNach dem Lauf trafen wir noch ein paar andere madels.aua dem Gym, die den Halbmarathon über die Brücke gelaufen waren.\nFür Laura und mich ging es noch einen Burger bei \u0026ldquo;Betty\u0026rsquo;s Burger\u0026rdquo; essen, bevor ich den Rest des Sonntags auf dem Sofa verbrachte. Die nächsten zwei Tage hatte ich den Muskelkater meines Lebens und musste sogar die Fahrstühle auf dem Campus nutzen, aber wie durch ein Wunder macht das IT-Band keinerlei Probleme mehr. Nichtsdestotrotz werde ich mich schonen und mindestens einen Monat nicht die Laufschuhe schnüren.\nHier noch ein paar Impressionen:\nBis zum nächsten Mal. ✌🏼\n","date":"2022-09-25T00:00:00Z","image":"/2022/09/25/sydney-marathon/images/LIBW4696-original.jpeg","permalink":"/2022/09/25/sydney-marathon/","title":"Sydney Marathon"},{"content":"Whale Watching klingt deutlich cooler als \u0026lsquo;Wale Gucken\u0026rsquo;. Über ein Angebot des UNSW PhotoClubs, bei dem ich seit Beginn der Promotion Mitglied bin, konnten wir am Sonntag, den 17. Juli für nur $39 auf ein Walbeobachtungsschiff. Die UNSW hat Clubs für so ziemlich jedes Interessengebiet, wobei manche aktiver sind als andere. Der Photoclub ist einer der aktivsten Club mit einem Seminar und einem Ausflug in jeder Woche des Semesters.\nVom Schiff sahen wir nicht nur die wundervolle Skyline von Sydney,\ndas beeindruckende Opernhaus\nUnd die wunderschöne Laura\nSondern tatsächlich auch ein paar Wale, Albatrosse und andere Vögel. Leider hatte nicht unser Boot, sondern ein anderes Boot die Wale entdeckt, sodass wir nur aus zweiter Reihe schauen konnten. Dafür sprangen die Wale sogar aus dem Wasser und zeigten sich von ihrer verspieltesten Seite. Bei allen gesichteten Walen handelte es sich um große Buckelwale, die bis zu 16 m lang werden können. Zuerst erblickten wir einen einzelnen Wal und später eine Mutter mit ihrem ungefähr einjährigen Kalb. Da es sehr wackelig auf dem Boot war, sind meine Bilder mit dem Teleobjektiv nicht perfekt geworden. Nächstes Mal sollte ich besser ein bisschen weniger zoomen und die Wale im Nachhinein ausschneiden:\nAufgrund von großen Winden mussten wir früher abdrehen, als erhofft. Auf dem Rückweg sahen wir dafür noch ein altes Segelschiff:\nZum Abschluss noch einmal all Bilder in voller Größe (Achtung, kurze Ladezeit nötig)\n","date":"2022-09-17T00:00:00Z","image":"/2022/09/17/wale-gucken/images/20220717_WhaleWatching_41.jpg","permalink":"/2022/09/17/wale-gucken/","title":"Wale Gucken!"},{"content":"Ich war durch die Uni auf das \u0026ldquo;Better Future Forum\u0026rdquo; in Canberra Anfang September gestoßen und hatte mich als Freiwillige beworben, um einen Teil zu Klimaschutzmaßnahmen beizutragen. Ich wurde genommen und musste Erik nicht überreden, daraus einen kleinen Urlaub für uns zu machen. Wir nahmen also Freitag Nachmittag den Fernbus nach Canberra (ja, endlich mal nicht fliegen müssen!) und kamen abends in unserer Unterkunft an. Die Stadt hat den Ruf ziemlich tot zu sein und so hatten wir uns im Vorhinein ein Auto gemietet, um das Wochenende in die umliegende Natur zu fahren. Es stellte sich heraus: Canberra besteht aus vielen langen Linien und großen Kreisen und ist tatsächlich unglaublich ruhig - wahrscheinlich ist das Parlament der Ort der Stadt, an dem es am hitzigsten vonstattengeht. ABER die Natur und die Tierwelt rund um Canberra ist wirklich schön und wir hatten eine wunderbare Zeit. Seit ich in Australien bin, war ich noch nie so weit weg von der Küste, da sich das Leben hier allergrößten teils in Küstenregionen abspielt. Canberra liegt jedoch zwischen Melbourne und Sydney (näher an Sydney) und wurde als Kompromiss für den Streit um die Hauptstadt zwischen den beiden Städten errichtet. Die ganze Stadt wurde also aus dem Nichts geplant und errichtet und hat daher auch ihren besonders \u0026ldquo;durchgeplanten\u0026rdquo; Charakter.\nSamstag machten wir uns auf den Weg in das Tidbinbilla-Naturreservat, was etwa eine Stunde von unserer Unterkunft entfernt lag. Dort musste man ein wenig Geld bezahlen, um noch etwas tiefer in das Reservat hineinzufahren, wo wir anschließend auf einem Parkplatz anhielten und unsere Wanderung auf den Gibraltar-Gipfel begannen. Der Weg führte uns erst durch eine Gras-Busch-Landschaft, in der wir einige Kängurus mit Babys antrafen, und dann die bewaldeten Hügel hinauf, in denen immer wieder majestätisch anwirkende, riesige, vom Wetter ganz rundgeschliffene Felsblöcke den Weg säumten. Wäre ich Ureinwohner dieses Landes, hätte ich diesen Orten spirituelle Kräfte zugesagt. Ganz oben angekommen, waren wir zwar nicht ganz alleine, konnten jedoch die Aussicht sehr genießen, picknicken und uns in der Sonne ausruhen. Die Eukalyptuswälder haben eine ganz besondere Farbe - in die Ferne blau-grau und von Nahem rot-grün. Wir entschieden uns für einen anderen Rückweg als Hinweg, der jedoch über die Feuerwege führte, die nicht so einfach zu begehen sind, da steil und rutschig. Allerdings wurden wir damit belohnt, dass wir an einer Ansammlung von den ulkigen Grasbäumen vorbeikamen, in deren Nähe außerdem eine große Gruppe Kängurus graste. Fast alle weiblichen Tiere hatten kleinen Nachwuchs in ihrem Beutel und duldeten uns in relativer Nähe. Nachdem wir uns von ihnen losreißen konnten (bei den männlichen Kängurus ist das nicht so schwer, da ich sie ziemlich furchteinflößend finde - der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist relativ groß), ging es wieder richtig nach Hause. Am Eingang des Reservats begegneten uns jedoch noch einmal verschiedene wunderschön bunte Vögel und kleine tollpatschige überglückliche Kängurubabys, sodass wir einen weiteren Stopp einlegten und uns dann mit dem Sonnenuntergang auf den Heimweg machten. Zu unserem großen Erstaunen erspähten wir auf der Landstraße dann jedoch einen (meinen ersten und Eriks zweiten) Schnabeligel und parkten das Auto, um ihn noch schnell beim Davonkriechen zu erwischen. Er versteckte sich, aber wir hatten die größere Geduld und konnten ihn noch eine Weile beobachten.\nDer nächste Tag beinhaltete als Erstes den Besuch des Parlaments mit einer 30-minütigen kostenlosen Führung, die uns sehr gut gefiel. Wir saßen im Senatoren- und im Abgeordneten-Saal, erfuhren viele interessante und lustige Fakten und bestaunten eine sehr naturgetreue Nachbildung des Parlaments aus Legosteinen, die für schlappe 30.000$ zum 30-jährigen Jubiläum gekauft worden war. Das Parlament ist wirklich ein interessantes Gebäude und einen Besuch wert. Anschließend fuhren wir auf einer kleinen Sightseeingroute zur Baumschule Canberras, die laut Website folgendem dient: \u0026ldquo;Mit über 44.000 seltenen und gefährdeten Bäumen auf einer Fläche von 250 Hektar ist das Arboretum ein Ort der Schönheit, des Naturschutzes, der wissenschaftlichen Forschung, der Bildung, des Tourismus und der Freizeitgestaltung.\u0026rdquo; Tatsächlich war es an diesem Sonntag sehr voll in der Baumschule und viele Familien picknickten oder ließen Drachen steigen. Außerdem befinden sich architektonisch besondere Gebäude und eine Bonsai-Sammlung auf dem Gelände. Wir schauten uns die Miniaturbäumchen an, tranken Kaffee und spazierten auf einen Aussichtspunkt und beschlossen dann spontan zum Landschaftsschutzgebiet Mulligans Flat im Norden von Canberra zu fahren (welches uns am Vortag empfohlen worden war). Das war eine unserer besten Ideen! Das Gebiet ist eingezäunt, um eingeschleppte Tierarten fernzuhalten. Hier sagt die Website: \u0026ldquo;Es ist das einzige Waldgebiet dieser Art, das frei von den Einflüssen von Füchsen, Kaninchen, Ziegen, Rehen und Hasen ist… was der einheimischen Tierwelt hilft, zu gedeihen.\u0026rdquo; Bevor wir jedoch durch die Eingangstür im Zaun eintraten, fanden wir vor dem Zaun wieder eine sehr große Gruppe Kängurus vor. Auch diese mit kleinen Jungen. Nachdem ich Erik überzeugen konnte weiterzugehen und keine Fotos mehr zu machen, suchten wir uns einen kleinen Rundweg aus und liefen los - den Blick mit höchster Aufmerksamkeit über die Landschaft streifen, um bloß keine Tiere zu verpassen. Wir wollten so gern noch einmal Schnabeligel sehen! Erst begegneten wir jedoch einem Wallaby und dann einem Fantail (auf deutsch Fächerschwänze). Ein Schnabeligel war nirgendwo zu sehen. Das Fantail war jedoch unser großes Glück, denn während Erik versuchte es zu Fotografieren, schaute ich mich ein wenig um und entdeckte im Unterholz nicht weit vom Weg entfernt: ZWEI Schnabeligel! Sogleich machten wir uns auf den Weg durch die Bäume, allerdings alles andere als lautlos, da der Boden übersät war von kleinen Ästen und trockenen Blättern. Die beiden Schnabeligel, die in einigem Abstand von einander den Boden nach Essbarem durchwühlten, fanden das nicht toll und versteckten sich vor der potenziellen Gefahr, indem sie ihre Köpfe vergruben, sodass nur noch ihre Stacheln herausschauten. Wir machten es uns mehr oder weniger auf einem umgefallen Baum gemütlich und dann begann der Wettkampf des Geduldigeren. Nach einigen Minuten hatten die Schnabeligel genug und kamen langsam wieder zutage. Im Anschluss schnupperten sie noch ein wenig in der Luft, nahmen aber nicht sonderlich Notiz von uns (wir hatten uns wohl als ungefährlich erwiesen) und gingen wieder ihrer Futtersuche nach. Dabei hatten sie den ganzen Waldboden um uns herum in ein kleines Schlachtfeld verwandelt. Es sah beinahe aus, als wäre eine Horde Miniwildschweine umhergestöbert. Ich kann nicht sagen, wie lange wir dort im goldenen Nachmittag-Abendlicht saßen und die Tiere beobachteten und fotografierten, während zwischendurch Vögel vorbeikamen (unter anderem schöne rote Papageien). Irgendwann beschlossen wir, dass wir doch noch ein wenig weiter gehen sollten und verabschiedeten uns mit schwerem Herzen. Wir sahen noch ein paar Kängurus, einen lustigen Vogel (die Langschwanztriele (Bush stone-curlew)) und einen Schnabeligel aus der Ferne und fuhren glücklich wieder zu unserer Unterkunft. Gerne würden wir noch einmal wiederkommen und eine Nachtführung machen, um andere Tiere zu entdecken.\nAm darauffolgenden Montag kam erst die Arbeit und dann das Vergnügen. Wir nutzen sogar noch das Gym, das zu unserer Unterkunft gehörte und sehr gut ausgestattet war. Am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Weg zum nationale Kriegerdenkmal Australiens. Zu den Eindrücken fehlen mir die passenden Worte, allerdings habe ich das Gefühl, dass man sich hier zur Aufarbeitung dieser schrecklichen Ereignisse viel Mühe gibt. Ich musste recht früh wieder gehen, da wir uns nachmittags mit den Veranstaltern und Helfern des Better Future Forums trafen, um das bevorstehende zweitägige Event vorzubereiten. Während ich dann Dienstag und Mittwoch von früh bis spät damit beschäftigt war, machte Erik Homeoffice und traf sich dienstags mit einem Kollegen, der in Canberra wohnt. Mittwochs trafen wir uns noch einmal vor Sonnenuntergang hinter dem Kriegsdenkmal und wanderten Berg Ainslie bis zum Aussichtspunkt hoch. Dabei begleitete uns Annelise, eine andere australische Freiwillige vom Forum. Der Weg belohnte mit vielen kleinen Kaninchen und einem tollen Überblick über Canberra. Das Forum war eine sehr schöne Erfahrung, auf der ich einen Überblick über Australiens Klimapolitik erhielt und auch ein paar sehr nette und interessante Menschen kennenlernte. Am Donnerstagmorgen ging es dann wieder mit dem Bus zurück nach Sydney. Und als wir in Sydney Zentral ausstiegen, wurde mir erst recht bewusst, wie ruhig Canberra gewesen war, obwohl ich Sydney nicht als hektische Stadt bezeichnen würde. Trotz, dass mir die Stadt an sich nicht sonderlich gut gefallen hat, so gibt es doch in und drumherum einige Dinge, die ich gern sehen würde. Also kommen wir bestimmt wieder .. :)\n","date":"2022-09-13T00:00:00Z","image":"/2022/09/13/canberra-stille-hugel-schnabeligel/images/20220904_15-27-38_Mulligans_Flat_374.JPG","permalink":"/2022/09/13/canberra-stille-hugel-schnabeligel/","title":"Canberra: Stille, Hügel, Schnabeligel"},{"content":"Ich erlebe gerade zum ersten Mal das frühlingshafte Sydney. Auch wenn Mitte August eher noch mit unserem winterlichen Februar zu vergleichen ist, so kann man hier eher nicht mehr von Winter sprechen. Und mit dem Frühling kommen die Blüten\u0026hellip; Und ich habe Pollenallergie\u0026hellip; Australische Bäume behalten (fast ausschließlich) ihre Blätter, aber, die in den Städten gepflanzten, nicht-einheimischen Bäume verlieren während der kühleren Jahreszeit ihr Laub. Dadurch wird der hier abgeschwächte Wandel der Jahreszeiten trotzdem hervorgehoben. Allerdings blüht in Sydney generell immer etwas über das ganze Jahr hinweg. Egal wann man hier spazieren geht, sei es Februar, Juli oder November, man findet immer blühende Pflanzen. Eine besondere Blütenpracht ist jedoch nur derzeitig zu beobachten: die Kirschblüte. Besonders bekannt aus Japan, das jedes Jahr ein Fest zu Ehren des rosanen Phänomens feiert, so gibt es auch hier in einem botanischen Garten im westlichen Sydney einige Kirschbäume. Diese kommen in ihrer Größe und Menge ganz bestimmt nicht im Entferntesten an ihre japanischen Kollegen heran, allerdings feiert man auch im Auburn Botanic Gardens ein Kirschblütenfest - und es war seinen Besuch wert! Zusammen mit einem befreundeten Paar, Zoey und Kevin, haben wir uns das Fest angeschaut, auf dem es viele Essensstände, hauptsächlich asiatischen Hintergrunds, einige mit Cosplay-Kostümen verkleidete Menschen und eben Kirschbäume zu bestaunen gab. Erik und Zoey hatten ihre Kameras miteingepackt und so konnten wir das Wunder festhalten:\nEine Frage stellte sich uns jedoch noch: wie kann man so ein Fest Monate oder Wochen im Voraus planen (wie es hier geschehen war) und sicherstellen, dass dann auch die Kirschblüten zur richtigen Zeit erblühen? Wirklich schön sind die Bäume nur 10-14 Tage lang, man muss also das richtige Fenster erwischen. Dafür gibt es meteorologische Prognosen, die sich aber auch täuschen können, falls es unerwartet warm oder kalt wird. Wir hatten jedoch Glück und konnten die volle Pracht erleben. In Bonn fällt die Kirschblütenzeit übrigens meist auf Mitte April, falls jemand sich das in den Kalender eintragen will. ;)\nDer Frühling in Sydney hat noch mehr zu bieten als Blumen: Sonne, Meer und Strand! Da ich gerade Semesterferien hab und direkt nach dem schönen Wochenende ein super sonniger Montag vorhergesagt war, hab ich mich entschieden den Tipp von Erik anzugehen und die Wanderung von Rose Bay nach Watsons Bay zu machen. Dieser Weg ist etwa 8km lang und geht an der Küstenlinie im Herzen Sydneys entlang. Entgegen der Vorstellung, dass so nah am Stadtzentrum nur Häuser stehen, ist dieser Weg von viel Natur geprägt. Falls ihr euch mal auf die lange Reise nach \u0026ldquo;down under\u0026rdquo; macht, dann solltet ihr diese Wanderung in Sydney nicht verpassen - sie gehört auf jeden Fall mit zu meinen Favoriten in dieser Stadt. Der Weg führt an mehreren schönen Stränden vorbei und bietet mehrfach eine tolle Sicht auf die Skyline von Sydney. Während meiner Wanderung kam ich außerdem an einem Termitenbau vorbei, bewunderte die Bäume, die sich scheinbar nur an Stein festhielten und genoss eine Pause ganz allein auf Felsen über dem Wasser. Mein Highlight ist jedoch die Parsley Bay Bridge. Diese weiße Brücke führt über eine kleine Bucht mit türkisem Wasser und Informationstafeln weisen darauf hin, dass seltene Seepferdchen in dem Gewässer leben.\nSo lässt es sich gut leben und so kann Frühling gerne immer sein. Der Regen der letzten Monate macht mich auf jeden Fall noch dankbarer über solche Sonnenstunden. Meine Haut hat auch ein bisschen Farbe dazugewonnen.\n","date":"2022-08-27T00:00:00Z","image":"/2022/08/27/kirschbluten-traumstrande/images/20220820_CherryBlossom_1097.JPG","permalink":"/2022/08/27/kirschbluten-traumstrande/","title":"Kirschblüten \u0026 Traumstrände"},{"content":"Das Wochenende um den 23. und 24. Juli war ein sehr sportliches und ein sehr schönes. Am Samstag stand ein In-House Teamwettkampf bei uns im Gym an. D.h. Teams bestehend aus 2 Frauen und 2 Männern traten in nicht vorher bekanntgegebenen Fitnesstests gegeneinander an. Das Besondere an CrossFit Wettkämpfen im Vergleich zu anderen Sportarten ist, dass die Teilnehmer zuvor nicht wissen, was auf sie zukommt. Entsprechend ist eine spezifische Vorbereitung unmöglich. Es gab drei Klassen für diesen Wettkampf: Beginner (Anfänger), Intermediate (leicht Fortgeschritten) und Advanced (Profis). Zusammen mit Sarah, Rachel und John trat ich in der mittleren Klasse an.\nGrund für das Timing des Wettkampfes war, dass am kommenden Samstag, den 13. August, ein großer Wettkampf des gleichen Formats im RecGym in Kirrawee ansteht und einige Teams aus unserer CrossFit Box dort teilnehmen. Es war sozusagen die Generalprobe, damit wir uns nicht blamieren, sondern uns auswärtig gut präsentieren. Da das dortige Gym einen sogenannten \u0026ldquo;Wurm\u0026rdquo; besitzt, welches häufig in Teamwettkämpfen genutzt wird, hat Andrew (der Besitzer von CrossFit Coogee) einen solchen aus einem Seil und Kurzhanteln gebastelt, wie man oben sehen kann. Verständlich, denn ein echter Wurm kostet $800. Dieser ist jedoch mit 165 kg auch deutlich schwerer als unsere Seil-Konstruktion. Ich bin sehr gespannt, ob wir im RecGym wirklich mit einem derartigen Beast kämpfen müssen oder ob es auch eine Anfänger-Version gibt. Das erste Workout schaute wie folgt aus:\n15 Synchro Burpees über den Wurm\n15 Synchro Wurm Kniebeugen\n15 Chest-to-Bar Klimmzüge\n30 Synchro Burpees über den Wurm\n15 Chest-to-Bar Klimmzüge\n15 Synchro Wurm Kniebeugen\n15 Synchro Burpees über den Wurm\nTime Cap (Zeitlimit): 9 min\nWorkout 1 - Intermediate\nD.h. innerhalb von 9 Minuten mussten wir 15 Burpees über den Wurm machen, gefolgt von 15 Kniebeugen mit dem Wurm und so weiter. Bei den Kniebeugen mussten wir synchron mit dem Wurm auf den Schultern in die Kniebeuge gehen, um danach explosiv wieder aufzustehen und den Wurm synchron über den Kopf auf die andere Schulter zu heben.\nChest-to-Bar Pull-Ups sind Klimmzüge, bei denen die Brust die Stange berührt. Dieses Workout lag meinem Team sehr und wir beendeten es in 7:24min als zweites gemischtes Team in der mittleren (Intermediate) Klasse. Time Cap bedeutet, dass man nach 9min vom Schiedsrichter gestoppt worden wäre, sodass wir noch gut Puffer hatten. Ich bin gespannt, ob wir die 9min auch mit dem echten Wurm einhalten können. Danach folgte das zweite Workout, welches ebenso auf 9min begrenzt war:\n4 Rounds of\n35 Box Step-Ups @ 22.5/15 kg\n25 Hang Snatch @ 22.5/ 15 kg\n15 Goblet Squat @ 22.5/15 kg\n(Alternating in Pairs)\nTime Cap (Zeitlimit): 9min\nWorkout 2a - Intermediate\nDas erste Gewicht ist dabei stets die Angabe für Männer, das zweite für Frauen. Zuerst mussten wir mit einer 22.5 kg schweren Kurzhantel über eine 30 in(76.2 cm)/24in (60.96 cm) hohe Box klettern - und das 35 Mal. Anschließend wurde dieselbe Hantel 25 Mal aus Kniehöhe über den Kopf gebracht (Snatch oder \u0026ldquo;Reißen\u0026rdquo;) und schließlich 15 Kniebeugen mit derselben vollbracht. Insgesamt mussten vier Runden absolviert werden, wobei jeweils zwei Personen sich bei den Übungen abwechseln durften. D.h. sobald eine Person eine Pause brauchte, konnte die andere Person einspringen.\nIch arbeitete mit Sarah zusammen, welche mehr von den Box Step-ups absolvierte, da sich die 22.5 kg auf der Schulter schwerer anfühlten als erwartet, während ich mehr Snatches übernahm, da es sich dabei um eine meiner Lieblingsübungen handelt (allerdings nur mit einer Kurzhantel, mit der Langhantel gibt es kaum jemanden der so schlecht snatchen kann, wie ich).\nUnd genau daran geht es bei einem Teamwettkampf auch. Anstatt alle Übungen gerecht zu teilen, macht es mehr Sinn, dass jeder das macht, was er oder sie am Besten kann. Wir schafften alle 4 Runden in 8min und 44s. Anschließen ging es ohne Pause in das nächste Workout:\nWithin 9 min:\n1RM Clean (Umsetzen)\nWorkout 2b - Intermediate\nAlle vier von uns mussten unseren maximalen (1RM - One Repitition Maximum) Clean finden. Auf Deutsch heißt der Clean \u0026ldquo;Umsetzen\u0026rdquo; und ist vermutlich dem ein oder anderen vom olympischen Gewichtheben bekannt. Im Gegensatz zum Reißen (Snatch), macht mir das Umsetzen sogar halbwegs Spaß. Leider konnte ich im Gegensatz zu John die 80 kg an diesem Tag nicht umsetzten, sodass sich mein Maximum auf 70 kg beschränkte. In Anbetracht der Vorermüdung, bin ich damit jedoch gar nicht so unzufrieden. Insgesamt setzten wir 237.5 kg vom Boden auf unsere Schultern um. Damit handelte es sich um unser schlechtestes Event und wir machten leider nur den vorletzten Platz. Das finale Workout sah wie folgt aus:\n200 Double Unders or 500 Seilsprünge\n60 Shoulder to Overhead @ 40/30 kg\nMax calorie row in remainder of time\nTime Cap (Zeitlimit): 12 min\nWorkout 3 - Intermediate\n500 Seilsprünge (oder 200 Doppelte), gefolgt von 60 Schulterpressen (oder einem beliebigen anderen Weg, die Hantel über den Kopf zu bringen) mit 40 kg (Männer) oder 30 kg (Frauen). Gewertet wurde jedoch die Anzahl an Kalorien, die wir nach Beenden der anderen Übungen auf dem Ruderergometer erreichten. Eigentlich ist Rudern meine beste Übung im CrossFit, aber aus irgendeinem Grund war es nicht mein Tag und John trug etwas mehr zu unserem Teamergebnis bei. Letztlich egal und wir lieferten ein solides Ergebnis ab, welches ich mir leider jedoch vergaß aufzuschreiben.\nWir erreichten insgesamt den zweiten Platz der gemischten Teams, sodass wir erschöpft aber glücklich waren:\nHier sind noch ein paar weitere Bilder, die Laura für uns geschossen hat:\nDoch CrossFit war nicht genug. Da im September der Marathon ansteht, musste Sonntag trotzdem gelaufen werden. Also traf ich mich mit drei von den Mädels, die mit mir im September über die Harbour Bridge laufen werden und wir liefen das erste Mal zusammen einen 20er. Das Wochenende danach folgte ein 29 km Lauf und gestern ein 25er, sodass ich inzwischen ganz zufrieden mit meiner Vorbereitung bin. Zwei 30 km Läufe müssen vor dem Marathon aber auf jeden Fall noch durchgezogen werden.\nAuch das kommende Wochenende wird sportlich, mit dem CrossFit Wettkampf in Kirrawee am Samstag und dem größten Spaßlauf der Welt, \u0026ldquo;City2Surf\u0026rdquo;, am Sonntag. Bei letzterem wird auch Laura mitlaufen!\nBis zum nächsten Beitrag!\n","date":"2022-08-08T00:00:00Z","image":"/2022/08/08/ein-sportliches-wochenende/images/20220723_Team_Competition_67.jpg","permalink":"/2022/08/08/ein-sportliches-wochenende/","title":"Ein sportliches Wochenende"},{"content":"Laura wollte schon lange in die blauen Berge, die bekannteste Gebirgskette in der Umgebung von Sydney und neben dem Royal National Park die zweite große Wanderregion. Der Klassiker ist hier die Wanderung um die Drei Schwestern, das bekannteste Wahrzeichen der blauen Berge. Und obwohl ich die Wanderung selbst schon drei (?) Mal gemacht hatte, wollte ich sie Laura bei unserem ersten Ausflug in die Berge zeigen. Leider wurden diesem Plan, wie noch vielen weiteren, ein Strich durch die Rechnung gemacht: Aufgrund der schweren Regenfälle in den letzten Monaten wurde der komplette Abschnitt der blauen Berge, in dem sich die Drei Schwestern befinden, gesperrt. Dies erfuhren wir bedauerlicherweise erst am Vorabend, sodass ein spontaner Ersatzplan hermusste.\nZugegebenermaßen war ich nicht zu traurig, denn meine Lieblingswanderung in den blauen Bergen ist eine andere, welche auch von deutlich weniger Touristen überrannt wird: Der Grand Canyon Walk. Auch wenn die australische Version des Grand Canyons nicht so groß ist, wie sein amerikanischer Bruder, habe ich ihn doch von meinem ersten Besuch 2017 in sehr guter Erinnerung behalten.\nEs ging morgens um 6:30Uhr raus den Federn, also sogar fast ausschlafen für unsere Verhältnisse und ab in die Blue Mountains Line am Hauptbahnhof. Auf dem Weg bedankte sich Laura bei mir, dass ich ihr Essen für den Tag für sie tragen würde. Leider hatte ich diesen Dank jedoch nicht verdient, denn ihr (und mein) vorbereitetes Frühstück lag noch unversehrt daheim im Kühlschrank. Am Bahnhof direkt das nächste Problem: Aufgrund von Bauarbeiten sollte genau unsere Linie ab 17Uhr durch Busse ersetzt werden. Aber das sollte uns nicht aufhalten, denn immerhin handelte es sich um ein Problem von Zukunfts-Laura und Erik. Nach rund 2 Stunden Fahrt erreichten wir dann Medlow Bath Station. Obwohl die Station gefühlt mitten im Nichts liegt, fanden wir ein süßes Café \u0026ldquo;Potbelly at Medlow\u0026rdquo;, welches sogar ein kleines veganes Frühstück für Laura zubereiten konnte:\nDie Trauer um das zurückgebliebene Frühstück konnte jedoch auch das gemütliche Café nicht ganz verschwinden lassen und umso frustrierender war es, als sich unser erster Versuch, den Start der eigentlichen Wanderung zu erreichen, als Sackgasse herausstellte. Nachdem wir ungefähr 10min zurückgelaufen waren, um unser Glück auf der anderen Seite der Hauptstraße zu versuchen, trafen wir auf einen Australier, der uns fragte, wo wir den hin wollen. Nachdem wir diesem unser Ziel genannt hatten, erfuhren wir, dass wir schon wieder auf dem falschen Weg waren. Google Maps ist leider in den ländlichen Gebieten Australiens keinerlei Hilfe. Also folgten wir der Wegbeschreibung des freundlichen, wenn auch etwas merkwürdigen, Mannes und kamen immerhin auf einen Weg mit vielversprechendem Namen:\nDer Weg zum eigentlichen Grand Canyon Walk war jedoch lang und in keinster Weise ausgeschildert. So machten wir den nächsten Fehler: Laura versuchte die kürzeste Verbindung zwischen der Canyon Canyon Road und dem Grand Canyon Walk auf Google Maps zu finden. Deshalb bogen wir auf einen verdammt steilen Weg nach links von der Canyon Canyon Road ab. Und mit steil meine ich steil, ich weiß nicht, was für Fahrzeuge hier hätten fahren können:\nIch fühlte mich ein bisschen an diese großartige Audi Werbung erinnert:\nNa ja, Laura sagte noch zu mir, dass sie auf gar keinen Fall hier wieder hochkraxeln würde, was ich mit einem Schulterzucken abtat, denn Google Maps zeigte ganz klar, dass der Weg fast auf den Wanderweg führte. Fast, kann jedoch bei einem Canyon einen großen Unterschied machen:\nImmerhin konnten wir also ÜBER dem Grand Canyon Walk einen Snack zu uns nehmen und die Aussicht von oberhalb der Klippe genießen.\nNach der kurzen Pause ging es dann doch den Steilweg wieder hinauf und weiter die Great Canyon Road entlang. Wenig später trafen wir an dieser auf einen ziemlich heruntergekommenen Flugplatz, auf dem ein altes Flugzeug vor den Hangars stand. Ich hätte es mir gerne näher angeschaut, aber Laura hielt mich davon ab illegalerweise über den vielleicht kniehohen Zaun zu steigen, sodass mein Teleobjektiv herhalten musste:\nDie Grand Canyon Road wurde länger und länger, bis wir endlich die Schritte einer näherkommenden Person erlauschen konnten. Da der Weg langsam kaum noch ein Weg war, sagten wir uns, dass wir umdrehen würden, falls die Person Kletterausrüstung und einen Helm dabei haben würde. Und natürlich: der Mann hatte einen roten Kletterhelm an und ziemlich viele Seile dabei - was auch sonst. Eine kurze Nachfrage gab uns jedoch neue Hoffnung: Der Kletterer war zwar Klettern gewesen, aber der Weg auf dem wir uns befanden sollte zum Glück auch ohne Ausrüstung zum Grand Canyon Walk führen. Also gaben wir nicht auf, obwohl die letzten Meter alles andere als ein Spaziergang waren:\nSchließlich erreichten wir den Grand Canyon Walk und er war noch genauso schön, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Leider war es jedoch inzwischen so spät, dass wir nur eine halbe Runde der Wanderung schaffen konnten. Glücklicherweise entschieden wir uns mit dem Uhrzeigersinn zu gehen, denn wir sahen so ziemlich alle besonderen Orte, an die ich mich erinnern konnte. Wir sahen den Flusslauf im Canyon:\nWunderschöne Wege:\nRiesige Farnen, neben denen Laura klitzeklein aussah:\nEinen wunderschönen Wasserfall:\nHinter dem man sogar lang laufen konnte:\nDie Wanderung ist nicht nur wunderschön, sondern auch vergleichsweise leicht, da sie sehr flach ist. Lediglich am Ende muss man eine rechte steile Treppe erklimmen. Die Natur in dem Canyon unterscheidet sich deutlich von den sonst sehr Eukalyptus-lastigen blauen Bergen. Außerdem hat die Kombination von Grün und Wasser etwas ganz Besonderes an sich:\nAufgrund der fortgeschrittenen Zeit konnten wir leider nicht wie geplant eine komplette Runde vollenden. Wir schafften es jedoch gerade noch rechtzeitig, Evans Lookout zu erreichen. Bedauerlicherweise war auch dieser wegen Bauarbeiten geschlossen. Allerdings gab es direkt daneben einen viel genutzten Trampelpfad, vom dem man auch einen tollen Blick hatte:\nZum Abschluss des Tages hatten wir dann tatsächlich noch einmal Glück: Ein junges Pärchen nahm uns mit bis nach Blackheath, von wo wir den Zug zurück nach Sydney nahmen. Und noch mehr Glück: Von dem angekündigten Ersatzfahrplan merkten wir nichts, unser Zug fuhr brav bis zum Hauptbahnhof in Sydney durch. Vor der Fahrt gönnte ich mir noch einen Döner in dem kleinen Örtchen, aber Döner in Australien haben leider wenig mit dem zu tun, womit wir in Deutschland und vor allem in Berlin verwöhnt werden. Eine gute Dönerbude ist fraglos eine Marktlücke in Sydney und Umgebung.\nAufgrund der langen Zugfahrt erreichten wir unser Heim erst spät am Abend, wo wir aber noch einige Stunden auf der Couch lagen und Lauras Lieblingsserie White Collar schauten. Klare Empfehlung auch von mir, momentan kann die Serie bei Disney+ gestreamt werden.\nBis zum nächsten Post!\n","date":"2022-08-03T00:00:00Z","image":"/2022/08/03/vom-pech-verfolgt-der-grand-canyon-walk/images/20220730_GreatCanyonWalk_61.jpg","permalink":"/2022/08/03/vom-pech-verfolgt-der-grand-canyon-walk/","title":"Vom Pech verfolgt: Der Grand Canyon Walk"},{"content":"Vivid Sydney ist das Event, welches sich bei meinem ersten Aufenthalt 2017 am stärksten in mein Gedächtnis eingebrannt hat. Es handelt sich um das größte Lichterfestival Australiens, welches seit 2009 jedes Jahr im Juni für 3 Wochen Sydney erhellt. Vivid Sydney besteht aus drei Hauptkomponenten: Light, Music \u0026amp; Ideas.\nWährend ich 2017 eigentlich nur etwas vom \u0026ldquo;Light\u0026rdquo; Teil des Festivals mitbekommen habe, haben Laura und ich dieses Jahr fast mehr Zeit bei den Seminaren der \u0026lsquo;Ideas\u0026rsquo; Reihe verbracht. So haben wir insgesamt drei Events besucht:\nBig Brother is Watching Flood, Fire, Plague: Can greener cities protect us from disaster? I\u0026rsquo;m not racist, but\u0026hellip; Laura war zusätzlich noch bei einer Mindfullness Practice im botanischen Garten. Bei \u0026ldquo;Big Brother is Watching**\u0026rdquo;** ging es um die Gefahren der Massenüberwachung und insbesondere deren Kombination mit maschinellem Lernen. Ein bekanntes (und hier stark vereinfachtes) Beispiel ist eine künstliche Intelligenz, welche Verbrecher präventiv erkennen soll. Was nach einer tollen Möglichkeit klingt, um Vorurteile von Polizeibeamten auszuschließen, erreicht genau das Gegenteil. Eine KI, oder ein sogenanntes Modell, lernen das, was es in den bereitgestellten Daten findet, und zwar so einfach wie möglich. D.h. ein Modell, welches mit vergangenen Statistiken trainiert wird, macht es sich einfach und lernt, dass Personen mit Migrationshintergrund häufiger Verbrecher sind, weil Personen dieser Gruppe in der Vergangenheit häufiger verurteilt wurden. Das liegt jedoch nicht daran, dass diese Personen wirklich über mehr kriminelle Energie besitzen würden, sondern, dass die zuvor genannten Vorurteile dazu führen, dass sie häufiger kontrolliert werden. Somit werden selbst bei identischer Verbrecherquote mehr Personen mit Migrationshintergrund verurteilt (50 % von 10 ist 5, 50 % von 20 ist 10). Die KI lernt also genau dieselben Vorurteile, die sie eigentlich hätte bekämpfen sollen. Dieses Beispiel ist nun stark vereinfacht, und soll lediglich das Problem deutlich machen. Ich kenne weder die echten Zahlen, noch bin ich selbst ein Experte für KIs. Es gibt durchaus auch Verfahren, um gegen Vorurteile im maschinellen Lernen vorzugehen, allerdings sind die meisten künstlichen Intelligenzen eine Blackbox, d.h. man kann nicht bestimmen, wie sie lernen und ihre Entscheidungen treffen. Das führt dazu, dass man sich nicht sicher sein kann, ob eine KI wirklich das gelernt hat, was sie hätte lernen sollen oder derartige Vereinfachungen macht.\nEin anderes Beispiel aus dem Vortrag war die Nutzung von Handy-Ortungsdaten für die Tötung durch einen Drohnenangriff. Der Vortragende machte hier den Punkt, dass man so das Leben von Menschen daran bindet, dass die erwartete Person ein Handy zu einem bestimmten Zeitpunkt bei sich hat und nicht jemand anderes. Der Vortrag hatte keine klare Pointe, wie wir konkret gegen die besorgniserregenden Entwicklungen in diesem Bereich vorgehen können. Es wurde jedoch sehr deutlich, dass man Vorschläge und Vorhaben in diesem Bereich sehr sorgsam hinterfragen sollte. Ein typisch deutsches Beispiel ist die Begründung von Gesetzen im IT-Bereich mit dem Schutz von Kindern. Wenn wieder derartige Gesetze diskutiert werden, empfiehlt sich meiner persönlichen Meinung nach ein Blick auf blog.fefe.de. Zum einen muss man sich bewusst machen, dass jede Hintertür in einem System missbraucht werden kann und vermutlich wird. Wenn es heißt, dass nur die Behörde X Zugriff auf Daten, z.B. Chats, hat, bedeutet dies, dass es eine Tür gibt und durch diese Tür können immer auch andere hereinkommen. Zudem gibt es viele Beispiele, wo der Zugriff auf bestimme Daten im Nachhinein auf weiter Delikte ausgeweitet wurde. Wenn es die technische Möglichkeit für Abhörung gibt, ist das Kind schon in den Brunnen gefallen.\nIch möchte noch einen letzten Punkt teilen, den ich vor einiger Zeit in einem Vortrag gehört habe. Das Kernelement der meisten großen erfolgreichen Hacks auf Unternehmen, welche richtig hohe Kosten produziert haben, war nicht der geniale Code von einem Hacker, der irgendwo in einem Keller in Russland sitzt und sich seit 3 Jahren von Fertigpizza ernährt. Leider erinnere ich mich nicht an die genaue Zahl, aber es waren weit über die Hälfte, ich meine etwas in die Richtung von 80 bis 90 %, aller erfolgreichen Hacks auf Unternehmen mit Vollzugriff beruhten hauptsächlich auf Social Engineering. Das bedeutet, dass eine Person durch gezielte Manipulation von Menschen Zugriff auf Computersysteme erlangt. Eine bekannte Masche ist z.B., dass eine Person, i.d.R. eine hilflos aussehende Frau, in einen Laden geht, und, am besten weinend, darum bittet einen Lebenslauf auszudrucken, weil sie gleich ein Bewerbungsgespräch nebenan haben würde und den Lebenslauf verloren hätte. Also steckt die angesprochene Person, z.B. ein/r ArzthelferIn, Bankangestellte/r oder ähnliche/r, einen USB-Stick in den Computer und damit hat der Angreifer selbst auf einem gut gesicherten PC weitreichenden Zugriff über das jeweilige System. Merke: Stecke niemals einen unbekannten Stick in den eigenen PC, derartige Hilfsbereitschaft wird von Kriminellen schamlos ausgenutzt. Zurück zu den Hacks auf Unternehmen. Der Vortragende hat als provokante Message vereinfacht zusammengefasst, dass die meisten erfolgreichen Hacks nicht auf einem genialen Virus, sondern schlichtweg auf einer attraktiven Frau beruhen. Ich befürchte, dass sich das Problem mit mehr Frauen in Führungsrollen jedoch nicht löst, sondern die Zusammenfassung einfach auf attraktive Person geändert werden muss\u0026hellip;\nDer Talk \u0026ldquo;Flood, Fire, Plague: Can greener cities protect us from disaster?\u0026rdquo; entsprach dann mehr Lauras Themengebiet und befasste sich damit, wie Sydney und andere australische Städte sich auf die Zukunft vorbereiten können. Die Waldbrände von 2019/2020 sind noch in präsenter Erinnerung und dieses Jahr hat die Region schon mehrfach unter teils tödlichen Überschwemmungen gelitten. Für mich war es sehr interessant, etwas mehr darüber zu erfahren, worüber Laura sich täglich Gedanken macht. Falls sie mal Lust hat, denke ich, dass Laura jedoch deutlich besser geeignet ist, um mehr über dieses Thema zu berichten. Was mir jedoch sehr in Erinnerung geblieben ist, ist, wie großartig Barangaroo, heute einer der schönsten Parks der Stadt, von der Stadt Sydney überarbeitet wurde:\nBei \u0026ldquo;I\u0026rsquo;m not racist, but\u0026hellip;\u0026rdquo; handelte es sich um einen Comedy-Abend, bei dem auf unterhaltsame Weise auf die Probleme mit Diskriminierung, insbesondere gegenüber den australischen Ureinwohnern, aufmerksam gemacht werden sollte. Das Event war sehr gut organisiert und wir hatten einen schönen Abend trotz des ernsten Themas. Die Comedians besaßen fast ausschließlich Wurzeln im Volk der Aborigines, wodurch ihre eigene Sicht dargestellt wurde. Es ist unendlich traurig, dass Rassismus auch im 21. Jahrhundert noch immer ein echtes Problem darstellt.\nMein Highlight von Vivid sind aber nach wie vor die Lichtshows. Insbesondere das Opernhaus während Vivid ist ein unvergleichlicher Anblick:\nIn einer sich den ganzen Abend wiederholenden Folge werden verschiedene Muster auf das Opernhaus, die Harbour Bridge und andere Gebäude in der Innenstadt projiziert. Die ganze Stadt erstrahlt über 3 Wochen in bunten Farben:\nAußerdem gibt es Shows, mit Licht und Musik:\nZu guter Letzt, eine riesengroße Galerie unserer Lieblingsbilder:\n","date":"2022-07-27T00:00:00Z","image":"/2022/07/27/vivid-sydney/images/20220613_VIVID_25-1.jpg","permalink":"/2022/07/27/vivid-sydney/","title":"Vivid Sydney"},{"content":"Zwischen Melbourne und Sydney, den beiden größten Städten Australiens, besteht seit langem eine Rivalität. Diese kann man hier im Alltag oft spüren, denn über die bessere Stadt wird oft diskutiert. Wie ihr vielleicht schon im letzten Eintrag gemerkt habt, ist Erik Team Sydney ;). Welches Team ich bin? Ich wage mich hier ein Statement schwarz auf weiß zu hinterlassen: Melbourne ist schön zu besuchen, aber Sydney ist wunderschön zum Leben. Die Rivalität zwischen den Städten war der Grund dafür, dass weder Melbourne (die damals größte Stadt) noch Sydney (die älteste und heute größte Stadt) zur Hauptstadt Australiens gewählt wurde, als die Nation 1901 föderalisiert wurde. Da die neue Nation Australien aufgrund der Uneinigkeit und Streitereien also immer noch eine Hauptstadt brauchte, wurde der Mittelweg gesucht. Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte: Es wurde das Australian Capital Territory (ACT) gegründet, in dem die Hauptstadt Canberra nun zwischen den beiden umstrittenen Städten liegt. Die Rivalität wurde dadurch natürlich nicht besiegelt.\nDie beiden Städte zu vergleichen ist aber auch nicht ganz fair, da Sydney mehr australische Ikonen besitzt, während Melbourne als die kulturelle Hauptstadt des Landes gilt. Und bis auf die wunderschöne Natur (aus dem letzten Blogeintrag) haben wir unseren Aufenthalt in Melbourne auch hauptsächlich mit kulturellen Aktivitäten gefüllt (Bier trinken kann man in Australien dazu zählen).\nZu meinem Leidwesen gibt es in Australien kein ausgebautes Fernzug-/Hochgeschwindigkeitszug-Netz, sodass wir für den relativ kurzen Aufenthalt einer Woche in den Flieger steigen mussten. Wir sind Samstag früh aufgebrochen und noch am Morgen in unserem Airbnb in Melbourne angekommen. John, der Hausbesitzer und Gastgeber mit griechischen Wurzeln, hat uns sehr freundlich empfangen und wir hatten im Laufe unseres Aufenthalts viele interessante Gespräche mit ihm. Ich finde, es gibt einer Reise eine andere Stimmung, wenn man mit Einheimischen zusammenwohnt und die Gegend auch durch ihre Augen kennenlernt. Außerdem lebte Chilli der Wellensittich und für die ersten zwei Tage ein britisches Pärchen in dem Haus.\nDen Samstag haben wir genutzt, um mir einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Natürlich nicht, ohne erst ein Frühstück in einem der zahlreichen Cafés zu uns genommen zu haben. Wir sind ein wenig durch die Innenstadt spaziert, die ziemlich viele Hochhäuser, aber auch sehr breite Straßen (für mögliche Kehrtwendungen von 16er-Gespannen - Aufeinandertreffen der Zeiten) zu bieten hat. Dadurch fühlt man sich nicht eingeengt zwischen den Riesen aus Glas und Stahl. Besonders schön ist auch, dass durch Melbourne ein Fluss fließt. Auch wenn die Stadt am Meer liegt, so hat sie doch nicht die gleiche attraktive Küstenlinie wie Sydney und der Kern liegt etwas davon entfernt. All dies war dann auch super von dem etwas teuren, aber doch sehr lohnenswerten \u0026lsquo;Skydeck\u0026rsquo; aus fast 300 m Höhe zu erkennen. Wir haben eine Weile den Ausblick genossen und sind dann erschöpft von der Reise in die Unterkunft zurückgekehrt, um uns einzurichten.\nSonntag hatten wir eine kostenlose Stadtführung gebucht, wurden aber dann zusammen mit den dutzenden anderen Wartenden enttäuscht - der Führer kam nicht und Ersatz gab es auch keinen. Stattdessen wurden wir am Treffpunkt Zeugen von einer Julian Assange Demo, die die Freilassung des Journalisten forderten und der zu unserer Überraschung gebürtiger Australier ist. Das gab uns ein bisschen Denkstoff während der Wartezeit. Als keine Besserung der Lage in Sicht kam, beschlossen wir zusammen mit einer kleinen bunten internationalen Truppe, die Teil der Wartenden war, es selbst in die Hand zu nahmen und unsere eigene Stadtführung zu machen. Zusammen haben starteten wir unsere Erkundung in der Bibliothek, die einen wunderschönen Kuppelsaal mit alten Holztischen, grünen Lampen und kunstvoll verzierten Balkonen über mehrere Stockwerke zu bieten hat. Anschließend ging es quer durch die Stadt zum Queen-Victoria-Markt, der uns sehr gut gefallen hat und ziemlich viel zu bieten hat. Ich kam dann auch nicht darum, einen nepalesischen Poncho zu kaufen - von dessen Verkäufer ich gelernt habe, dass Leute in Nepal sich jetzt gerne westlich kleiden wollen und Leute im Westen gerne Sachen aus Nepal kaufen - und ein paar von den im Moment so typischen bunt gestalteten Socken (in diesem Fall mit einheimischen Tieren drauf). Als Erik und ich vor dem Markt noch kurz in der Sonne saßen, wurden wir, typisch australisch, von einem Einheimischen angesprochen, der uns in ein längeres Gespräch verwickelte und mir noch ein paar Stadtplanerweisheiten mitgab - er war mit Umwegen zu diesem Beruf gekommen. Anschließend aßen wir super lecker in einem veganen Buffet-Restaurant und ließen den Tag noch ruhig ausklingen.\nMontags zog es uns in den Süden der Innenstadt, zum NGV (National Gallery of Victoria), wo wir eine kurze kostenlose Führung durch die Höhepunkte der Sammlung des Museums machten. Hängen geblieben ist auf jeden Fall eine Sage über Kleopatra, in welcher sie eine Perle im Wert einer römischen Villa in Essig auflöst und trinkt, um ihren Reichtum zu veranschaulichen. Nach dem Museumsbesuch ging es weiter zum Shrine of Remembrance, eine Gedenkstätte für die 60.000 verstorbenen Australier aus dem 1. Weltkrieg. Die Erinnerungsstätte ist sehr besonders aufgebaut, mit einem Museum im Inneren und einer tollen Aussicht auf Melbourne vom Balkon weiter oben. Mich hat der Aufenthalt sehr nachdenklich gestimmt. Es ist schon sehr eigenartig zu versuchen zu begreifen, warum Menschen von einem sehr weit abgeschiedenen Ort auf der Welt sich in Schiffe setzen und dann in Kriegsgebiete fahren, obwohl in ihrer Heimat nichts von diesem Krieg zu sehen ist\u0026hellip; Wir hatten uns schon seit einiger Zeit gefragt, warum man in dem Zusammenhang mit Gefallenen im Krieg hier oft eine Mohnblume trägt (dies macht man auch in Europa, besonders England, aber dort ist es mir nie so aufgefallen wie hier). Wie wir gelernt haben, waren die roten Mohnblumen die ersten Pflanzen, die nach den verwüstenden Schlachten wieder wuchsen und zu so großer Menge erblühten, dass sie die Landschaften in rote Teppiche verwandelten. Dieses Ereignis war Inspiration für das berühmte Gedicht \u0026lsquo;In Flanders Fields\u0026rsquo; und machte das Erblühen der Mohnblumen bekannt. Ein bisschen leichtere Kost hatten wir im Anschluss im botanischen Garten von Melbourne, wo Erik tolle Bilder von einem Pupurhuhn gemacht hat und wir noch ein bisschen entspannt haben, bevor es zum Burgeressen und nach Hause ging.\nDienstag und Mittwoch hatte Erik eine Konferenz von seiner Arbeit aus, sodass ich den Tag über allein war und brav an meinen Uniabgaben sitzen konnte und ein bisschen weiter die Gegend erkundete. Am ersten Abend trafen wir uns zusammen mit Kollegen zum Essen und am zweiten Abend besuchten wir gemeinsam den Nacht-Markt des Queen-Victoria-Markts, allerdings war dieser Markt vollständig überfüllt und wir hielten es nicht lange aus. Daher endeten Erik und ich schlussendlich auf dem Nachhauseweg in einem \u0026ldquo;Gefrorenen-Joghurt-Nachtischladen\u0026rdquo;, der auch viele vegane Variationen im Angebot hatte und uns so überzeugte, dass wir Freitag noch einmal hingingen. Am Donnerstag war dann endlich der Roadtrip gekommen, auf den wir uns so gefreut hatten und wie ihr bereits wisst, haben wir tatsächlich Koalas, Kängurus und Co. gesehen!\nFreitag begannen wir ganz entspannt noch einmal im Café. Nachmittags versuchten wir uns nochmal mit einer Stadtführung, diesmal aber der Kulturversion und wurden diesmal auch nicht sitzengelassen. Unser Tourguide zeigte uns noch einmal viel Straßenkunst und konnte uns einige Anekdoten und Hintergründe erzählen. Diese Art öffentliche Kunst ist, wie an vielen Orten, lange verboten gewesen, aber seit sie zu einer Touristenattraktion herangewachsen ist politisch legalisiert worden - manchmal muss man sich wohl einfach beliebt genug machen. Nach der netten Führung sind wir in ein uns empfohlenes chinesisches Restaurant gegangen, dass auch sehr leckeres Essen hatte. Zu Hause haben wir unsere Regensachen abgeworfen und uns nochmal richtig zurechtgemacht, um in Fitzroy auszugehen- dabei ist uns bewusst geworden, dass wir echt gerne Billard spielen, könnte man ruhig öfter machen.\nSamstag war dann schon der Tag der Abreise, den wir ganz entspannt gestalteten und uns noch die lokalen Fitzroy-Märkte anschauten. Zu meinem Glück oder Pech (?) wurde ich auch fündig: es gab einen wirklich schönen Schmuckstand. Insgesamt waren die Märkte echt schön, gemischt mit Kunst aller Art, Second-Hand-Klamotten, Schmuck, Seife, Pflanzen usw. Das Nachhausekommen hingegen war ein eher unschöneres Erlebnis, erst mit einer wilden Autofahrt, bei der die Hupe als Warnsignal für Regelverstoß verwendet wurde, und dann nach der Hektik langsames Warten auf den verspäteten Flug.\nAlles in allem hatten wir einen sehr schönen Urlaub und Erik kann sich freuen, dass ich hingegen seiner Sorge nicht im alternativen Melbourne bleiben wollte, sondern mich auf unser Sydney gefreut habe. Aber wir kommen bestimmt wieder.\n","date":"2022-07-24T00:00:00Z","image":"/2022/07/24/eine-woche-melbourne/images/20220704_05_ShrineOfRememberance.JPG","permalink":"/2022/07/24/eine-woche-melbourne/","title":"Eine Woche Melbourne"},{"content":"Sydney hat das Opernhaus, die Harbour Bridge und Bondi Beach. Und Melbourne, Sydneys größte Konkurrentin? Die Stadt selbst hat kein großes Wahrzeichen, es gibt kein Bild, bei dem der Betrachter sich denkt \u0026ldquo;Ja, Melbourne!\u0026rdquo;. Melbourne ist die Stadt der Kunst, aber kaum jemand weiß, wie das bekannteste Museum, die National Gallery of Victoria (NGV) aussieht. Melbourne hat die größte Anzahl an Livemusik-Veranstaltungen pro Einwohner und den besten Kaffee der Welt. Nichts davon ist eine Sehenswürdigkeit im herkömmlichen Sinne - stattdessen muss man Melbourne erleben. Wenn man jedoch eine Sehenswürdigkeit nennen muss, so würden die meisten wohl einen Ort 2h im Westen der Stadt wählen: Die Great Ocean Road.\nAm Donnerstag haben Laura und ich uns auf den Weg zu dieser berühmten Straße gemacht. Eine Karte des gesamten Roadtrips findet ihr am Ende des Artikels! Unser erster Halt war \u0026lsquo;The Memorial Arch\u0026rsquo;, welches an die rund 3'000 aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrten Soldaten erinnert, welche die Straße im Anschluss an den Krieg innerhalb von 13 Jahren erbauten.\nWeiter ging es zu einem der vielen Wasserfälle entlang der Strecke: Den Erskine Falls. Der große Wasserfall kann dank seiner steilen Anfahrt nicht von Reisebussen erreicht werden, sodass es glücklicherweise etwas ruhiger war und ich sogar ganz dicht an das stürzende Wasser klettern konnte. Sehr zu Lauras Freude wäre ich dabei auch fast im Wasser gelandet, konnte mich jedoch im letzten Moment auf allen vieren vor einem eiskaltem Bad retten.\nNächster Stopp war dann auch schon das kleine Örtchen Lorne. Dort gab es einen (veganen) Burger vom Pit Stop Food Truck. Obwohl es sich um einen Food Truck handelte, waren unsere Burger deutlich besser als die aus Melbourne. Ein gutes Beispiel dafür, dass man sich nicht vom Äußerlichen täuschen lassen sollte. ;)\nDank eines Gelbwangenkakadu, welcher uns Gesellschaft geleistet hat, ist mein Lieblingsfoto des ganzes Trips entstanden:\nHier das Making of:\nNach dem Mittagessen gab es eine kleine Shoppingpause in dem Store einer typisch australischen Surfmarke Ghanda Clothing, bei der Laura mehrfach fündig wurde. Im Anschluss ging es zurück in unseren süßen Toyota Yaris, mit dem wir zum Koala Sleeping Tree fuhren.\nIch hatte hier 2017 bereits meine ersten wilden Koalas gesehen. Allerdings waren wir von Freunden gewarnt worden, dass es aufgrund der Buschfeuer vor einigen Jahren deutlich weniger Koalas an der Great Ocean Road geben sollte. Daher brachte ich keine zu großen Erwartungen mit. Und tatsächlich sah es zuerst bescheiden aus. Auf der Suche nach den Koalas trafen wir dann jedoch auf eine Einheimische mit ihrem Kleinen:\nUnd direkt daneben sogar zwei rote Papageien:\nDurch den Mangel von Fressfeinden sind Kängurus keine besonders schreckhaften Tiere und ließen sowohl Laura als auch mich extrem nah herankommen. Das gab mir die Möglichkeit, ein paar wundervolle Schnappschüsse zu machen:\nDoch Laura wollte nicht aufgeben. Also mühten wir uns weiter den Berg hinauf, um einen kleinen Bären zu finden. Und tatsächlich, da sah ich einen! In weiter Entfernung auf einem Baum an einem Steilhang saß etwas, das wie ein graues Kuscheltier aussah. Aus der Distanz hätte es sich aber auch um einen Fake zur Touristen-Verarschung handeln können. Also bin ich unter Einsatz meiner gesamten körperlichen Fähigkeiten den Hang hinaufgeklettert, um ein Bild machen zu können. Während hinauf noch halbwegs in Ordnung war, war der Rückweg eine Tortur, die so kläglich aussah, dass ein asiatisches Pärchen mit ihrem Auto stoppte, um zu fragen, ob wir (oder eher ich) Hilfe benötigen würden.\nDer ganze Aufriss nur, um festzustellen, dass auf den Bäumen direkt am Parkplatz auch drei Koalas gewesen wären, die sich auch noch deutlich besser fotografieren ließen:\nDanach ging es weiter zu Maits Rest Rainforest Walk. Da es jedoch begonnen hatte stark zu regnen, blieb die Kamera im Auto und wir sind nur schnell einmal den 800 m langen Rundgang entlang gesprintet. Der Kaltwetterregenwald ist ohne Frage ein spektakulärer Stopp, mit riesigen uralten Bäumen und Farnen, die an einen Dinosaurierfilm erinnern.\nEigentlich war der Plan, im Anschluss noch die zwölf Apostel, die bekannteste Sehenswürdigkeit der Great Ocean Road zu besichtigen. Allerdings war es leider schon etwas später geworden, als geplant, sodass wir den Strand nicht vor Sonnenuntergang erreicht hätten. Zudem hatte ich die zwölf Apostel sowieso nicht in überragender Erinnerung, immerhin sind es letztlich nur ein paar Steine im Meer. Um Laura die Strapazen der langen Fahrt zu ersparen, machten wir uns direkt auf den Rückweg, mit einem kurzen Stopp am Castle Cove Lookout für den Sonnenuntergang.\nSo hatten wir also einen wunderschönen Tag und ich konnte Laura endlich ein paar einheimische Tiere bieten, die sie nun von ihrer Liste streichen kann. Ihr könnt euch schon einmal auf Lauras Post über unsere anderen Erlebnisse in Melbourne freuen. Zum Abschluss noch die vollständige Karte unserer Reise:\n","date":"2022-07-12T00:00:00Z","image":"/2022/07/12/die-great-ocean-road/images/20220707_012_GateOfGOR.jpg","permalink":"/2022/07/12/die-great-ocean-road/","title":"Die Great Ocean Road"},{"content":"Ja, ich lebe noch. Meinen Vorsatz, einen Eintrag pro Woche zu verfassen, habe ich mal so überhaupt nicht eingehalten. Doch jetzt wird alles besser - auch wenn man das natürlich immer so sagt. Die letzten Wochen waren bei mir von Arbeit - viel Arbeit - geprägt. Deswegen soll es in diesem Blogpost um die kleinen Dinge gehen, denn auch der Alltag hat seine schönen Seiten.\nIch habe gestern die erste Veröffentlichung meiner Promotion bei der Annual Computer Security Applications Conference (ACSAC) 2022 eingereicht. Bis zur letzten Minute habe ich an dem Papier gearbeitet und entsprechend bin ich nicht vollends zufrieden mit dem Ergebnis. Allerdings, das muss man ganz klar sagen, gehört bei der Veröffentlichung auch immer eine Prise - oder eher ein Bottich - Glück dazu. Ich selbst hatte das Glück bereits 2020 meine Masterarbeit bei dieser mit dem höchsten Rank ausgezeichneten Konferenz zu veröffentlichen.\nWas war diesen Monat sonst los? Leider nicht viel, aber glücklicherweise haben wir es immerhin zweimal zum größten Lichterfestival Australiens - VIVID - geschafft. Dazu werde ich auch noch einen ganzen Eintrag verfassen, aber hier schonmal eine Kostprobe:\nLetzten Sonntag, haben wir uns zwei Stunden für \u0026ldquo;Pay It Forward\u0026rdquo; genommen, wie die Australier es nennen. Auf gut Deutsch bedeutet das, dass wir etwas für die Gemeinschaft, in der wir leben, getan haben. Um genau zu sein, haben wir Heffron Park von Maroubra kleine Pflänzchen in ein neues Beet gepflanzt. Sehr zu Lauras Missfallen, aber leider keine Bäumchen, sondern einheimische Blumen, Gräser und Büsche. Durch den Einsatz von australischen Pflanzen ist die Überlebensrate der Setzlinge bis zum 90 %. Hier ein paar Bilder:\nAußerdem haben wir natürlich weiterhin brav trainiert. Laura und ich waren bei beiden Meetings des neuen \u0026ldquo;Athleten Seminars\u0026rdquo;, auch wenn sich vielleicht noch nicht alle von uns wie Athleten fühlen. 😁 Für mich steht am 13. August mein erster in Persona Wettkampf an, denn mein letzter Wettkampf war dank Corona nur online. Die Aufregung ist groß, aber mein Team besteht nur aus neuen Athleten, sodass wir ohne Ambitionen und nur zum Spaß in den Tag gehen. Nach dem zweiten Seminar ist Laura zum ersten Mal richtig an ihre Grenze gegangen und hat ihre Kniebeuge ausgemaxt:\nDein Browser kann dieses Video nicht abspielen. Hier ist ein Link zum Video.\nFür mich selbst sind es leider nur 100kg geworden - das ging schonmal besser. Aber bei all dem Stress in den letzten Wochen, war Training einfach nicht die Priorität. Bis August ist noch etwas Zeit:\nDein Browser kann dieses Video nicht abspielen. Hier ist ein Link zum Video.\nOkay, genug der Langweile. Für 90% der Leser ist wahrscheinlich der Kookaburra, auch lachender Hans genannt, dem wir auf dem Weg ins Gym begegnet sind, deutlich interessanter:\nOder vielleicht die Eidechse auf dem Heimweg?\nDarüber hinaus hat Laura ihre Erik-freie Zeit genutzt, um einen Pflanzentisch selbst zu bauen, während ich am Schreibtisch saß:\nAußerdem waren wir zum Sonnenaufgang am Strand\nWo ich eine Freundin gecoacht habe:\nUnd als Abschluss dieses Blogs, hatte ich euch italienisches Essen versprochen:\n","date":"2022-07-02T00:00:00Z","image":"/2022/07/02/von-kleinen-pflanzen-italienischem-essen-und-dem-lachenden-hans/images/20220626PlantWithUs_1302.JPG","permalink":"/2022/07/02/von-kleinen-pflanzen-italienischem-essen-und-dem-lachenden-hans/","title":"Von kleinen Pflanzen, italienischem Essen und dem lachenden Hans"},{"content":"Lange bevor Europäer nach Australien kamen, lebten hier bereits Menschen, über den ganzen Kontinent verteilt: die Aborigines. Auch wenn ich schon ein paar Monate hier bin, so habe ich dennoch nicht besonders viel Kontakt mit den Indigenen oder ihrer Kultur gehabt. Trotzdem ist ihre Anwesenheit für mich allgegenwärtig, da vor vielen Veranstaltungen ein Acknowledgement of Country (Anerkennung des Landes) gesprochen wird. Hierbei wird die kulturelle Bedeutung der Umgebung, in der man sich befindet, für einen bestimmten Aborigine-Clan oder eine bestimmte Sprachgruppe, die als traditionelle Besitzer des Landes anerkannt sind, hervorgehoben. Außerdem haben viele Ortsnamen indigenen Ursprung. Wobei z.B. unser geliebtes Coogee sich von dem Aborigine-Wort \u0026ldquo;koojah\u0026rdquo; ableitet, was so viel wie \u0026ldquo;schlechter Geruch\u0026rdquo; oder \u0026ldquo;stinkender Ort\u0026rdquo; bedeutet (das wiederum an dem Seegras liegt, das regelmäßig an den Strand gespült wird, aber mittlerweile natürlich immer weggeräumt wird).\nFür mich ist es eine ganz neue Erfahrung in einem Land zu leben, das so lange vom Rest der Welt isoliert war und auf dem sich dadurch eine Kultur gebildet hat, die zehntausende Jahre nicht unter dem Einfluss unserer westlichen Kultur stand. Australien ist nicht gerade das lebensfreundlichste Land, vor allem wenn man sich nicht mit der vollkommen fremden Flora und Fauna auskennt. Über die lange Zeit, die die Indigenen hier gelebt haben, haben sie unglaublich viel über die Natur gelernt. Sie haben den ganzen Kontinent besiedelt und Wege gefunden, wie sie die Ressourcen nachhaltig nutzen können. Die Kultur der Aborigines beruht auf der Überzeugung, dass Mensch und Natur eine Einheit bilden, was den Umweltschutz, die Landbewirtschaftung und den Naturschutz fördert. Dabei darf man nicht vergessen, dass es mehrere hundert verschiedene soziale Gruppen und fast genauso viele verschiedene Sprachen gab.\nLeider weiß ich nicht besonders viel über die Ureinwohner dieses Landes. Allerdings belege ich die nächsten Wochen die Unikurse Land-Nutzung und Land- und Umweltrecht, in denen auch über das Planen mit Aborigines gesprochen wird. Hier habe ich bereits gelernt, welche Auswirkungen die Kolonialisierung hatte. Ich möchte hier nicht auf die ganzen Gräueltaten eingehen, die in diesem Land verübt werden, aber man sollte dies natürlich nie vergessen. Zum Zeitpunkt der Entdeckung von Australien durch die Europäer lebten wohl um die 500.000 Indigenen hier. Ihre Zahl ging in der darauffolgenden Zeit stark zurück, aber liegt jetzt wieder bei über 600.000. Auch das Land, das man ihnen genommen hat, ist wenigstens teilweise wieder zurückgegeben worden (in rosa die indigenen Gebiete):\nAber der eigentliche Anlass für den heutigen Blogeintrag ist folgender: ich habe heute eine \u0026ldquo;Bush-Tour\u0026rdquo; im Botanischen Garten in Sydney mitgemacht, in der einheimische essbare Pflanzen vorgestellt wurden. Unser Führer hat das Wissen über die Pflanzen von seinen Verwandten gelernt und uns eine sehr unterhaltsame Tour gegeben. Dabei habe ich gelernt, dass die einheimischen Pflanzen hier oft einen sehr starken (sauren oder citrusartigen) Geschmack haben und einige auch giftig sind, dabei aber oft sehr wertvolle Inhaltsstoffe besitzen. Manche helfen gegen Krankheiten, Wunden, beinhalten viele Vitamine oder Kollagen. Bei der Führung habe ich das Gefühl bekommen, dass die Einheimischen gelernt haben wirklich jede Einzelheit einer Pflanze zu nutzen. Fast bei jeder Pflanze konnte unser Guide mehrere Verwendungen nennen, seien es die Früchte, Blätter, Rinde, der Pflanzensaft, die Blütenstände oder anderes. Grasbäume produzieren beispielsweise ein Harz, das zusammengemischt mit Ton/Erde zementartige Eigenschaften erzeugt (und feuer- und wasserfest ist) und seine Blüten richten sich immer nach Norden aus, sodass sie als Kompass verwendet werden können. Bei manchen Erkenntnissen der Aborigines frage ich mich allerdings, wie sie darauf gekommen sind. Es muss so viel \u0026lsquo;Trial-and-Error\u0026rsquo; gewesen sein. Als Beispiel: Eine giftige Frucht legen sie wochenlang in ein fließendes Gewässer, wodurch das Gift herausgespült werden kann. Bei der Führung bin ich auf den Geschmack von einigen der einheimischen Pflanzen gekommen (wie der australischen Zitronenmyrte) und werde mich jetzt auf jeden Fall nach einer guten Teesorte umschauen, um auch in den Genuss der guten (und leckeren) australischen Pflanzen zu kommen.\nZurück zum Titel dieses Eintrags: Es ist unglaublich, wie die indigenen Völker Australiens gelernt haben, hier zu überleben. Sie sind eins mit dem Land geworden, haben ihm viele Geheimnisse entlockt und es gibt eine Menge, dass man von ihnen lernen kann!\n","date":"2022-06-09T00:00:00Z","permalink":"/2022/06/09/uberleben-in-australien/","title":"Überleben in Australien"},{"content":"Vorteil eines Halbmarathons am Jahrestag: Man schafft was Verrücktes zusammen, man hat einen unvergesslichen Tag und je nach dem sogar Spaß. ;)\nNachteil eines Halbmarathons am Jahrestag: Man (Laura) ist danach für den Rest des Tages k.o. und nicht mehr so sonderlich kommunikativ.\nWie sind wir überhaupt auf diese Idee gekommen? \u0026hellip;Es waren einmal Laura und Erik in 2020, im sonnigen Aachen, joggend auf der Adenauerallee. Laura sprach: \u0026lsquo;Irgendwann möchte ich einmal einen Halbmarathon laufen!\u0026rsquo; Erik antworte: \u0026lsquo;Ich kann gerne mitlaufen und dich unterstützen.\u0026rsquo; Und so wurde stillschweigend ein Deal geschlossen. Nun ja, das ist ein perfektes Beispiel für man sagt nebenher, dass man etwas machen möchte, und dann kann es sein, dass es auch passiert. Also Warnung: Sage niemals, dass du XY tun möchtest, wenn du es gar nicht so meinst. Ich dachte mir wahrscheinlich, dass man mit dem ganzen Laufen ja auch mal was anfangen könnte und ein Halbmarathon vielleicht irgendwann mal im Rahmen des möglichen liegt. Ursprünglich habe ich wegen Corona mit dem Laufen angefangen. Vorher habe ich mich immer gefragt, wer so verrückt ist und freiwillig durch die Gegend hetzt. Aber im Frühjahr 2020 sind alle Aktivitäten, die ich sonst so tue lahm gelegt: Tanzen, Reiten, Fitness mit Musik oder Freunden, Reisen und Wandern,\u0026hellip; Was noch bleibt ist Yoga im eigenen Zimmer, aber das reicht mir nicht an Bewegung, also laufe ich eines abends einfach abends los - nicht mit dem Ziel jemals einen Halbmarathon zu laufen. Dadurch, dass ich Felix als Laufpartner gewinne, bleibe ich auch dabei, weil irgendwie macht es sogar etwas Spaß - man ist draußen an der frischen Luft, kann in den Wald laufen, Musik hören, den Kopf abschalten oder sogar Podcasts hören (Fitness und Bildung in einem spricht meinen Effizienzsinn an). Über die Monate wird es immer einfacher mit dem Laufen und ich merke auch körperliche Unterschiede und spätestens seit dann Erik in meinem Leben ist, gehört Laufen immer ein bisschen zu meinem Leben, sei es in Aachen, Zürich, Eitorf oder auf Reisen - nicht besonders ambitioniert, aber immerhin. In Sydney angekommen hat es eine Weile gedauert, bis ich mit dem Laufen angefangen hab, aber dann stand die Möglichkeit für den Halbmarathon im Raum (der aus Zufall an unserem Jahrestag lag) und aus irgendwelchen Abenteuerlüsten heraus hab ich mich überreden lassen mich anzumelden. Erik hat mir dann einen Trainingsplan geschrieben und mich auch sonst super unterstützt, aber es kommt natürlich immer alles anders als man denkt.\n2 Wochen in den Trainingsplan hinein hatte ich Corona bekommen und bin erstmal 2 Wochen komplett ausgefallen. Danach lief es mit der Gesundheit auch nicht so wirklich rund, vielleicht durch die Coronaerkrankung begünstigt, musste ich mich weiter mit Erkältungen rumschlagen. Am Ende hab ich dann nur noch einen Lauf in der Woche vorm Marathon gemacht. Dementsprechend hab ich mich nicht so sonderlich vorbereitet gefühlt und war ganz schön nervös vor dem Lauf - aber absagen kam nicht in Frage!\nWas war wohl das unangenehmste am ganzen Lauf? Die Nervosität vorher? Die letzten Kilometer? Das frühe Aufstehen? Die australische Sonne? Ehrlich gesagt für mich waren die Kilometer 15-17 die schwierigsten, als die Beine richtig schwer wurden und die Füße gerne eine Pause wollten, aber das Ziel noch nicht um die Ecke war. Und der Druck, den ich mir vorher gemacht habe, dass ich es auf jeden Fall schaffen wollte und Angst davor hatte zu \u0026ldquo;versagen\u0026rdquo;. Die mentale Herausforderung hat mir einiges mitgegeben, denn am Ende ist ein Halbmarathon vor allem das. Gegen die Ängste hat geholfen sich ein wenig besser kennenzulernen und zu verstehen, warum man denkt, wie man denkt, welche Hilfestellungen es gibt und welche Motivation man hat - eigentlich wie mit allen Dingen im Leben. Und gegen die schweren Beine hilft es auf jeden Fall so einen unglaublich tollen Laufpartner zu haben (der ein solches Event einfach zum 8. Mal gemacht hat), danke Erik, dass du mich durch den Halbmarathon getragen hast (leider nicht im wörtlichen Sinne), ohne dich hätte ich das gar nicht erst versucht und längst nicht so gut gemeistert.\nUnser 15.05. sah also wie folgend aus:\n5:20 Wecker\n6:00 zum Bus\n6:40 durch das Schlammfeld vor der Gepäckabgabe waten\n7:15 endlich das Ende der 300m langen Toilettenschlange erreicht\n7:24 loslaufen\nDer Kurs war richtig schön, man läuft mitten durchs Stadtzentrum zwischen den Wolkenkratzern und am Wasser entlang. Die Perspektive von der Mitte der Straße aus ist noch einmal eine ganz andere als sonst und die Strecke geht auch durch Tunnel und über Brücken, die man sonst als Fußgänger nicht betreten kann. Zwischendurch hat man wunderschöne Ausblicke auf das Opernhaus und die Harbour Bridge. Wir sind mit tausenden Leuten gelaufen, sodass man nie allein ist, aber ich empfand es auch nicht als sonderlich eng. Außerdem waren die Leute gut drauf. Während es für Erik eher wie ein Spaziergang aussah, war ich doch überrascht, dass es mir leichter gefallen ist als ich vorher gedacht hätte. Durch das recht frühe Loslaufen war es zum Glück lange Zeit recht kühl. Ich hab es eher ruhiger angehen lassen, mit dem Ziel zu überleben. Für die letzten 1,5 km hatte ich dann sogar noch genug Körner übrig, um einen Zahn zuzulegen. Es war schon ein cooles Gefühl auf den letzten hundert Metern noch einige Menschen überholen zu können. Zu einer Spitzenzeit hat das natürlich nicht gereicht, aber das war ja auch absolut nicht der Plan. Eriks Tracking behauptet er, also quasi wir, seien 25,74km in 2h 33min gelaufen, offiziell habe ich 2h 30min für die 21,1km gebraucht.\n9:54 im Ziel, Medaille einsammeln\nSnacks, snacks, snacks und Mittagsschlaf\n16:00 Massage!! Die sehr nötig und sehr effektiv war :)\nBewegung nicht so möglich, eher chillen\nWas ist mein Resümee? Ich bin sehr glücklich und zufrieden, dass wir den Halbmarathon gemacht haben. Ich würde behaupten, dass es ein sehr erfolgreiches Austesten der körperlichen Grenzen war und auf jeden Fall zum Selbstbewusstsein beiträgt. Und für mich war es auch ein ganz besonderer Jahrestag - es ist ein wunderschönes Gefühl so unterstützt zu werden. Danke Erik, dass du so für mich da bist! Ich muss dich nur in einer Sache enttäuschen: Ich würde den Halbmarathon zum Jahrestag jetzt nicht als Tradition ausrufen - nächstes Jahr bitte etwas anderes :D\nUnd hier die Highlights der Sportfotographenbilder:\n","date":"2022-05-16T00:00:00Z","image":"/2022/05/16/halbmarathon-zum-jahrestag/images/IMG-20220515-WA0022.jpg","permalink":"/2022/05/16/halbmarathon-zum-jahrestag/","title":"Halbmarathon zum Jahrestag"},{"content":"Mit diesem Slogan wird die Region beworben und ich kann nicht widersprechen.\nErik und ich sind am Freitag von zwei Freunden eingesammelt worden und nach Nelson Bay gefahren. Man könnte diesen 4-tägigen Ausflug als unseren ersten Urlaub in Australien bezeichnen, aber wer einen Triathlon im Urlaub macht, der macht auf jeden Fall keinen Wellness-Urlaub. Um nichts in der Welt hätte ich mit Erik tauschen wollen in dieses eiskalte Wasser zu springen, dann auf einer löchrigen Straße mit anderen um die Wette Fahrrad zu fahren und wenn das dann nicht genug ist auch noch 5km zu laufen - Erik kann und wird darüber natürlich detaillierter berichten. Ich bin unglaublich stolz darauf, was Erik da veranstaltet hat und es hat super viel Spaß gemacht ihn und zwei andere Jungs vom CrossFit mit unserer mitgereisten Fangruppe anzufeuern.\nMein erstes Highlight lag direkt auf der Hinfahrt: ich habe meine ersten wilden Kängurus gesehen! Die hatten es sich zu vielen auf einer Wiese neben der Straße bequem gemacht und sollten nicht unsere einzige Tierbegegnung bleiben. Wir sind Freitag nachmittags angekommen und wurden sehr herzlich von Laurel unserer Airbnb-Gastgeberin empfangen. Es gibt Gründe, was man nicht gut an Airbnb finden kann, aber es gibt auch Begegnungen wie diese, bei denen man lokale Menschen kennenlernt, australische Kultur beigebracht kriegt (wir wurden darin unterrichtet wie man Crumpets isst - ein süßes rundes Gebäck, dass man auftoastet) und für eine kurze Zeit ein gemütliches Zuhause in der Ferne finden kann. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, war leider nicht mehr viel Zeit bis zum Sonnenuntergang, sodass wir nur einen kurzen Spaziergang am Strand machen konnten. Dabei wurden wir aber mit wunderschönen Farben belohnt und konnten meiner festen Überzeugung nach einen Adler beobachten. Erik zweifelt diese Beobachtung meinerseits an, ich gebe zu unsere Nachforschungen unterstützen meine Aussage nicht besonders, aber überzeugt euch selbst:\nDen ersten Abend haben wir dann in Angesichts des kommenden Triathlons entspannt angehen lassen - Thai essen und Serie schauen. Samstag Morgen ging es früh raus und das 10. Mal die Triathlon-Packliste checken besagte: Ja, wir haben alles eingepackt! Und hatten wir tatsächlich. Das Wetter war top, alle hatten gute Laune, die Natur war wunderschön und für Erik lief nichts schief (was man leider nicht über alle Leute sagen kann - manche erlitten Krämpfe oder Stürze, aber wenigstens wurde niemand vom Hai gefressen). Ich muss sagen, dass es ganz schön nervenaufreibend ist so einen Wettkampf als Angehöriger mitzuerleben. Für nächstes Mal wünsche ich mir ein livetracking Gerät, damit ich immer weiß, wo Erik ist. Dieses Warten am Streckenrand ist schrecklich. War er schon da? Hab ich ihn verpasst? Ist ihm was passiert? Schlussendlich: Es ist super gelaufen, Erik hat sein Ziel (unter 90min) erreicht und war im vorderen Bereich dabei - Erik glücklich, Laura super stolz, Urlaub gerettet!\nUnsere mitgereiste Fan-Truppe hat auf jeden Fall ordentlich Stimmung mitgebracht und nachdem wir uns nach dem Triathlon alle etwas ausruhen mussten (ja, auch die, die nur am Rand standen), haben wir uns dann abends alle zum Ausgehen getroffen. In dem sonst schon winterlich ruhigen Port Stephens, wo es gar nicht so einfach war Transportmittel oder Essen aufzutreiben, hatten sich gefühlt alle in der Bar und dem Restaurant an der Strandpromenade versammelt, wo wir uns befanden. Es gab alles, was man sich vorstellen kann: Live-Musik, Übertragung eines australischen Rugbyspiels und im Anschluss ein griechisches Restaurant, das sehr leckeres Essen servierte. Wir kamen danach zurück ins Airbnb, anders als die anderen Gäste, die gleichzeitig mit uns da waren - deren Taxi kam nicht und so mussten sie bei Freunden schlafen und kamen am nächsten Morgen zerknautscht wieder: Landleben.\nDer dritte Tag (Sonntag) bot sich schließlich an die Gegend zu erkunden. Da wir beide leider nicht ganz fit waren und wir uns nicht vollständig auf die Busse verlassen wollten haben wir schweren Herzens die Sanddünen aus unserem Programm gestrichen. Das bedeutet, dass wir wohl wiederkommen werden, um Sandboarding, Koalas, Kamele und Co. zu erleben. Stattdessen haben wir dann nach einem liebevollen Frühstück von Laurel den Tomaree Mountain bestiegen, der eine wunderschöne Aussicht auf die Gegend bietet und sind von dort aus zum Fingal Beach gelaufen. Bei Ebbe ist dort eine Sandbank, auf der man zu Shark Island gehen kann, wir waren jedoch bei Flut da und haben einfach die schöne Natur genossen. Die Wanderung fing mit einer sehr besonderen Begegnung an: ein Kookaburra (eine Art Eisvogel), die in Australien sehr häufig vorkommen, aber uns jedes Mal faszinieren. Diese Vögel sind echt groß und schauen einen auch ganz genau an, sogar richtig in die Augen. Irgendwie haben sie eine Ausstrahlung, die einen in den Bann zieht. Ansonsten verlief die Wanderung durch den australischen Busch (noch eine Sache, die ich beim Urlaub gelernt hab: man sagt nicht Wald) sehr ruhig, begleitet von den Rufen der ganzen Vögel in der Gegend, bis wir schon fast am Strand angekommen waren. Dann hab ich jedoch einen der größten Schrecken meines Lebens erfahren, ich hab das Gefühl, dass ich es immer noch in den Knochen spüren kann, wenn ich mich daran zurückerinnere. Plötzlich reist mich Erik mit ziemlich viel Panik von den Füßen und schleppt mich zurück in die Richtung, aus der wir gekommen sind. Ich dachte erst ich wäre in eine große Spinne reingelaufen und hätte es nicht bemerkt und habe vor Schreck wahrscheinlich wie am Spieß geschrien (ich hoffe das hat niemand gehört und auch einen Schreck fürs Leben bekommen). Wie sich dann herausgestellt hat, bin ich jedoch fast auf eine Rotbäuchige Schwarzotter getreten. Die Schlange war einfach perfekt getarnt und ich hatte sie nicht gesehen. Glück im Unglück, diese Schlangenart ist eher beißfaul (finde ich ein super Wort) und erstarrt bei Gefahr - ist also nicht besonders angriffslustig und auch nicht sehr giftig, dran sterben kann man trotzdem. Ich hab Dank Erik die Schlange nicht genug geärgert und konnte sie dann noch kurz beobachten, bevor sie im Busch verschwand. Danach verlief unser Tag noch sehr ruhig. Der Rückweg durch den Sand am Strand war ziemlich anstrengend, zum Glück gab es danach Pommes. Als wir uns Zuhause kurz ausgeruht hatten, wollten wir noch einmal den Sonnenuntergang sehen und wurden zusätzlich zu einem der buntesten Sonnenuntergänge in meinem Leben noch von einem Delfin im Hafen überrascht. Es gab immer wieder springende Fische zu sehen, Pelikane, Kormorane und Loris. Der Rest des Urlaubs war dann ganz gemütlich und wir wurden am Montag gut wieder Zuhause abgesetzt.\n","date":"2022-05-10T00:00:00Z","image":"/2022/05/10/port-stephens-von-natur-aus-unglaublich/images/20220508_173024PortStephens.jpg","permalink":"/2022/05/10/port-stephens-von-natur-aus-unglaublich/","title":"Port Stephens - von Natur aus unglaublich"},{"content":"3 Wochen - 3 Wettkämpfe. So sieht mein Mai aus. Nachdem der Fokus letzten Monat auf der Promotion gelegen hatte, da am 29. April mein Confirmation Review anstand, welches ich erfolgreich gemeistert habe, steht dieser Monat ganz im Sinne des Sportes. Die letzten Wochen erforderten viel Vorbereitung und Konzentration, denn die jährlichen Überprüfungen sind vermutlich die wichtigsten Termine im Laufe der Promotion hier in Australien. Alle 12 Monaten müssen wir den aktuellen Fortschritt aufzeigen und das Panel überzeugen, dass wir auf einem guten Weg sind, die Promotion erfolgreich abzuschließen. Zusätzlich hatte im 1. Mai eine Deadline für eine Publikation, sodass ich parallel auch an dieser arbeiten musste. Entsprechend mussten andere Lebensreiche im April etwas kürzertreten. Soweit ich das beurteilen kann, ist das Review jedoch sehr gut gelaufen und es kann wieder etwas mehr Normalität einkehren.\nNun folgen 3 Wettkämpfe: Am 1. Mai fand der Coogee Aquathlon, eine Kombination aus Laufen und Schwimmen, statt, am 7. Mai der Port Stephens Triathlon und schließlich der SMH Halbmarathon in Sydney am 15. Mai, welcher zugleich Lauras und mein Jahrestag ist. Während ich die ersten beiden Wettkämpfe alleine bestreite, wird Laura ebenfalls am Halbmarathon teilnehmen. Den Aquathlon habe ich zum Zeitpunkt dieses Textes bereits absolviert und ich bin mehr als zufrieden mit meinem Ergebnis. Doch zunächst die Strecke:\nWie man sieht, bestand das Event aus jeweils drei Laufstrecken und Schwimmabschnitten. Während das Laufen für mich keine große Herausforderung darstellt, sind insgesamt 1.6 km Schwimmen im Ozean für mich nicht ganz ohne. Auch wenn ich die letzten Wochen regelmäßig im Pool Kraulen geübt habe, mit Wellen und Strömung habe ich doch noch meine Probleme. Aufgrund der eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten in den letzten Monaten wegen des vielen Regen, Corona und Hai Alarmen, sind relativ viele unserer Freunde abgesprungen, sodass am Ende nur Juddy, ich und Ciara aus meinem Bekanntenkreis übrig blieben. Generell war das Startfeld deutlich kleiner als vonor erwartet.\nDer Start war, wie in Australien zu erwarten, früh morgens um 7:30 Uhr. D.h. wir waren bereits um 6:30 Uhr am Strand, was uns erlaubte den wunderschönen Sonnenaufgang zu sehen:\nDer Start des Rennens war dann direkt auf dem Gras bei Coogee Beach (Juddy rechts, ich links):\nJuddy hängte mich jedoch bereits auf dem ersten Laufabschnitt ab. Ansonsten lag mir der längere Lauf, sodass ich viele andere Teilnehmer hinter mir lassen konnte. Das erste Schwimmen in Clovelly dann jedoch gar nicht. Das Wasser war nicht nur so dreckig, dass man die eigene Hand nicht sehen konnte, sondern auch noch sehr unruhig, sodass ich die 200m auf Brustschwimmen zurückfallen musste und wahrscheinlich wieder von all den Teilnehmern, die ich auf dem Lauf überholt hatte, überholt wurde. Das darauffolgende Laufen mit nassem Trisuit war dafür viel entspannter als erwartet und in Gordon\u0026rsquo;s Bay war das Wasser so klar, dass ich beim Kraulen Fische beobachten konnte. Nach einem letzten kurzen Lauf, auf dem ich noch einmal einige Teilnehmer hinter mir lassen konnte, ging es zurück nach Coogee für den letzten großen Schwimmabschnitt. Der eine Kilometer im unruhigen Meer hatte es in sich. Gefühlt war ich genauso lange im Wasser, wie der gesamte vorherige Teil gebraucht hat. Die Haie hatten jedoch glücklicherweise Urlaub, sodass alle Teilnehmer in einem Stück das Ziel erreichten. Mich verpasste Laura leider, aber hier ist ein Bild von Juddy beim Zieleinlauf:\nDank der elektronischen Zeitmessung waren die Ergebnisse fast sofort verfügbar. Ich bin überaus zufrieden mit meinem Ergebnis, denn immerhin bin ich in der oberen Hälfte des Leaderboards.\nUnd hier zum Vergleich die Ergebnisse der anderen aus unserem Gym:\nJetzt geht es direkt weiter nach Port Stephens für meinen ersten (Sprint) Triathlon. Das Bike ist schon zerlegt:\nOb ich nervös bin? Aber sowas von. Die Angst beim Packen etwas zu vergessen, ist jedoch fast größer als die Angst vorm eigentlichen Triathlon.\n","date":"2022-05-06T00:00:00Z","image":"/2022/05/06/aquathlon-triathlon-marathon/images/aquathlon.jpeg","permalink":"/2022/05/06/aquathlon-triathlon-marathon/","title":"Aquathlon, Triathlon, Marathon"},{"content":"Dieses Kunstwerk \u0026ldquo;Stillleben mit Stein und Auto\u0026rdquo;, nur wenige Minuten Fußweg vom Opernhaus und der Harbour Bridge entfernt, ist für mich einer der einprägsamsten Orte in Sydney. 2017 habe ich bereits ein Jahr in Sydney gelebt, damals in Ultimo, direkt neben dem Hauptbahnhof. Meine 10 km Laufstrecke führte direkt an dem Kunstwerk vorbei, sodass ich es mindestens 2x in der Woche zu sehen bekam. Außerdem lag es auf dem Weg zum Opernhaus oder zu den Fähren in Circular Quay.\nEin bisschen Hintergrundwissen: Das Kunstwerk wurde 2004 vom Künstler Jimmie Durham kreiert. Es handelt sich um einen Ford Festiva Hatchback 1999 und einen 2 Tonnen schweren Quarzstein. Vor dem Opernhaus bemalte der Künstler den Stein, bevor er dann von einem Kran auf das Fahrzeug fallen gelassen wurde. Der Autor hat folgendes Kommentar zu dem Werk abgegeben. (Link zum Sydney Morning Herold Artikel)\n\u0026ldquo;This piece is concerned with monuments and monumentality, but also with nature; that implacable hard stuff.\u0026rdquo;\nJimmie Durham\nMan sieht fraglos, dass das Werk unter dem vielen Regen der letzten Monate etwas gelitten hat. 2017 wirkte es noch etwas \u0026ldquo;frischer\u0026rdquo;. Besonders humorvoll sind die Schilder auf beiden Seiten, die darauf hinweisen, dass es sich um ein Kunstwerk und nicht um einen Umfall handelt. Diese wurden vom Künstler Richard Tipping angebracht, nachdem das Werk 2017 seinen finalen Aufenthaltsort an der Walsh Bay gefunden hatte.\nEin weiteres interessantes Zitat in Bezug auf die Farbe des Autos:\n\u0026ldquo;Most art should be red, shouldn\u0026rsquo;t it\u0026rdquo;\nJimmie Durham\nHier noch ein paar Vergleichsbilder. Zuerst 2017:\nUnd dann 2022 mit Laura:\n","date":"2022-04-27T00:00:00Z","image":"/2022/04/27/still-life-with-stone-and-car/images/20220306_162132CBD.jpg","permalink":"/2022/04/27/still-life-with-stone-and-car/","title":"Still Life with Stone and Car"},{"content":"Den besten Ort für einen Sonnenuntergang zu finden, ist gar nicht so leicht. Insbesondere an einer Ostküsten-Stadt, denn die Sonne geht über dem Meer auf. Während also wunderschöne SonnenAUFgänge keine große Seltenheit sind, stellen Sonnenuntergänge eine etwas größere Herausforderung dar. Glücklicherweise ist Sydney ein Naturhafen, sodass es auch eine große Bucht gibt, die westlich der Landmasse gelegen ist. Die östlichsten Punkte der Bucht sind Watsons Bay im Süden und Manly im Norden. Da Manlys schöne Seite jedoch eher gen Osten gerichtet ist, stellt Watsons Bay meinen Favoriten dar.\nNeben dem wunderschönen Steg, der stets mit Anglern gefüllt ist, bietet Watsons Bay einen ca. 600 m langen Rundgang zum Hornsby Leuchtturm, welcher jedoch offensichtlich nicht mehr in Verwendung ist. Die wunderschöne orange-gefärbte Klippe südlich der Spitze trägt leider den unrühmlichen Namen \u0026ldquo;Suicide Point\u0026rdquo;, da es sich um einen der bekanntesten Orte für Selbstmord in Australien handelt. Diese traurige Geschichte hat jedoch auch einen Helden: Don Ritchie - auch Angel of the Gap genannt. Dieser Mann hat nach offiziellen Angaben mindestens 160 Menschen vom Selbstmord abgehalten, laut seiner Familie sogar bis zu 500! Erst sprach er mit den Männern und Frauen, die sich ihr Leben nehmen wollten, teilweise stundenlang, bevor er sie zu einer Tasse Tee oder einem Bier zu sich nach Hause einlud. Ich kann den Artikel sehr empfehlen: Aletia.org.\n\u0026ldquo;Always remember the power of the simple smile, a helping hand, a listening ear and a kind word\u0026rdquo;\nDon Ritchie\nDass Watsons Bay trotz dieser traurigen Story zu meinen Lieblingsorten zählt, erkennt man schon daran, dass ich bisher mit jedem meiner Besucher diesen Ort aufgesucht habe. Das erste Mal kam ich mit meinem Wohnheim 2017, danach mit Kay, Chris, anderen Freunden aus dem Wohnheim, mit Jannis und heute schließlich mit Laura. Obwohl es also bereits mein sechster Besuch in diesem kleinen Ort war, habe ich keine Zweifel, dass ich noch weitere Sonnenuntergänge hier schauen werde. Doch seht selbst:\n","date":"2022-04-25T00:00:00Z","image":"/2022/04/25/sydneys-best-sunset-watsons-bay/images/IMG_20220425_115901_784.webp","permalink":"/2022/04/25/sydneys-best-sunset-watsons-bay/","title":"Sydney's Best Sunset - Watsons Bay"},{"content":"Ja, wir haben jetzt einen Newsletter, damit ihr nichts verpasst. Nein, das war nicht schnell gemacht.\nPhoto by JESHOOTS.COM on Unsplash\nSo sah ich für die letzten 2 Tage in jeder freien Minute aus, denn einen Newsletter mit automatischen Updates über neue Einträge aufzusetzen, war alles andere als einfach. Natürlich gibt es 1000 WordPress Plug-ins, die Newsletter bereitstellen. Die meisten setzen aber eine Menge anderer Tools und Webseiten ein. Der Sinn dieser selbst gehosteten Seite ist gerade, dass die Daten unserer Leser nicht bei x anderen Unternehmen landen. Immerhin forsche ich selbst im Bereich der Privatsphäre. Nach mehreren Stunden Arbeit habe ich es nun geschafft einen Newsletter einzurichten, für den eure Daten über keinen anderen Anbieter laufen und nur auf meiner privaten Seite bleiben.\nUnd jetzt zum wichtigen Teil, meldet euch doch bitte an, damit ihr keine Beiträge mehr verpasst. :)\n","date":"2022-04-22T00:00:00Z","image":"/2022/04/22/newsletter/images/email-marketing-gc3cbd96dc_1920.png","permalink":"/2022/04/22/newsletter/","title":"Newsletter"},{"content":"Nur wenige Tage nach Lauras Ankunft in Australien haben wir mit der Uni, um genau zu sein, mit deren Freizeitabteilung UNSW Arc, einen Ausflug nach Jervis Bay gemacht. Jervis Bay ist eine südlich von Wollongong, und damit südlich von Sydney, gelegene Bucht, die besonders für ihre einzigartigen weißen Strände bekannt ist. Der bekannte Husky Triathlon findet beispielsweise in dieser wunderschönen Kulisse statt.\nGeführt wurde der Trip von den Coast Warriors, die uns mit einem Reisebus in den Süden fuhren. Bei unserem ersten Stopp, dem Bulli Lookout, stellte ich fest, dass ich 2017 bereits eine Tour mit den Jungs nach Port Stephens gemacht hatte. Noch verrückter wurde es, als sich herausstellte, dass der damalige Besitzer des Unternehmens aus dem \u0026ldquo;Ruhestand\u0026rdquo; zurück ist und nun diese Tour seine erste Tour als Guide war. Damals war das Start-up gerade von ihm gegründet worden, sodass er meine letzte Tour ebenfalls selbst geleitet hatte. Die Welt ist ein Dorf.\nNach dem nicht zu spektakulären Lookout, der eher als Toilettenpause diente, ging es weiter zu dem Ort, für den Jervis eigentlich bekannt ist: den schneeweißen Sandstränden. Der Sand ist nicht nur viel heller, als europäische Strände, sondern auch viel feiner. Dies führt beim Auftreten zu einem hellen Quietschen, mit dem ich Laura zur Weißglut gebracht habe. 😄\nAuch das Wasser hat ein wundervolles Türkis, dass man nicht an jedem Strand dieser Welt findet. Ich bin vergleichsweise viel gereist, doch ich war noch an keinem Ort, der mit den australischen Stränden mithalten kann. Die Strände hier sind einfach unfassbar schön und spielen in einer ganz anderen Liga als alles, was ich in Italien, Spanien und Griechenland gesehen habe.\nNachdem wir Schwimmen, Sonnenbaden und Snacken waren, ging es weiter zum nächsten Stopp, der Blowhole in Kiama. Wenn auch von außen einem Geysir ähnelnd, handelt es sich eigentlich nur um ein Loch im Fels, aus dem bei starkem Wellengang Salzwasser bricht und in die Luft befördert wird. Nachdem ich dieses Naturphänomen schon vor 5 Jahren als eher enttäuschend wahrgenommen hatte, waren die Fontänen dieses Mal eher noch mickriger. La niña bescherte diesem Ort jedoch große Aufmerksamkeit durch ein viral gehendes Video, welches während eines großen Sturms in den letzten Wochen aufgenommen wurde:\nAuf dem Rückweg hielten wir noch bei einer \u0026ldquo;besonders schönen\u0026rdquo; Brücke zwischen Wollongong und Sydney. Der größte Nachteil am Reisen ist wahrscheinlich, dass man irgendwann zu viel gesehen hat und im Vergleich zu der Great Ocean Road in Melbourne oder der Atlantic Highway in Norwegen, konnte ich diese Brücke nicht mehr wirklich als etwas Außergewöhnliches identifizieren. Dafür bot sich die Umgebung jedoch für ein schönes Naturfoto an.\nIm folgenden nun endlich die Galerie mit den besten meiner Bilder. Bis zum nächsten Mal!\n","date":"2022-04-21T00:00:00Z","image":"/2022/04/21/beaches-blowholes-bridges/images/00026JervisBay.JPG","permalink":"/2022/04/21/beaches-blowholes-bridges/","title":"Beaches, Blowholes \u0026 Bridges"},{"content":"Wenn man einen Blog startet, gibt es ein paar Dinge, über die man sich Gedanken machen muss. Als Erstes das Theme, denn dieses bestimmt, ob der Blog Interesse weckt und zum Verweilen einlädt, oder ob die Webseite wie ein Relikt des Jahrhundertwechsels daherkommt. Das Header Bild und die Frage, ob ein solches überhaupt gebraucht wird. Ein einprägsamer Domainname muss gefunden werden, er sollte einfach zu merken und doch schnell zu tippen sein. Und natürlich ein passender Titel, denn dieser gibt dem Leser eine Idee, ob der Inhalt der Seite für ihn relevant ist. All diese Dinge lassen sich im Zweifel jedoch mit mehr oder weniger Aufwand ändern und sind nicht in Stein gemeißelt.\nAnders sieht das jedoch mit der Sprache aus. Auch wenn KI-basierte Übersetzungstools wie DeepL riesige Fortschritte gemacht haben und Übersetzen zu den Stärken der künstlichen Intelligenzen gehört, so gehen doch Feinheiten, Humor und Eleganz verloren. Deswegen muss man sich als Autor recht früh überlegen, in welcher Sprache man seine Einträge verfasst. Das ausschlaggebende Kriterium hierfür ist die Leserschaft. An wen richtet sich dieser Blog?\nWie man sieht, haben Laura und ich uns für diesen Blog nicht gut abgesprochen. Während ich meinen ersten Eintrag wie selbstverständlich in Englisch verfasste, schrieb Laura in unserer Muttersprache darauf los. Und jetzt? Da ich noch gar nicht einschätzen kann, wohin sich dieser Blog entwickelt, finde ich es gar nicht trivial, die Audienz zu bestimmen. Unter der Annahme, dass es bei persönlicheren Beiträgen über unser Leben und unsere Reisen bleibt, dann wird vermutlich außer unseren Familien und unseren engsten Freunden niemand wirklich Interesse an unserem Geschwafel haben. Doch da fängt das Problem schon an, den meine engsten Freunde sind leider nicht auf den deutschen Raum beschränkt und nicht all meine engen Kontakte sind in der Lage einen deutschen Text zu verstehen.\nDa ich unsere Familien, insbesondere meine Großeltern, nicht ausschließen möchte, habe ich mich nun auch für die deutsche Sprache entschieden. Das heißt jedoch nicht, dass dies eine strenge Regel sein muss. Falls ich mich entscheide, Beiträge zu veröffentlichen, die für eine andere Hörerschaft interessant sein können, z.B. technischere Artikel, so werde ich diese vermutlich weiterhin in Englisch verfassen. Wie der Titel schon sagt, am Ende ist es bei jedem Beitrag eine Frage der Leserschaft.\nDamit bin ich am Ende meines Rants. Lasst doch gerne einen Kommentar dar, wenn ihr deutsche Beiträge favorisiert und diesen Blog auch in Zukunft lesen möchtet, damit wir wissen, für wen wir eigentlich schreiben. Oder schreibt natürlich auch gerne einen Kommentar, falls ihr euch diesen Text mit einem Übersetzer übersetzt habt und euch für die Zukunft englische Beiträge wünscht.\n","date":"2022-04-20T00:00:00Z","image":"/2022/04/20/eine-frage-der-audienz/images/board-ge9f59fbcd_1920.jpg","permalink":"/2022/04/20/eine-frage-der-audienz/","title":"Eine Frage der Leserschaft"},{"content":"Malabar Headland National Park. This was the location of our latest walk. For the first time in weeks, la niña permitted us to leave the house on a Sunday. We used the weather wisely to follow friends\u0026rsquo; recommendation to walk from Maroubra to Malabar through said national park, experiencing a beautiful sunset. As images can say more than 1000 words, see for yourself (click to open):\n","date":"2022-04-18T00:00:00Z","image":"/2022/04/18/maroubra-to-malabar/images/malabar.jpeg","permalink":"/2022/04/18/maroubra-to-malabar/","title":"Maroubra to Malabar Walk"},{"content":"Jeder, der schon einmal an einen Ort fern von Zuhause gekommen ist, weiß wie sensibel man zu Beginn auf die Unterschiede zu dem „Gewohnten“ ist. Man vergleicht die neuen Eindrücke mit den alten. Besonders lustig kann sowas sein, wenn sich die sozialen Normen unterscheiden und man sich neu sozialisieren muss – dann wird erst klar wie eingespielt man doch mit seiner „Heimat“ ist. Wie sehr “upside down” ist denn „down under“? Die meisten wissen wahrscheinlich, dass hier alles Mögliche verkehrt herum ist: Sommer und Winter, Tag und Nacht, die Sonnenausrichtung, auf welcher Seite man fährt (und geht!), … Nicht ganz so bekannt ist wahrscheinlich, dass es hier keinen Räuchertofu gibt (hallo!?), man kommerzielles Nutella im Biomarkt kaufen kann (hä?), Leute tatsächlich freundlich sein können (auch wenn sie im Callcenter arbeiten), man für jeden spezialisierten Arzt eine Überweisung braucht (uff), es in 3 Monaten mehr regnen kann als in Deutschland im ganzen Jahr (sie sagten Australien wäre sonnig…), die Universität wirklich deine eigene Meinung wissen will und deine Kreativität fördern möchte (ganz schön anstrengend), man fast nur asiatische Kommilitonen hat (die dann sogar die Variationen der Singapurianischen Küche kennen), es einem passieren kann, dass man nach einem Jahr Miete aus der Wohnung geschmissen wird (wie bitte?) und man bekommt quasi keinen Kaffee mehr nach 15 Uhr (tzz). Ja, Australien ist total westlich geprägt, aber bietet mir eine neue Perspektive auf das Leben. Neben einigen Unbequemlichkeiten, die man erfährt, wenn man neu ist und weit weg von Zuhause, seine Freunde und Familie plötzlich auf der anderen Seite des Planeten sind und man ausgerechnet in La Nina reingerät, gibt es so viele wunderbare Möglichkeiten zu wachsen. Für mich bedeutet das die englische Sprache auch in müden und hungrigen Zuständen zu meistern, ein neues Unisystem kennenzulernen, einen Familienleben mit aufzubauen, einen neuen sportlichen Lebensstil zu leben, ein soziales Umfeld von Grund neu aufzubauen, das Meer kennenzulernen, die bisherige Perspektive auf die Welt zu reflektieren\u0026hellip;\nDie ersten zwei Monate, die ich nun hier bin lassen sich bereits gar nicht mehr zusammenfassen - es ist schon viel zu viel passiert. Meilensteine: Erik Wiedersehen!! Uni O-Week. CrossFit Opens 2022. Hikes: Jerves Bay, Royal National Park, Malabar Headland National Park. Erste Uni Assignments. Verlängerung des Mietvertrags: +18 Monate Traumwohnung. Die ganzen neuen Tiere, Menschen, Eindrücke. Jedes Mal Coogee!\nAber das Wichtigste zum Schluss: Aller Anfang ist \u0026hellip;so viel leichter wenn man nicht alleine ist\u0026hellip;! Danke Erik, dass du die beste Unterstützung bist, die ich mir wünschen könnte. Ich bin nach Australien gekommen und ich hatte das beste Starterpack: eine tolle Wohnung, einen wunderbaren Ansprechpartner, ganz schön viele Leute, die meinen Namen kannten, einen Ortskundigen und vor allem ein Zuhause - dank dir. Es fühlt sich so richtig an hier zu sein und ich bin voller Vorfreude und Neugier, was Australien mir alles zu bieten hat - reisetechnisch, bildungstechnisch, jobtechnisch,\u0026hellip; Wir stecken in einem ganz schön großen Abenteuer und ich kann mir keinen besseren Weggefährten vorstellen. Auf all die Tage, die hinter uns liegen, und auf all die Tage, die vor uns liegen. Ich bin mir sicher, dass es niemals langweilig werden wird.\nEine Sache darf in den Erinnerungen nicht fehlen - mein Flugzeugsong:\nI\u0026rsquo;m leaving home for the Coastline\nSome place under the sun\nI feel my heart for the first time\nCause now I\u0026rsquo;m moving on yeah, I\u0026rsquo;m moving on\nAnd there\u0026rsquo;s a place that I\u0026rsquo;ve dreamed of\nWhere I can free my mind\nI hear the sounds of the season\nAnd lose all, sense of time\nI\u0026rsquo;m moving far away\nTo a sunny place\nWhere it\u0026rsquo;s just you and me\nFeels like we\u0026rsquo;re in a dream\nYou know what I mean\n\u0026hellip;\n– Laura\n","date":"2022-04-07T00:00:00Z","image":"/2022/04/07/aller-anfang-ist/images/airport.jpeg","permalink":"/2022/04/07/aller-anfang-ist/","title":"Aller Anfang ist ... ?"},{"content":" Hey, I am Erik, a German potato living in my home by choice - Sydney. More specifically, I am living right at the beautiful Coogee beach. I could not think of any better place to live. Here, we are right at the heart of one of the world\u0026rsquo;s busiest metropolis, while having the beautiful coastline and the huge Centennial Park at our doorstep. In 2017, I lived in Ultimo for about a year, and I was loving it. The proximity to the CBD and having the entire city at my doorstep was an amazing experience. Now, I would not want to miss Coogee\u0026rsquo;s nature and community. Having so much nature around is such a gift!\nI am not great at multitasking, so my life is focused on a few big circles. My work/studies in Cybersecurity, my sport - CrossFit, marathon running and my first triathlon next month, and of course, my beautiful girlfriend Laura that co-authors this blog with me.\nAt the moment, I am undertaking a PhD at UNSW Sydney working on privacy-enhancing technologies. Instead of boring you with more details, I just refer to my professional blog in case you really want to hear more about that: erikbuchholz.de.\nLast year, I had my 10-year training anniversary. I have been training since I was 16 years old, and seen all sorts of training philosophies and nutrition protocols. Next to Computer Science, nutrition \u0026amp; fitness are the areas I am most passionate about. I started with classic bodybuilding, spend some in the world of heavy weights (powerlifting), ran many half-marathons and two full marathons, and finally found my way to CrossFit. Besides, I have only 3 weeks left until I will complete my first triathlon on the 7th of May 2022. Although I completed the Precision Nutrition Certification, training is and will stay a hobby only. Still, this is one of the most important topics in my life, so I am sure you will read one or two things about it on this blog.\nIn May 2021, I arrived in Sydney to pursue my PhD at UNSW Sydney. I had just completed my Master of Science in Computer Science and was looking for the next challenge. With my friends being scattered all around the globe, there was no better time to go on another big adventure. When I was in down under in 2017, I managed to travel nearly all around Australia, as you can read in my previous blog \u0026ldquo;Surrounding Australia\u0026rdquo;. Still, there was no place in the world I would rather want to live. To make the start a bit simpler, one of my best friends, Villy, was still living here with his now wife Veronica. They were so kind to host me for the first three weeks, which made things exponentially simpler for me! 🙏🏼\nNot gonna lie - as much as I love Sydney, the settling-in was a bit harder this time. Not only did the 4-months Sydney lockdown start only a few weeks after my arrival, pretty much as soon as I had found an apartment, but in addition Laura only decided to stay with me while I was sitting in hotel quarantine, such that we had a lot of uncertainty ahead. Distance relationship is bad, but having not the slightest cue when you will meet again, in times of COVID and global crises, is worse. The first 9 months in Australia were mentally stressful, but we made it. It took many many calls, flowers, and chocolate packages, but I could not be happier to have my co-author living in the same flat.\nThe one thing that kept me from going insane in all this mess of lockdown, distance relationship and the initial disorientation of a PhD journey was CrossFit Coogee. The outdoor sessions during the lockdown were the best hour of my day during the four months of Sydney\u0026rsquo;s lockdown and nearly all my friends are from this gym. I could not be more grateful to be a part of this amazing community. I could not say it better myself, so I gonna steel another member\u0026rsquo;s words:\nThis is not just a gym - it is a friendship subscription.\n","date":"2022-04-05T00:00:00Z","image":"/2022/04/05/hey-thats-me-erik/images/erik_coogee.webp","permalink":"/2022/04/05/hey-thats-me-erik/","title":"Hey, that's me, Erik!"}]